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Pritzwalk Kehrbergs Kirche voller Geheimnisse
Lokales Prignitz Pritzwalk Kehrbergs Kirche voller Geheimnisse
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00:22 10.12.2018
Dem Chorraum der Kehrberger Kirche fehlt noch ein neues Dach. Quelle: Stephanie Fedders
Kehrberg

Johann Ludwig Hohenstein ist Fluch und Segen zugleich für den kleinen Ort Kehrberg. Der als „Wunderknabe“ in die Geschichte eingegangene Junge, der das Dorf 1734 zum Pilgerort machte, da er anscheinend Kranke heilen konnte, zieht noch heute Besucher in seinen Bann. Wer sich aber nur auf seine Spuren begibt, der verpasst ein weiteres Stück interessante Geschichte, fährt womöglich sogar daran vorbei, ohne zu wissen, was sich hinter den dicken Mauern verbirgt: Es ist die Kehrberger Kirche, die derzeit herausgeputzt wird.

Seit 2011 wird die Kirche saniert

Das um 1260 gebaute Gotteshaus, das damit zu den ältesten sakralen Bauwerken in der Prignitz gehört, befindet sich gerade auf der letzten Etappe einer umfangreichen Sanierung. 2011 wurde mit dem ersten Bauabschnitt begonnen, der die Restaurierung des Turmes vorsah. Als nächstes waren Handwerker mit dem Mittelschiff beschäftigt, das bereits neu eingedeckt worden ist.

Jetzt gilt die ganze Aufmerksamkeit seit Frühjahr dieses Jahres im dritten Bauabschnitt dem Chorbereich, der das alte Gemäuer zu etwas Besonderem macht. „Die Kirche ist dreischiffig gebaut, das kommt eher selten vor“, erklärt Kehrbergs Pfarrer Christian Gogoll. Trotz der vielen Gerüste, die derzeit im Inneren des Gebäudes bis unter die Decke aufgestellt sind, ist dieses Detail nicht zu übersehen.

Patronatsstuhl gut geschützt vor Schmutz

Genauer hinsehen muss man dafür, wenn man die Wände in Augenschein nimmt. Die so genannte Überputzung wurde entfernt und neu überschlämmt. Die Hoffnung, alte Wandmalereien freizulegen, erfüllte sich zwar nicht, dafür entdeckten die Fachleute über der Tür eines Nebeneinganges Weihekreuze. Sie wurden wahrscheinlich bei der Kirchweihe mit Weihwasser besprengt.

Den Bogen zur Familie von Winterfeld, lange Zeit Gutsherren in Kehrberg, schlägt ein besonderes Stück, dass derzeit in einer großen Holzkiste vor Schmutz und Staub gut geschützt ist: Der Patronatsstuhl. Lange Jahre besaß die Familie die Schirmherrschaft und damit das Patronat über die Kehrberger Kirche. Das erklärt die Existenz dieses wertvollen Inventars, zu dem im Eingangsbereich auch eine Gedächtnistafel aus Holz gehört, auf der der Kauf des Gutes vermerkt ist.

Grabkreuz auf dem Friedhof wiederentdeckt

Der Stuhl stammt aus dem Jahr 1662 und soll ab Frühjahr 2019 vor Ort restauriert werden. Besonderes Augenmerk gilt dann den Malereien auf der Tür. Und damit die nach den Arbeiten besser zur Geltung kommen, möchte der Förderverein der Kirche in Abstimmung mit der Kirchengemeinde den Stuhl auf die linke Seite des Chorraumes stellen.

Finanzielle und ideelle Unterstützung beim Erhalt der Kirche erhalten alle Aktiven von den Nachkommen der Familie von Winterfeld, die heute noch den Kontakt nach Kehrberg halten. „Sie legen großen Wert darauf, dass hier etwas passiert“, schildert Irina-Lucia Wilhelm, die sich als Mitglied des Gemeindekirchenrates für die Kirche engagiert.

Gut sichtbar steht im Vorraum der neueste „Schatz“, den Wilhelm auf dem Friedhof unter einer Schicht Erde gefunden hat: Das Grabkreuz von Christian August Julius von Winterfeld, gestorben 1844. Ein weiterer Beleg dafür, dass es in Kehrberg mehr zu entdecken gibt als den Wunderknaben.

Von Stephanie Fedders

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