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Pritzwalk Ernst Wehrstedt auch mit Silber zufrieden
Lokales Prignitz Pritzwalk Ernst Wehrstedt auch mit Silber zufrieden
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01:15 09.11.2018
Ernst Wehrstedt war auch diesmal wieder beim Berlin-Marathon erfolgreich, wenngleich der Lauf nicht leicht war. Quelle: Bernd Atzenroth
Berlin

Den diesjährigen Berlin-Marathon wird Ernst Wehrstedt so schnell nicht vergessen. Und wer ihn so darüber reden hört, erfährt schnell, dass die letzten zwölf Kilometer für den „Goldjungen von Pritzwalk“ ungewöhnlich hart gewesen sein müssen. „Das ist mir bei einem Marathon noch nie passiert“, erzählt Ernst Wehrstedt, „ich bin das erste Mal ins Ziel gewandert.“

Dabei hatte sich für den 84-Jährigen alles gut angelassen: Bis etwa zum Kilometer 30 lag er voll im Plan. „Bei 30 bin ich in drei Stunden durch.“ Doch dann kam für ihn gänzlich unerwartet der Einbruch: „Es war dann nicht mehr möglich, das Tempo zu halten.“ Der weitere Rennverlauf war für ihn ein ständiger Wechsel zwischen Laufen und Gehen. „Ab dem Potsdamer Platz musste ich wandern“, erzählt er weiter, „aber viele andere taten das auch.“

Die Silbermedaille für Ernst Wehrstedt wird geziert vom Konterfei des kenianischen Läufers Eliud Kipchoge. Quelle: Bernd Atzenroth

Mit dieser Leistung aber war der Läufer aus der Dömnitzstadt, der erst mit 50 Jahren überhaupt mit dem Laufen begonnen hat, dennoch wieder einmal der beste Deutsche seiner Altersklasse, in 5 Stunden und 21 Minuten. Nur ein Norweger lag vor ihm, wenn auch eine gute halbe Stunde.

Doch auch wenn es diesmal nichts mit Gold in seiner Altersklasse wurde, so freute sich Ernst Wehrstedt nun doch sehr über die Silbermedaille, die er nun zugestellt bekam und stolz der MAZ-Redaktion präsentierte, zusammen mit einem Schreiben von Renndirektor Marc Milde, der ihm darin noch einmal zum zweiten Platz in seiner Altersklasse gratuliert. „Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude am Laufen, ein erfolgreiches Trainingsjahr und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr“, schreibt Milde.

Die gute Kameradschaft unter den Läufern

Die Freude am Laufen hat bei Ernst Wehrstedt jedenfalls nicht nachgelassen – als er in die Redaktion kam, hatte er zuvor bereits seine Runde gedreht. Wehrstedt schätzt auch die gute Kameradschaft unter den Läufern. „Ich werde bei Läufen oft unterwegs gefragt, wie alt ich bin“, erzählt er. Dann zollen ihm die anderen oft Anerkennung. „Manche Jüngere sagen dann: Wenn das unsere Eltern auch so machen würden ...“

Allerdings hört Ernst Wehrstedt auch auf seinen Körper. Und darum hat er zunächst einmal eingehend den Einbruch, den er in Berlin erlitten hatte, analysiert. Zwei Erklärungen hatten die Ärzte des Vertrauens für ihn bereit. Die eine lautete: Er könnte zuvor zu viel Tomaten gegessen haben. Die andere: Während des heißen Sommers hat Wehrstedt vielleicht nicht ganz so viel trainieren können wie sonst.

„Du musst in Deinen Körper reingucken“

Sei es, wie es sei: „Du musst in deinen Körper reingucken“, sagt er. „Ich merke sofort, wenn der Puls zu hoch ist.“ Fit genug für Läufe des kommenden Jahrs fühlt er sich aber. Und so steht zunächst wieder der Halbmarathon in Tangermünde im April auf seinem Programm. Natürlich geht es auch wieder zum Rennsteiglauf – für Ernst Wehrstedt der schönste Lauf überhaupt. Von seinen vielen Teilnahmen kann er eine Vielzahl von Anekdoten erzählen.

Gleichwohl wird er diesmal „nur“ den Halbmarathon auf der bergigen Strecke laufen. eine Frau hat ihn dazu überredet, und selbst findet er, dass dies in seinem Alter auch reiche – was ihn nicht davon abhält, der Einladung von Marc Milde zu folgen und auch im kommenden Jahr wieder den ganzen Berlin-Marathon mitzulaufen. Eine Lehre hat er aus diesem Jahr für sich gezogen: „Wichtig ist, dass man ins Ziel kommt.“ Zu einer weiteren Medaille würde er aber sicher auch nicht Nein sagen.

Von Bernd Atzenroth

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