Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Pritzwalk Frühe germanische Spuren in der Prignitz entdeckt
Lokales Prignitz Pritzwalk Frühe germanische Spuren in der Prignitz entdeckt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 13.10.2018
Archäologe Torsten Geue berichtete von den Grabungen. Quelle: Stephanie Fedders
Sarnow

Der Bau von Windrädern stößt nicht immer auf Gegenliebe. Es sei denn, die Anlagen sollen auf historisch interessantem Gebiet entstehen und das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege hält eine archäologische Baubegleitung für sinnvoll. So geschehen zwischen Sarnow und Pritzwalk in den Jahren 2015 und 2016.

Die Entscheidung war ein Glücksfall für die Wissenschaft, die Altertumsforscher legten Spuren einer germanischen Siedlung aus der Kaiserzeit frei. Archäologe Torsten Geue war am Dienstag in der Museumsfabrik Pritzwalk zu Gast und berichtete einigen wenigen Interessierten über die erkenntnisreichen Ausgrabungen. Dabei sind die Funde von gewisser Bedeutung, wurden in der Prignitz doch vorher noch keine so frühen Siedlungsplätze germanischen Ursprungs ausgegraben.

Funde ließen sich in die römische Kaiserzeit datieren

Nach monatelanger, erfolgloser Buddelei zwischen Schnee, Wasser und Matsch wurde das kleine Team auf den letzten Metern doch noch belohnt. Eine „beachtliche Konzentration von Scherben“, erinnert sich Geue, kam ans Tageslicht. Fragmente von Vorratsgefäßen mit Zickzackmuster sowie Feinkeramik mit schwarz polierter Oberfläche, auf der deutlich so genannte Rollrädchenmuster zu erkennen waren.

Zusammen mit den Resten eines Grubenhauses ließen sich die Funde in die römische Kaiserzeit datieren, die von Christi Geburt bis ins Jahr 375 reicht. Vermutlich handelt es sich um Hinterlassenschaften des germanischen Stammes der „Elbgermanen“, die zu dieser Zeit in der Prignitz ansässig waren.

Töpferofen skandinavischen Ursprungs wurde in der Prignitz verwendet

Spannende Erkenntnisse versprach auch der an einer weiteren Stelle untersuchte Querschnitt gebrannten Lehms, der als Töpferofen identifiziert werden konnte. „Dieses Modell gibt es eigentlich nur in Skandinavien“, wundert sich Torsten Geue. Er hat den bislang südlichsten Vertreter dieser Töpferofengattung freigelegt. Wie er in die Prignitz gelangte, darüber lässt sich nur spekulieren. Vielleicht hat ein Wanderarbeiter aus dem hohen Norden, der in den Siedlungen gearbeitet hat, die Kenntnisse für den Bau mitgebracht.

Auch die Fortsetzung der Grabungen im Jahr 2016 war vielversprechend. Obwohl die Oberfläche bis zu einer Tiefe von 40 Zentimetern umgepflügt war, ließen sich Reste eines Pfostenbaus nachweisen, die zu einem zweischiffigen Langhaus gehört haben könnten. Daneben wurden zwei Grubenhäuser identifiziert, in denen Handwerk betrieben wurde. Sie stammen ebenfalls aus der frühen römischen Kaiserzeit. Unter den Keramikfunden war ein Knopfhenkel aus der Mitte des zweiten Jahrhunderts für Torsten Geue das herausragende Stück, ist er doch der Form einer Gewandnadel nachgeahmt. Solche Exemplare sind hauptsächlich zwischen Ostholstein und der Prignitz anzutreffen.

Rote Beete und Rindersuppe auf dem Speiseplan

Eine weitere interessante Erkenntnis ist einer relativ jungen Untersuchungsmethode zu verdanken. Mit Hilfe der Proteinanalyse wurde festgestellt, dass es sich bei Brandresten in den Gefäßen einmal um Rote Beete und ein anderes Mal um Rindersuppe gehandelt hat. Vertraute Produkte, die auch heute noch auf den Tellern zu finden sind.

A pro pos finden: Torsten Geue ist sich sicher, dass der Boden am Rande von Sarnow noch mehr Geheimnisse birgt. Und die Zeit drängt: „Ich hoffe, dass irgendwann auf dem Acker weiter gegraben werden kann. Die Funde sind akut gefährdet durch die Landwirtschaft.“

Von Stephanie Fedders

Ein Alarm führte die Pritzwalker Feuerwehrleute am Montagnachmittag zur Rettungswache. Dort brannte ein BMW, der offenbar von einer 16-Jährigen angezündet worden war.

09.10.2018

Die Pritzwalker Stadtbibliothek wird 40 Jahre alt und das soll am Dienstag, 16. Oktober, gefeiert werden. Neben geladenen Gästen sind auch Bürger herzlich willkommen. Am Abend tritt dann der Sprachkünstler Alexander Finkel auf.

08.10.2018

Ein Auto geriet am Montagnachmittag vor der Rettungswache in Pritzwalk in Brand. Es wurde völlig zerstört. Die Pritzwalker Feuerwehr war mit 13 Mann im Einsatz.

08.10.2018