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Pritzwalk Geburtstagskind Aurora bekommt Sterntaler
Lokales Prignitz Pritzwalk Geburtstagskind Aurora bekommt Sterntaler
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00:22 10.02.2019
Das war ein besonderer Geburtstagsbesuch (v. l.): Pritzwalks Bürgermeister Ronald Thiel, Aurora Stricker, ihre Mutter Kristin Stricker und der Prignitzer MAZ-Chefreporter Bernd Atzenroth. Quelle: Andreas König/Stadtverwaltung Pritzwalk
Pritzwalk

Ein Geburtstagsgeschenk vom Bürgermeister bekommt nicht jeder: Ronald Thiel hatte am Donnerstag Aurora Stricker eine Kleinigkeit mitgebracht. Doch das eigentliche Geschenk war ein anderes: Die MAZ und die Stadt Pritz­walk hatten sich den 8. Geburtstag der kleinen Aurora ausgesucht, um offiziell die gesammelten MAZ-Sterntaler zu übergeben.

Wie bereits berichtet, gehen aus der weihnachtlichen Spendensumme 750 Euro an Aurora. Das Kind hat Diabetes-Typ 1, die weit schwerer behandelbare Variante der Krankheit – ihre Mutter sammelt nun Geld, um ihr die Anschaffung eines diabetischen Warnhunds zu ermöglichen. Insgesamt sind dabei, die Sterntaler eingeschlossen, schon 2598 Euro zusammengekommen.

Die Ausbildung macht einen Warnhund so teuer

Ein Warnhund wäre für Strickers eine große Hilfe, zumal Aurora eher zu spät selbst bemerkt, wenn sie unterzuckert ist. Erst jüngst hat ein Züchter aus Wusterhausen einen Hund angeboten. Aber das Tier muss auch passen, und wahrscheinlich kommt dieser Hund nicht in Frage. Mit der Anschaffung eines Hundes ist es ohnehin nicht allein getan: Das Tier benötigt eine intensive Ausbildung – ein Hauptpunkt, der die Angelegenheit so teuer macht. Die bisherige Spendensumme reicht nicht mal zur Hälfte, um die ganze Sache zu finanzieren.

Doch leider nicht jede Reaktion auf die Spendensammlung war positiv, wie Kristin Stricker erzählt. Die MAZ ist aber überzeugt, dass das Spendengeld hier gut angelegt ist. „Die Aktion dient dazu, um an solchen Stellen Hilfe zu leisten“, betonte auch Ronald Thiel. Die Stadt und die MAZ kooperieren seit Jahren bei der Sterntaler-Aktion.

„Man bleibt auf vielen Kosten sitzen“

Neid ist auch nicht angebracht: Kristin Stricker kann aufgrund der Erkrankung ihrer Tochter nicht Vollzeit arbeiten. Da ihr Pflegegrad 2 nicht bewilligt wurde, bekommt sie nach der Einstufung für Pflegegrad 1 lediglich 40 Euro für Hilfsmittel, die bei der Behandlung der Krankheit und der Pflege notwendig sind. Dieses Geld reicht vorne und hinten nicht aus. „Man bleibt auf vielen Kosten sitzen“, sagt sie, „man muss alles durchkämpfen und sich immer rechtfertigen.“

Es gibt auch eine einfache Erklärung für manches Unverständnis: „Viele verstehen den Unterschied nicht zwischen Diabetes-Typ 1 und Typ 2“, schildert Kristin Stricker ihre Erfahrungen. Mit Typ 2 kann man vergleichsweise gut leben und umgehen. Doch bei Typ 1 kann jeder Fehler im Umgang sofort gefährlich werden. „Jede Mahlzeit, die Kohlehydrate enthält, müssen wir umrechnen“, erklärt die Mutter.

Unkenntnis kann ungewollt zu Ausgrenzung führen

Mit welchen Schwierigkeiten Aurora im Alltag konfrontiert ist, macht ihre Mutter an einem einfachen Beispiel deutlich: Aurora hat ständig ein Handy am Körper, um per Sensor regelmäßig den Blutzuckerspiegel kontrollieren zu können. Die Handynutzung ist aber in Hort und Schule verboten. Das kann zum Problem werden, wenn Aurora das Handy im Notfall nutzen muss und ein Betreuer dafür kein Verständnis aufbringt.

Kristin Stricker bat Thiel, sich dafür einzusetzen, dass Betreuer für den Umgang mit jeglicher chronischen Erkrankung geschult werden, weil Unkenntnis ungewollt zu Ausgrenzung führen kann. Sie verwies darauf, dass es 2018 in der Prignitz 21 neue Fälle von Kindern mit Diabetes-Typ 1 gegeben hat. Thiel versprach, ihr Ansinnen als Anregung mitzunehmen.

Kontakt zu anderen Betroffenen gesucht

Kristin Stricker hat gerade einen Onlinekurs begonnen, den die Associata Assistenzhunde Gruppe in Sargleben (Gemeinde Karstädt) jetzt anbietet. Hier geht es um Fragen rund um das Thema Warnhund. Motivierend war für die Mutter ein Besuch auf dem Diabetes-Tag in Berlin; gut aufgenommen wurde ihre Tochter auch im Pritzwalker Ekidz. Sie selber trägt sich mit dem Gedanken, eine Selbsthilfegruppe zu gründen – ein paar Kontakte zu Eltern, die das gleiche Problem haben, bestehen schon.

Von Bernd Atzenroth

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