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Pritzwalk Leitungen für das Trinkwasser in der Kritik
Lokales Prignitz Pritzwalk Leitungen für das Trinkwasser in der Kritik
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00:24 30.09.2018
In der Schillerstraße in Pritzwalk soll es nach Aussagen eines MAZ-Lesers viele Rohrbrüche gegeben haben. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Pritzwalk

In einem Zeitraum von drei Jahren sind in der Pritzwalker Schillerstraße bei mindestens fünf Häusern Rohrbrüche registriert worden, beklagt ein MAZ-Leser in einem Brief an die Lokalredaktion. Er bemängelt: Die Leitungen sind über 70 Jahre alt.

„Laut Aussage des Wasser- und Abwasserzweckverbandes haben Rohrleitungen eine durchschnittliche Haltbarkeit von 30 Jahren“, teilt uns der Leser mit. Das wird vom zuständigen Verband auf MAZ-Nachfrage allerdings dementiert.

Rohrleitungen mit langer Lebensdauer

„Zur Nutzungsdauer von Rohrleitungen kann ausgeführt werden, dass keineswegs nach einem Zeitraum von 30 Jahren generell eine Erneuerung vorgenommen werden muss“, so Geschäftsführer Michael Puls vom Wasser- und Abwasserzweckverbandes Pritzwalk. Durch den Verband werde das gesamte Trinkwasserversorgungsnetz stets unterhalten und regelmäßig begutachtet.

„Übersteigt die Reparaturhäufigkeit längerfristig einen durchschnittlichen Wert, kann dies ein Indiz für notwendige umfangreichere Maßnahmen sein“, heißt es in der Mitteilung weiter. Laut Puls können Rohrleitungen so durchaus auch 80 oder 100 Jahre lang ohne gravierende Schäden betrieben werden.

„In der Not unterschreibt zwangsläufig jeder“

Er betont aber auch, dass vereinzelt im Hausanschlussbereich auftretende Rohrschäden nicht maßgebend dafür sind, da derartige Schäden viele andere Ursachen haben können. „Bevor der Wasser- und Abwasserzweckverband diese Schäden behebt, lässt er sich unterschreiben, dass der Kunde für die Kosten der Behebung des Schadens aufkommt“, so der Leser in seinem Brief weiter.

„In der Not unterschreibt zwangsläufig jeder“, meint er. Laut Verband bedarf es in solchen Fällen aber keiner gesonderten Auftragserteilung. „Es handelt sich keineswegs um eine ungewöhnliche, sondern um eine übliche Regelung auf der Grundlage landesrechtlicher Vorschriften, welche Bestandteil unserer Satzungen ist.“

Infos über die Kosten

Auch ohne die besagte Unterschrift des Eigentümers werde der Verband Schäden an Grundstücks- und Hausanschlüssen reparieren sowie die Leitungen bei Bedarf erneuern, wofür ein Kostenersatz verlangt wird, besagen die Vorschriften.

„Bereits 2008, als der Punkt in die Satzung aufgenommen worden ist, sollen die Leitungen weitaus älter als 50 Jahre gewesen sein“, meint der MAZ-Leser. Er fügt hinzu, dass die Anwohner auch nicht im Voraus auf diese veralteten Leitungen und das damit bestehende Kostenrisiko hingewiesen wurden. „Die Rohrbrüche mit den folgenden hohen Schäden hat der Verband wissentlich einkalkuliert.“

Verband keine Kritik bekannt

Auch diese Aussage hat der Wasser- und Abwasserzweckverband dementiert. Er gibt zu Protokoll, auf Kundenwunsch in den zurückliegenden Jahren etwa 70 bis 80 Prozent der Grundstücks- und Hausanschlüsse in der Schillerstraße ohne Probleme erneuert zu haben.

„Zur Verfahrensweise des Verbandes gab es hierbei keine Kritik, da den Eigentümern die notwendigen Informationen zu den auszuführenden Arbeiten und den anfallenden Kosten umfangreich gegeben wurden“, so der Geschäftsführer.

Regelmäßige Kontrollen und Instandsetzungen

Generell habe der Verband im Stadtgebiet von Pritzwalk bereits zahlreiche Trinkwasserleitungen erneuert. In der Regel erfolge das begleitend zum Straßenbau. Trinkwasserleitungen älteren Datums werden laut Puls regelmäßig überprüft und unterhalten. Mit modernen Methoden wird deren regelmäßige Reinigung vollzogen und über auftretende Rohrschäden werden entsprechende Aufzeichnungen und Auswertungen geführt.

Von Marcus J. Pfeiffer

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