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Pritzwalk Gut beraten ins Berufsleben starten
Lokales Prignitz Pritzwalk Gut beraten ins Berufsleben starten
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16:44 13.01.2019
Live-Vorführung der Azubis von Simone Plutniok (links) aus Pritzwalk. Quelle: Stephanie Fedders
Pritzwalk

Größer, bunter, breiter – eine eindrucksvolle Kulisse an Stellwänden, Bannern und Fahnen verwandelte die Sporthalle der Freiherr-von-Rochow-Schule für ein paar Stunden in eine Messelandschaft.

Rund 450 Menschen besuchten am Sonnabend die Berufsstartermesse in Pritzwalk.

Dort, wo sonst die Schüler der Oberschule dem Ball hinterherjagen oder Turnübungen absolvieren, galt der Wettbewerb am Sonnabend den Mitarbeitern von morgen. Zum zweiten Mal war Pritzwalk Gastgeber der Berufsmesse Karriereplus. Rund 450 Besucher kamen vorbei.

Kleine Geschenke als Lockmittel

Mehr als 50 Aussteller waren präsent und machten die Veranstaltung auch zu einer Leistungsschau der Werbeindustrie. Kaum ein Stand, an dem nicht Kugelschreiber, Stoffbeutel, Gummibärchen oder Notizblock zum Zugreifen animierten. Auf der Suche nach Azubis anno 2019 – ohne Lockmittel wird es schwierig. Ein Betrieb wirbt mit der Aufforderung „Bleib in Brandenburg“. Aber so einfach ist es nicht. Für beide Seiten.

Jedes Unternehmen steigt mit seiner ganz eigenen Strategie und basierend auf Erfahrungswerten in den Ring. Ohne PC-Kenntnisse kommen Interessierte bei der Hagemann Dienste GmbH nicht weiter. Die Firma mit Sitz in Kuhsdorf ist europaweit tätig und sucht Fachkräfte für Lagerlogistik. In dem Bereich haben viele Bedarf.

„Es ist der am meisten ausgebildete Beruf in der Prignitz“, weiß René Georgius, Leiter des IHK-Regionalcenters und neben der Kreishandwerkerschaft einer der Organisatoren. Bettina Hagemann empfiehlt jungen Leuten, ein Praktikum zu absolvieren. „Wir würden uns freuen, wenn der eine oder andere in den Ferien zu uns kommt.“

Hineinschnuppern mit einem Praktikum

Diesen Tipp gibt es auch bei Simone Plutniok, Inhaberin des Pritzwalker Friseursalons „Haarmonie“. Ihre beiden Lehrlinge zeigen live, worauf es in dem Job ankommt. „Ich habe eine Praktikantin gehabt und jetzt eingestellt“, erzählt Plutniok, die Obermeisterin ihrer Innung ist.

Sie ist „froh über jede Bewerbung“ und über jeden, der „mal hineinschnuppern möchte“. Auf die Strategie setzen auch die beiden Pritzwalker Dachdecker Marcel Lublow und Jens Hildebrandt. Für Ferienarbeit und Praktikum sind Neunt- und Zehntklässler willkommen. „Nicht warten, sondern präsentieren“, gibt Hildebrandt den jungen Leuten mit auf den Weg.

Der Faktor Zeit ist auch für Annett Rusch wichtig. Die Personalchefin der Meyenburger Möbelwerke empfiehlt, nicht erst auf die Halbjahreszeugnisse zu warten: „Wir unterschreiben auch schon vor Weihnachten Ausbildungsverträge.“

An Mechatronikern und Maschinenanlagenführern ist noch Bedarf, sagt Rusch. Sie hat Brian Hammermeister mitgebracht. Der Pritzwalker wird im zweiten Lehrjahr zum Mechatroniker ausgebildet. Ein anspruchsvoller Beruf, in dem er alle Bereiche des Unternehmens kennen lernt.

Freiwilliges soziales Jahr als Plan B

Fachkräfte werden auch bei der Gefinex GmbH in Steffenshagen ausgebildet. Als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik. „Klingt sperrig und wenig attraktiv“, gibt Werkleiter Klaus Osterholt zu. Er hat aber auch gute Argumente parat: „Wer bei uns lernt, wird übernommen. Der Beruf ist enorm gefragt.“

Wer noch nicht weiß, was aus ihm werden soll, der bekam beim CJD Berlin-Brandenburg einen guten Tipp. „Wir bieten an, bei uns ein freiwilliges soziales Jahr zu absolvieren, als Plan B“, sagt Jörg Stricker, Fachbereichsleiter für schulische Bildung. Mit dem Ziel: „Erst mal ins Berufsleben kommen, eine Vergütung erhalten, unabhängig werden.“ Und in der Region bleiben. „Stricker: „Jeder junge Mensch, den wir in der Prignitz halten, ist ein Garant für unser Leben hier.“

Von Stephanie Fedders

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