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Pritzwalk Liebeslieder für Asha Vihar
Lokales Prignitz Pritzwalk Liebeslieder für Asha Vihar
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00:20 10.10.2018
Sängerin Anne Koplin und Musikerin Franziska Volkmann begeisterten mit ihren Liebesliedern. Quelle: Bernd Atzenroth
Pritzwalk

Für Bürgit Pache war dies ein sehr emotionaler Abend: „Es geht ans Herz, wenn sich ehemalige und Noch-Schüler so engagieren“, findet die mittlerweile im Ruhestand befindliche Ex-Lehrerin des Pritzwalker Gymnasiums angesichts eines tollen Konzertabends zugunsten des indischen Hilfsprojekts Asha Vihar. Am Freitagabend hatten in der Aula des Gymnasiums Anne Koplin und Franziska Volkmann „Lovesongs“, also Liebeslieder, dargeboten und ihr Publikum zu stehenden Ovationen hingerissen. Unterstützung hatten die stimmgewaltige Koplin und ihre multitalentierte musikalische Begleiterin von jungen Tänzerinnen und einer Rezitatorin aus dem Schülerinnenkreis sowie Peter Jekal mit gelegentlichen Saxophoneinlagen.

Bürgit Pache erläuterte das Projekt Asha Vihar, das vom Pritzwalker Gymnasium seit 1997 unterstützt wird. Quelle: Bernd Atzenroth

An Anne Koplin ist eine Entertainerin verloren gegangen, so viel jedenfalls war am Ende des Abends klar. Sie animierte die Zuschauerinnen und Zuschauer in der prallvoll besetzten Aula zum Mitschnippen und Mitklatschen. Deutschsprachiges Schlagerliedgut wie „Ich will keine Schokolade“ und „Schuld war nur der Bossanova“ stand ebenso auf dem Programm wie internationale Hits. „Son of a preacherman – so haben Sie es noch nie gehört“, kündigte Anne Koplin an, bevor sie den alten Dusty-Springfield-Oldie fingerschnippend und von Franziska Volksmanns Pianospiel begleitet interpretiert – das Schnippen ging schließlich in ein Klatschen über.

Für alle Akteure gab es auf der Bühne noch ein Dankeschön. Quelle: Bernd Atzenroth

Anne Koplin bekundete, die Texte von Peter Maffay zu lieben. „Der Peter verfolgt mich schon seit meiner Kindheit“, erklärte sie den Zuhörerinnen und Zuhörern. Sie sei schon durch ihre Mama auf ihn gekommen und nun durch ihren Lebensgefährten, für den sie sodann den Maffay-Song „Weil es Dich gibt“ intonierte. Bei so viel Liebe dürfte dann die „Greatest Love of all“ von Whitney Houston, richtig gut von Anne Koplin gesungen, zum krönenden Abschluss nicht fehlen.

Schon 60 000 Euro für Asha Vihar gespendet

Wie viel diesmal für Asha Vihar zusammengekommen ist, ließ sich nach dem Konzert noch nicht sagen. Insgesamt war es in den vergangenen 21 Jahren eine beträchtliche Spendensumme, laut Bürgit Pache über 60 000 Euro. Zuletzt hatten die Pritzwalker am 24. Mai 3700 Euro überwiesen, die im Zeitraum von einem Jahr gesammelt und sinnvoll eingesetzt worden waren. „Wir haben miterlebt, wie es gewachsen ist“, berichtete Bürgit Pache, die selbst auch neun Jahre nach einem Besuch in Asha Vihar immer noch unter dessen Eindruck steht.

Das „mitten in der Pampa“ liegende Asha Vihar besteht aus zwei Haupteinrichtungen. Das ist zum einen das Gesundheitszentrum mit täglich 170 ambulanten Patienten und 50 bis 60 Personen die hier stationär untergebracht sind. Sie hat mittlerweile auch Außenstellen in den umliegenden Dörfern, weil viele Menschen dort nichtmobil sind.

Sängerin Anne Koplin und Musikerin Franziska Volkmann begeisterten mit ihrer Auswahl an Liebesliedern. Quelle: Bernd Atzenroth

Zum anderen ist da das Kinderdorf Asha Vihar, in dem derzeit 37 Kinder leben – Waisen, Halbwaisen und „zehnte Kinder“, deren Eltern mit der Erziehung überfordert sind. „Es wird stark sortiert, welche Kinder da hindürfen, da die Aufnahmekapazitäten begrenzt sind.“ Bürgit Pache berichtet von den ersten Kindern von Asha Vihar, die mittlerweile aus dem Hilfsprojekt herausgewachsen sind: Anita, die ein Schulpraktikum in Schwanewede absolviert hat, aber jetzt wieder in ihre Heimat zurück will, und Sun-shine, der auf dem Wege ist, Ingenieur zu werden.

Weitere Aktivitäten zugunsten des indischen Hilfsprojekts stehen an. So wird wieder Apfelsaft zugunsten von Asha Vihar verkauft. Gesammelte Äpfel werden von Familie Asse zu Saft gepresst, der wiederum vom Gymnasium komplett zugunsten von Asha Vihar veräußert wird. „Da kommt immer ein großer Betrag zusammen“, weiß Bürgit Pache, die sich mit Lehrerin Ines Dallmann zusammen weiterhin dem Hilfsprojekt widmet. Daneben gebe es „alle möglichen anderen Aktivitäten und solche Konzerte“. Vor der Aula nahmen die Schülerinnen und Schüler mit dem Verkauf von Essen und Trinken weiteres Geld für Asha Vihar ein.

Geld für Schuluniformen und Moskitonetze

Das Geld wird auch benötigt – etwa um die Vorsorge- und Schulkosten für die Kinder zu tragen oder auch, um Moskitonetze finanzieren zu können – alles für Summen, die für deutsche Verhältnisse überschaubar, aber in einem indischen Dorf nicht zu tragen sind.

Den besten musikalischen Kommentar an alle Spender lieferte Franziska Volkmann, als sie beim Schluss des Konzerts ein Danklied aus der Schokoladenwerbung anstimmte – „Merci“.

Von Bernd Atzenroth

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