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Pritzwalk Großbrand mit chemischen Stoffen simuliert
Lokales Prignitz Pritzwalk Großbrand mit chemischen Stoffen simuliert
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00:31 01.05.2018
Ein Schwerpunkt der Übung lag unter anderem bei der Brandbekämpfung mit Schaum. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
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Falkenhagen

Bei einer Firma im Gewerbegebiet von Falkenhagen schlug die Brandmeldeanlage im Produktionsbereich Alarm. Aus nicht geklärter Ursache kam es zu einem Brand. Zu diesem Einsatzszenario kam es am Samstagvormittag.

Stadtbrandmeister Volker Lehmann hatte diese Ausbildung angesetzt. „Der Betrieb arbeitet mit chemischen Stoffen. Die Anlage ist sicher. Doch es kann immer etwas passieren“, so Lehmann. Ohne Sonderrechte und Martinshorn ging es für die Feuerwehren zum Einsatzort.

Die Feuerwehren der Stadt Pritzwalk übten den Ernstfall. In einem Betrieb im Gewerbegebiet in Falkenhagen löste die Brandmeldeanlage aus. Vor Ort entwickelte sich das Übungsszenario zu einem Gefahrguteinsatz. Es sei ein Training des Zusammenspiels zwischen den Einsatzkräften und der unterschiedlichen Technik.

Von drei unterschiedlichen Standorten aus begannen die Arbeiten vor Ort. Für einen Teil der Einsatzkräfte hieß es, die stationäre Löschanlage mit Wasser zu befüllen. Dafür legten sie eine lange Schlauchleitung von der Wasserentnahmestelle, dem Hydranten, bis hin zum Objekt.

Um ein Übergreifen des Brandes auf andere Objekte zu verhindern, hat ein anderer Teil der Feuerwehrmänner eine sogenannte Riegelstellung aufgebaut. Dabei werden Wasserwände erzeugt, so dass kein Funke mehr gefährlich wird und darin erlischt. Eine weitere Aufgabe bestand darin, eine gefährdete Tankgruppe mit Wasser zu berieseln, um diese zu kühlen und zu schützen.

Die Riegelstellung schützt ein Gebäude vor dem Übergreifen der Flammen durch eine Wasserwand Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Mit scharfen Worten, die auch mal etwas lauter wurden, gingen die Einsatzkräfte strukturiert vor. Alles verlief koordiniert. Auch bei der wohl größten Aufgabe, dem Vorgehen bei einem Gefahrguteinsatz. Es ist ein Einsatz mit gefährlichen Stoffen.

Messungen vor Ort sollen zeigen, ob chemische Stoffe austreten. Dabei haben die Einsatzkräfte im Übungsszenario eine leblose Person entdeckt – ein Ernstfall, der jederzeit zur Realität werden kann.

In sogenannten Chemiekalienschutzanzügen ging ein Trupp zur Rettung einer Person im Gefahrguteinsatz vor. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Gefahrstoffe konnten vor Ort nicht ausgeschlossen werden. Sofort machten sich die Feuerwehrmänner in Chemikalienschutzanzüge bereit, grüne Anzüge, die gegen einen Großteil der Gefahrstoffe für einen kurzen Moment lang resistent sind. Sie gingen zur Rettung vor.

Gleichzeitig haben weitere Einsatzkräfte eine sogenannte Dekontamination aufgebaut, eine Anlage, bei der die Personen, die mit Gefahrstoffen in Kontakt getreten sind, gereinigt werden können. Ein langwieriger Aufbau, der allerdings ohne Probleme vonstatten ging.

Zügig war die Dekontamination aufgebaut, eine Anlage, bei der die Personen, die mit Gefahrstoffen in Kontakt getreten sind, gereinigt werden können. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

81 Einsatzkräfte aus zwölf Feuerwehren mit 21 Fahrzeugen, bezifferte Volker Lehmann das Großaufgebot an Rettungskräften. Darunter auch Mitglieder der Schnell-Einsatz-Einheit aus Pritzwalk. Ein bis zwei Mal im Jahr finde eine Grundausbildung in diesem Maße statt.

„Jede Feuerwehr hat andere Technik. Es ist wichtig, dass wir diese untereinander kennen und im Einsatzfall miteinander arbeiten können“, sagt Lehmann. Derartige Großschadenslagen sind zwar selten, kommen aber durchaus vor. die Ausbildungen in breiter Masse so wichtig.

Die Wasserversorgung steht, die Menschenrettung kann beginnen. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Am Samstag lagen die Schwerpunkte bei der Wasserversorgung, dem Aufbau der Riegelstellung, dem Einsatz unterschiedlicher Löschmittelvorrichtungen für die Brandbekämpfung und der Anwendung der sogenannten Gams-Regel. Sie ist vor allem bei Gefahrguteinsätzen wichtig.

Der Ablauf lautet: Gefahr erkennen, Absperren und Absichern, Menschen retten und Spezialkräfte anfordern. Gefahrguteinsätze kann es jederzeit geben, das hat die Vergangenheit gezeigt und darauf wollen die Einsatzkräfte vorbereitet sein.

Von Marcus J. Pfeiffer

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