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Pritzwalk Großer Zulauf für historischen Stadtrundgang
Lokales Prignitz Pritzwalk Großer Zulauf für historischen Stadtrundgang
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00:18 09.10.2018
Das Ende des Räubers Klemens kam vor dem Rathaus zur Aufführung. Quelle: Bernd Atzenroth
Pritzwalk

Stadtgeschichte fasziniert nicht nur Hobbyhistoriker, sondern auch den einfachen Bürger. So erklärt sich der große Zulauf für den historischen Stadtrundgang am Freitagabend in Pritzwalk. Schätzungsweise 150 Menschen bewegten sich, teils historisch gewandet und mit Fackeln ausgestattet, von der Museumsfabrik aus durch die Innenstadt.

Überraschendes zur Stadtgeschichte und neue Schilder an Häusern mit historischen Daten – der historische Stadtrundgang in Pritzwalk hatte Einiges zu bieten. Sehen Sie selbst.

An mehreren Stellen spielten Pritzwalker Gymnasiasten historische Szenen nach und thematisierten dabei wichtige Pritzwalker Marksteine wie das Bierbrauen, den Räuber Klemens oder an der Nikolaikirche auch die Reformation. Vorneweg gingen zunächst der Pritzwalker Spielmannszug, dann Museumsleiter Lars Schladitz, der hin und wieder auch mal vor dem Wolf warnte, und Heike Fuchs, die mit Stadtfahne ausgerüstet war.

Erste Tafel am alten Heimatmuseum enthüllt

Eine ganz besondere Freude war es dabei aber auch Christa Pfeifer von der Innenstadt, zusammen mit Schladitz, Fuchs und der IG-Vorsitzenden Martina Liedtke die erste historische Tafel in Kupfer mit schwarzer Aufschrift an einem Pritzwalker Gebäude zu zeigen und erklären. Ausgesucht hatte man sich dafür das Haus Magazinplatz 8, in dem jetzt die Rechtsanwältin Sigrid Buss ihre Kanzlei hat. „Das war früher das alte Heimatmuseum“, sagte dazu Pfeifer, „früher war es auch mal Spital und nach dem Stadtbrand Salzlager.

Doch es war nicht die einzige Tafel, der Rundgang führte an neun weiteren vorbei. Als die Stadt Pritzwalk im Jahr 1821 abgebrannt war, standen viele Häuser nicht mehr. Sie wurden oft danach wieder aufgebaut. Zehn dieser Häuser tragen jetzt eine historische Plakette, die über ihre Geschichte seit 1821 Auskunft gibt. Zehn weitere Häuser werden eine solche Plakette mutmaßlich zum Pritzwalker Weihnachtsmarkt erhalten. Das ist das Ergebnis der diesjährigen Pritzwalker Aktion, die bei der City-Offensive Westbrandenburg der IHK Potsdam mit einem ersten Preis und 5000 Euro bedacht worden war.

Viele neue Erkenntnisse über die Geschichte der Häuser

Christa Pfeifer, Martina Liedtke und Frank Grütte haben sich dafür richtig in die Recherchearbeit begeben, mit starker Unterstützung des Stadtarchivs. Und dabei kamen viele Dinge zu Tage, von denen selbst Hausbesitzer nichts gewusst.

Kristina Jonas zum Beispiel: „Was ich nicht wusste, war, dass hier auch einmal eine Konditorei drin war.“ Sie würde aber auch interessieren, was vor 1821 war, doch gibt es dazu offenbar keine Unterlagen. Schräg gegenüber, ebenfalls in der Meyenburger Straße, hat Martina Liedtke eine ähnliche Erkenntnis gewonnen. Sie wusste zwar, dass um 1900 der Kürschner Rilke in ihrem heutigen Schreibwarengeschäft war, doch zu ihrer Überraschung hatte er das Haus gar nicht wiedererbaut, sondern zuvor hatte sich hierin bereits eine Schmiede befunden.

„Beim Geschäftshaus Delf hatten wir zunächst gar nichts“, sagte Christa Pfeifer, „und dann kam ganz viel heraus.“ Hier gab es eine Sattlerei, eine Schmiede und von hier ging der erste Haus-zu-Haus-Verkauf aus – eine Frau bot dabei Kaffee feil. Christa Pfeifer hatte sich im Nachgang auch mit Wolfgang Simon, dem Vorsitzenden der Gesellschaft für Heimatgeschichte, zusammengesetzt und die Erkenntnisse ausgewertet.

„Jetzt kommen viele, die noch etwas wissen“

Für Werbepunkt Henning, wo die Schilder produziert wurden, war es wohl keine ganz leichte Angelegenheit. Denn noch in der vergangenen Woche bekamen die Macher bei der IG Innenstadt noch neue Hinweise, so dass manche Plakette noch ergänzt werden musste. Und: „Jetzt kommen ganz viele, die noch etwas wissen“, erzählt Christa Pfeifer, „die letzten Änderungen wurden noch am Donnerstag Mittag eingearbeitet.“

Den Abschluss des Rundgangs bildete ein Stopp an der Marktstraße 30, wo heute die Pflegeeinrichtung Feuerböter untergebracht ist. Hier sollte an den Bürgermeister Doerfel erinnert. Schließlich geht auf den die Gründung eines Verschönerungsvereins zurück, dessen Mitglieder unter anderem große Teile der alten Stadtmauer abgetragen haben, um damit die Häuser nach dem Stadtbrand wieder aufzubauen.

Von Bernd Atzenroth

Die Stadt Pritzwalk hat ein neue Corporate Design, ein neues Logo und einen neuen Wahlspruch. Das Gesamtkonzept wurde jetzt in der Museumsfabrik vorgestellt.

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