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Pritzwalk Schermaschine aus Chemnitz geliefert
Lokales Prignitz Pritzwalk Schermaschine aus Chemnitz geliefert
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00:21 16.07.2018
Alle packen mit an und schieben die 2,5 Tonnen schwere historische Schermaschine mit vereinter Kraft über den Hof. Sie ist ein bisschen kopflastig. Quelle: Beate Vogel
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Pritzwalk

Museumsleiter Lars Schladitz ist die Anspannung anzumerken. Gerade schweben etwa 2,5 Tonnen Fracht an der Toreinfahrt zur Museumsfabrik Pritzwalk vom Laster. Und die ist kostbar, in mehrfachem Sinne: Die historische Schermaschine aus den 1930er Jahren ist nicht nur eine Leihgabe des Industriemuseums Chemnitz, auf die acht gegeben werden muss.

Sie ist seit 70 Jahren die erste Textilmaschine, die wieder in den Mauern der einstigen Pritzwalker Tuchfabrik steht. Mit der Schermaschine fällt außerdem der Startschuss für die Ausstellung im kulturhistorischen Museum der Industrialisierung, die im Erdgeschoss präsentiert werden soll.

Unterlegplatten schützen den Boden

Inzwischen haben die Männer die schwere Maschine von der Laderampe gehoben und per Stapler im Hof abgestellt. Mit von Hand gezogenen Palettenwagen geht es ins Museum. Alle packen mit an, auch Lars Schladitz, der die Augen nicht von der Maschine lässt. Auch der Pritzwalker Rechtsamtsleiter Dietmar Sachs verfolgt den Transport.

Die Schermaschine für die Museumsfabrik Pritzwalk wird vom Laster geschoben. Quelle: Beate Vogel

Um den neuen Fußboden im Museum zu schonen, legen die Männer Unterlegplatten aus, auf denen die schwere Fracht zwischen den auf Hochglanz polierten Automobilen zu ihrem vorübergehenden Standort gerollt werden kann. Geduldig nehmen die Arbeiter die Platten hinter der Maschine auf, um sie vor ihr wieder abzulegen.

„Diese Schermaschine stand am Ende der Tuchfabrikation“, erklärt Lars Schladitz. Mit den rotierenden, scharf geschliffenen Walzen schneiden diese Maschinen die überstehenden Fasern von den frisch gewebten Stoffbahnen ab. So wird der Stoff schön glatt.

Mit der Schermaschine kamen aus dem Chemnitzer Industriemuseum auch eine Wollwaage, eine Transportkarre, ein großer Korb und diverse Kleinteile, sagt der Museumsleiter. Zwei Stücken Braunkohle sind auch dabei, aus der Zeit der Industrialisierung. „Wir haben mit den Chemnitzern eine sehr gute Kooperation.“

Große Bereitschaft zur Kooperation

Auch mit anderen Museen in der gesamten Republik verhandeln die Pritzwalker seit langem über Leihgaben, berichtet Dietmar Sachs. „Das geht von Berlin bis zu holländischen Grenze“, sagt er. Da gebe es eine ganz große Bereitschaft zur Kooperation.

Laut Schladitz soll die aktuelle Oldtimerausstellung jetzt abgebaut werden. Einen so genannten Krempel, der bei der Textilherstellung die Fasern für das Garn parallelisiert, habe das Museum bereits von einer Firma aus Thüringen bekommen. „Die Maschine steht auseinander gebaut in Streckenthin“, sagt Amtsleiter Sachs.

Unterlegplatten schützen den Fußboden im neuen Museum. Quelle: Beate Vogel

 

Die Textilmaschinen, die nach und nach in der Museumsfabrik angeliefert werden, sollen in der ehemalige Walke, an der zur Dömnitz gelegenen Wand aufgestellt werden. Sie werden später auf Podesten stehen. „Die Besucher dürfen ruhig miterleben, wie die Dauerausstellung entsteht“, sagt Sachs. Das sei Teil des Museumsprojektes, bekräftigt Museumsleiter Schladitz.

Filme und Fotos ergänzen die Ausstellung

Laut Sachs wird die künftige Ausstellung auch wissenschaftlich aufgearbeitet. In der Decke des Ausstellungsraumes ist bereits die nötige Technik installiert, um später mit einem Beamer Filme oder Fotos an die Wand zu werfen. „Ein Modell der Tuchfabrik soll zeigen, wie die Tuchproduktion und die wichtigsten Produktionsprozesse in Pritz­walk einst vonstatten ging.“ So lasse sich die pädagogische Konzeption auch für Schulen aufbereiten.

Ein, zwei Mal gerät die Schermaschine auf dem Weg zum Stellplatz ganz leicht ins Schwanken. Der 2,5-Tonnen-Koloss ist etwas kopflastig. Vorsichtig wird er zwischen den Säulen an seinen Platz geschoben. Am Ende atmet Lars Schladitz hörbar aus. Geschafft.

Von Beate Vogel

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