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Pritzwalk Pritzwalker Schülerfirma entwirft Holzbasteleien
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00:24 06.12.2018
Schon seit vielen Jahren wirken Arno Fischer, Kira Isenberg und Laura Pelikan (v.l.) bei der Konstruktion und Produktion der Holzarbeiten innerhalb der Schülerfirma mit. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Pritzwalk

„Oft stellen es sich viele sehr einfach vor, doch das ist es nicht“, so Godert Wuttke, Lehrer am Pritzwalker Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium. Er betreut die Schülerfirma „Holzaufholz“ der Schule und weiß genau, wie viele Stunden harte Arbeit hinter ihren Holzarbeiten steckt.

Es geht nicht um die Handarbeit

Zuerst kommt die Idee, dann wird gezeichnet und teilweise über ein halbes Jahr lang alle Daten in den Computer eingeben. „Bei uns geht es nicht um die Handarbeit. Die Schüler lernen, wie ein Ingenieur arbeitet“, sagt er. Konstruiert wird digital. Eine computergesteuerte Fräse erledigt dann die Arbeit unter Aufsicht.

Saisonartikel wie Schmuckbögen für das Weihnachtsfest sind nur eins der Standbeine der an der Firma mitwirkenden Schüler. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Gerade jetzt vor Weihnachten läuft der Betrieb auf Hochtouren. Im Sommer haben die Schüler der siebten bis zwölften Klassen mit den Vorbereitungen begonnen. Entstanden sind unzählige Schmuckbögen, Fensterbilder aus Holz sowie viele weitere anspruchsvolle Weihnachtsbasteleien. Am Samstag hatten die Schüler ihren eigenen Stand beim Weihnachtsmarkt in Groß Woltersdorf.

Schüler agieren in Eigenverantwortung

Die vor acht Jahren ins Leben gerufene Schülerfirma ist eine Aktiengesellschaft unter dem Dach der Schule. Das Unternehmen verfügt über ein Stammkapital von 200 Euro. Die Eltern haben Anteile gekauft. Mit einer Förderung vom Land Brandenburg hat das Unternehmen eine gesunde Grundlage für das weitere Bestehen.

Aktuell wirken etwa 15 Schüler des Pritzwalker Gymnasiums im Rahmen des Ganztages mit. Es gibt einen Vorstand, Produktionsleiter, Buchhalter und Aufsichtsrat – wie in einem realen Betrieb. „Wir sind ein Unternehmen auf kleiner Flamme“, erklärt Godert Wuttke, wobei die Schüler die volle Verantwortung dahinter tragen.

Weihnachtsmarkt an der Schule

Weihnachtsartikel sind dabei nur eins der vielen Standbeine. Erarbeitet werden auch viele weitere Saisonartikel und auch große Aufträge für Architekturmodelle und Merchandising. „Mittlerweile haben wir schon einen kleinen Bekanntheitsgrad in der Region. Unternehmen kommen auf uns zu“, so der betreuende Lehrer.

Ein großer Renner sind gerade jetzt zu Weihnachten die Schmuckbögen. Laut Wuttke braucht die Fräse dafür etwa drei bis vier Stunden. Im Anschluss müssen alle Einzelteile richtig zusammengesetzt werden. Das habe für die Schüler einen großen Lerneffekt. Ein weiteres großes Event ist auch immer der schuleigene Weihnachtsmarkt, der in diesem Jahr am 10. und 11. Dezember jeweils um 17 Uhr zwischen der Mensa und Goethehalle stattfindet.

Erster Platz beim Innovationswettbewerb

Eine große Bestätigung für ihre geleistete Arbeit bekamen die engagierten Schüler im November. In der Kategorie „Startup-Award“ des Brandenburger Innovationspreises belegte die Pritzwalker Schülerfirma den ersten Platz und können sich nun über ein großes Preisgeld freuen. „Unser Vorstandsvorsitzender hatte uns dort angemeldet. Der Jury scheint unsere Arbeit sehr gefallen zu haben“, sagt Laura Pelikan.

Schon seit vier Jahren macht sie im Unternehmen mit, wohl familiär bedingt. Ihr Vater ist Ingenieur. „Ich habe mich schon immer an der Arbeit mit Holz interessiert“, sagt sie. Als sie sich als Kind ein Puppenhaus wünschte, haben sie und ihre Eltern es nicht gekauft, sondern selbst aus Holz gebaut.

Modell vom Schloss Meyenburg

Ähnlich ist es bei Kira Isenberg und Arno Fischer. Beide sind schon lange bei der Schülerfirma mit dabei. Auch privat sind sie baubegeistert unterwegs. Im Unternehmen beteiligen sie sich aktuell in der Konstruktionsabteilung. „Wichtig ist es kreativ zu sein und immer neue Ideen zu haben“, so Kira Isenberg. Zu einem ihrer größten Aufträge bisher zählt ein Architekturmodell vom Schloss Meyenburg, dass sie gemeinsam mit allen Firmenmitgliedern entwarfen.

Von Marcus J. Pfeiffer

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