Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Pritzwalk Wie die Pritzwalker Tuchfabrik zum Symbol für die Industrialisierung wurde
Lokales Prignitz Pritzwalk Wie die Pritzwalker Tuchfabrik zum Symbol für die Industrialisierung wurde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:53 02.12.2018
Die neue Museumsfabrik in Pritzwalk wurde im Februar mit einer Ausstellung mit Werken des Künstlers Johannes Heisig eröffnet. Quelle: Bernd Atzenroth
Pritzwalk

Jeden Tag öffnen wir im MAZ-Adventskalender ein Türchen und erzählen die Geschichte eines besonderen Gebäudes aus der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. Diesmal: Die Museumsfabrik.

Es ist das wichtigste Bauprojekt des vergangenen Jahrzehnts in Pritzwalk: Knapp neun Millionen Euro sind in die Sanierung der Pritzwalker Tuchfabrik geflossen. Das Projekt habe für Pritz­walk die gleiche Bedeutung wie „Stuttgart 21“ für Stuttgart und der BER für Berlin, hatte dereinst einmal der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Klaus-Peter Garlin, gesagt – mit dem Unterschied, dass die Sanierung an der Dömnitz ohne die Komplikationen bei den anderen genannten Projekten verlief. Bürgermeister Ronald Thiel glaubt, mit dem Museumsstandort einen Ansatz für ein künftiges Alleinstellungsmerkmal der Stadt Pritzwalk zu haben.

Das Leben der Stadt geprägt

Die Geschichte der Stadt ist eng mit diesem Gebäude verwoben. Die Draegersche Tuchfabrik hat im 19. und frühen 20.Jahrhundert das Leben in der Stadt geprägt. Sie ist eine Keimzelle des späteren Industrieimperiums der Familie Quandt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Tuchfabrik aber auch für etwas anderes: Sie wurde zum Sitz der Kreisverwaltung, die es damals in Pritzwalk gab. Als vor 25 Jahren der Kreisstadtstatus verloren ging, stand auch die Tuchfabrik schnell leer. Nun ist sie gleichermaßen moderner Bildungsstandort, komfortabler Wohnraum für 30 Mietparteien und vor allem eins: Museum. Dieses trägt nach einer Entscheidung vom August 2017 nun den Namen „Museumsfabrik“. Das passt, denn künftig soll hier beispielhaft die Geschichte der Industrialisierung in Pritzwalk thematisiert werden.

Museum am 11. Februar eröffnet

Künftig deswegen, weil davon noch nicht allzu viel zu sehen ist. Denn das Museum ist zwar bereits am 11. Februar offiziell eröffnet worden, doch hatte Thiel schon damals einräumen müssen, dass dann noch nicht alles erledigt sein wird. 2018 sei noch viel zu tun, hatte damals auch Museumsleiter Lars Schladitz eingeräumt. Nach und nach solle die neue Dauerausstellung installiert werden. Ende 2018 ist man damit aber noch längst nicht fertig. Bislang ist die alte Streckenthiner Museumsdruckmaschine an ihren neuen Standort gewandert. Ansonsten ist dann erst kürzlich eine weitere Maschine angeliefert worden.

Wer also jetzt das Museum besichtigen will, findet in der ausstellungslosen Zeit also noch weitgehend leere Hallen vor, wobei dafür der Ausblick vom Turm auf die Stadt entschädigt. Ein paar Ausstellungen gab es aber auch, die alle eine Ahnung davon gaben, wie toll in den großzügigen Räumen alles wirkt. Exemplarisch sei die großartige Eröffnungsausstellung mit meist großformatigen Bildern von Johannes Heisig genannt. Gespannt darf man sein, wie die Schau mit Bildern des Street-Art-Künstlers Robi the dog, die am Samstag um 14 Uhr eröffnet wird, hier ankommen wird.

Pritzwalker Landfrauen zogen offiziell ein

Getan hat sich natürlich trotzdem Einiges im abgelaufenen Jahr: Die Verbindungsbrücke zwischen neuem und altem Museumsteil ist, wenn auch mit zeitlichen Verzug, fertiggestellt worden. Danach bezogen die Kunstfreunde Pritzwalk ihr neues Domizil im alten Museumsteil. Erst am Freitag sind dort auch die Pritzwalker Landfrauen offiziell eingezogen. Eine Bereicherung ist sicher das neue Museumscafé.

Lesen Sie in der MAZ-Adventskalenderreihe auch:

Der einstige Paulinenauer Bahnhof in Neuruppin

Von Bernd Atzenroth

Die Museumsfabrik in Pritzwalk zeigt eine neue Sonderausstellung mit Werken des vor zwei Jahren verstorbenen Street-Art-Künstlers Robi the Dog. Farbenfrohe Bilder beschäftigen sich mit Gesellschaft.

04.12.2018

Die Stadt Pritzwalk geht fest davon aus, den Betrieb des Streichelzoos im Hainholz aufrecht erhalten zu können. Auch die Mitglieder des Hauptausschusses signalisierten Unterstützung.

29.11.2018

Die Stadt Pritzwalk lud die Senioren zur Weihnachtsfeier ein. Mehr als 250 Gäste folgten der Einladung und erlebten einen unterhaltsamen Nachmittag.

28.11.2018