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Pritzwalk Falsche Propheten und stille Landschaften
Lokales Prignitz Pritzwalk Falsche Propheten und stille Landschaften
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17:20 28.08.2018
Demerthin mal anders, aus der Sicht des Künstlers Horst Dietzel. Quelle: Bernd Atzenroth
Pritzwalk

Die Stille der Prignitzer Dörfer hat es Horst Dietzel angetan. Seit er, der sonst im lauten Berlin lebt, die Sommermonate auf einem Bauernhof bei Hoppenrade verbringt, versucht er diese Stille auch in Bildern festzuhalten – oft leicht stilisierten Motiven ohne Schnörkel, ob sie nun Demerthin, Perleberg oder Schloss Grube zeigen.

Eine Auswahl dieses Teils seines Schaffens, meist in kleinem Format gehaltene Acrylbilder ist ab dem kommenden Samstag, 1. September, im alten Stadt- und Brauereimuseum zu sehen, in dem jetzt die Kunstfreunde Pritzwalk ihr Domizil haben.

„Irrwege – der falsche Prophet“ – das Tryptichon hat Künstler Horst Dietzel eigens für die Ausstellung in Pritzwalk geschaffen Quelle: Bernd Atzenroth

Doch der Titel der Ausstellung, „Real-Unreal“, zeigt dass es hier weit mehr zu sehen gibt, Bilder, in denen reale Menschen in eine unreale Welt gepflanzt sind, verallgemeinerte Figuren, keine unterschiedlichen Individuen, wie Horst Dietzel erklärt. „Sie agieren in verschiedenen Situationen. Sie schreiten, stürzen, sitzen, streben nach Höherem oder fallen“, beschreibt der 75-Jährige die Figuren in seinen Werken. Die Titel der Arbeiten lauten „Einsam“, „Isoliert“ oder auch „Begierde“.

Am Dienstag waren Dietzel und seine Frau Karin zusammen mit dem Vorsitzenden der Kunstfreunde Pritzwalk, Horst Kontak, und dessen Frau Ingrid dabei, die etwa 60 Bilder im ehemaligen Foyer des Stadt- und Brauereimuseums sowie im Ausstellungsraum und auf der Empore aufzuhängen. Dort war in einer Reihe schon eine ganze Serie der „Real-Unreal“-Bilder an ihrem Platz zu sehen, in diesem Falle Siebdrucke mit einem großen roten Quadrat als Grundfläche, auf der sich die Figuren tummeln.

Typisch mit dem roten Quadrat: Horst Dietzels Siebdrucke zum Thema  "Real-Unreal" Quelle: Bernd Atzenroth

Ein Stockwerk tiefer, im Ausstellungsraum war bereits eines der zentralen Werke der Ausstellung an der Wand aufgestellt: das Tryptichon „Irrwege – der falsche Prophet“, das der Künstler eigens für die Ausstellung, aber für die dafür bestimmte Fläche angefertigt hat. Auf dem linken und auf dem rechten Teil des dreigeteilten Werks sieht Figuren, die sich entweder dem Propheten zuwenden oder sich von ihm abwenden.

In der Mitte erscheint der falsche Prophet in leuchtenden, nahezu blendenden Farben. Seine Botschaft spaltet – ein höchst aktuelles Thema angesichts sehr realer Entwicklungen. Daneben viele weitere, fast surreal anmutende Bilder. in denen man wieder die beschrieben Figuren findet, oftmals auch in Form von Collagen.

Variationen der Skyline am Potsdamer Platz

Horst Dietzel wurde 1943 in Eisenach geboren, studierte in den sechziger Jahren Kunsterziehung und Geschichte an der Humboldt-Universität in Berlin. Bis zur Wende war er als Sozialwissenschaftler tätig und promovierte zur deutschen Sozialdemokratie.

Im Verlauf der neunziger Jahre widmete er sich wieder verstärkt seiner künstlerischen Arbeit, belegte Kunstkurse im Kunsthaus Prenzlauer Berg. Er beschäftigte sich damals mit Aktmalerei und vor allem mit Berlin-Motiven. Die sind auch in seiner Ausstellung in Pritzwalk zu besichtigen, etwa seine Darstellung des Kanzleramtes als neues Schloss oder seine verschiedenen Versuche, die Skyline am Potsdamer Platz zu verfremden.

Das Kanzleramt in Berlin aus der Sicht des Künstlers Horst Dietzel. Quelle: Bernd Atzenroth

Einen Blick konnte man beim Ausstellungsaufbau auch in die Räumlichkeiten der Kunstfreunde Pritzwalk werfen, die bekanntermaßen von ihrem ehemaligen Ausstellungsraum an der Marktstraße komplett ins Museum umgezogen sind. Das ehemalige Büro neben dem Foyer erinnert mit vielen Plakaten jetzt an die verschiedenen Aktivitäten und Ausstellungen der Kunstfreunde in den vergangenen Jahren.

Die Ausstellung mit Bildern von Horst Dietzel wird am Samstag, 1. September, um 15 Uhr eröffnet. Für die Beköstigung sorgen diesmal die Pritzwalker Landfrauen.

Von Bernd Atzenroth

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