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Pritzwalk Treff für Blinde- und Sehbehinderte in Pritzwalk
Lokales Prignitz Pritzwalk Treff für Blinde- und Sehbehinderte in Pritzwalk
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18:58 11.10.2018
Marcus Schuhmacher (r.) beim Treffen in Pritzwalk. Quelle: Fedders
Pritzwalk

Den Welttag des Sehens am Donnerstag hat auch der Blinden- und Sehbehindertenverband Prignitz genutzt, um auf sich aufmerksam zu machen. Vorsitzender Marcus Schumacher war mit weiteren Vorstandsmitgliedern in den Räumen der Awo-Begegnungsstätte Pritz­walk zu Gast und stellte die Arbeit der Bezirksgruppe vor.

Pritzwalk haben sich Schumacher und seine Stellvertreterin Andrea Karnowski für die Informationsveranstaltung ganz bewusst ausgesucht. Ihr Ziel ist es, die ehrenamtliche Arbeit des Verbandes in der Stadt bekannter zu machen und eine Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen. Dafür gibt es im östlichen Teil des Landkreises Nachholbedarf, bislang existieren solche Gruppen nur in Wittenberge und Perleberg. „Für viele ist der Weg dorthin zu weit, daher versuchen wir in Pritzwalk etwas aufzubauen“, erklärt Schumacher.

Viel Arbeit in der Vorbereitung

In Sachen Hilfestellung ist die Führungsriege in der Prignitz gut aufgestellt. Schumacher und Karnowski haben viel Zeit investiert, um in Würzburg einen Beraterkursus des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes zu besuchen. Vier Tagen im April in Bayern folgten sechs Monate intensives „E-Learning“ am heimischen Computer, um Kenntnisse in Bereichen wie Augenkrankheiten, Recht, Geschichte oder psychologische Verarbeitung der Sehbehinderung zu erwerben.

Mehr als 20 Stunden pro Woche verschlang dieses – ehrenamtliche – Engagement. Marcus Schumacher hat das gerne gemacht. „Als ich im Februar den Vorsitz von Richard Liermann übernommen habe, war das der Anreiz, den Kursus zu besuchen“, erinnert sich der Perleberger.

Es ging um persönliche Erfahrungen

Neben Fachwissen war beim Austausch in der Begegnungsstätte vor allem persönliche Erfahrung Gesprächsthema. Ein Film stellte Betroffene und ihre Probleme im Alltag vor. Hinterher nickten alle zustimmend mit dem Kopf. „Das ist uns auch schon passiert“, hieß es unisono. Passanten fehle im Umgang mit Sehbehinderten oftmals die Erfahrung.

Wer sich mit dem Abzeichen an der Jacke – drei schwarze Punkte auf gelbem Grund oder ein Piktogramm, das eine Person mit Stock zeigt – oder dem weißen Stock in der Hand in der Öffentlichkeit bewegt, wird als Zeichen der Hilfe oftmals ungefragt angefasst, um zum Beispiel über die Straße begleitet zu werden. Das kommt aber nicht gut an. „Mir wäre es lieber, wenn man vorher gefragt wird“, sagt Holger Manikowski aus Wolfshagen.

Scheu vor dem ersten Mal

Auch die Benutzung des weißen Stocks kostet vielen Überwindung. Holger Manikowski, der an der Retinitis Pigmentosa leidet, kann von einer gewissen Scheu berichten, als er das Hilfsmittel erstmals eingesetzt hat. „Man muss sich überwinden. Jetzt fühle ich mich viel sicherer und werde akzeptiert.“

Wer Hilfe sucht, kann sich an Marcus Schumacher unter 0173/4 98 26 87, oder Andrea Karnowski unter 03877/7 27 35 wenden. Informationsmaterial liegt in der Kreisverwaltung, den Bibliotheken, bei Augenärzten und in der Awo-Begegnungsstätte in Pritzwalk, Hagenstraße 21a, aus.

Von Stephanie Fedders

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