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Prignitz Pritzwalker 400-Kilo-Kürbis wächst und wächst
Lokales Prignitz Pritzwalker 400-Kilo-Kürbis wächst und wächst
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02:16 07.08.2015
Vor der Sonne geschützt, wächst der Riesenkürbis wieder im Gewächshaus. Quelle: Claudia Bihler
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Pritzwalk

45 Grad im Schatten waren am Dienstag im Gewächshaus bei Sebastian Lüders in Pritzwalk. „Das hält man nicht so sehr lange aus“, meint der Rekordgärtner aus Pritzwalk, „ohne Pausen und Getränke geht es nicht.“ Doch so durstig wie seine Zöglinge ist der Gärtner nicht: Der diesjährige Spitzenreiter bei der Pritzwalker-Superkürbis-Wachstums-Olympiade will täglich 1300 Liter Wasser. Rund 400 Kilo wiegt der Riesenkürbis Atlantic Giant nach nur 55 Tagen Wachstum – so viel Wuchsfreude will gegossen sein.

Ein bis zwei Stunden täglich kümmert sich der Rekordgärtner nur um den Anbau seiner Zöglinge: Neben Atlantic Giant Nummer Eins gibt es noch zwei „Verfolger“ mit jeweils rund 300 Kilogramm, hinzu kommt weiteres Rekordgemüse wie zwei makellose Weißkohlköpfe von rund 15 Kilogramm, Zwiebeln, die allesamt die Zwei-Kilo-Marke touchieren oder überschreiten, Mohrrüben mit mehreren Kilo Gewicht.

Kürbisrekorde

Der aktuelle Weltrekord im Kürbiszüchten liegt derzeit bei 1054 Kilogramm. Die Superfrucht hat ein Schweizer herangezogen, der damit seinen eigenen Weltrekord von 953 Kilo geknackt hat.

Der Riesen-Kürbis wurde zunächst in Südamerika unter dem Namen „Zapallo“ gezüchtet, wo er bereits zur Inkazeit angebaut wurde.

Heute wird der Riesen-Kürbis weltweit genutzt. Seefahrer hatten das Saatgut zu Beginn des 16. Jahrhunderts aus Amerika nach Europa gebracht.

Der grüne Daumen gehört ganz offensichtlich dazu. Ein naher „Verwandter“ des Superkürbisses ist noch ein paar Wochen jünger. Während der große Bruder im Gewächshaus seit 55 Tagen zulegen darf, ist die erste Freilandkürbisfrucht im Amateurbetrieb gerade mal knapp 20 Tage am Start und hat Fußballgröße erreicht. Der Riese im Gewächshaus legt in Riesenschritten vor. „An einem Tag hat er schon 20 Kilo zugenommen“, sagt Lüders.

Kohlweißlingsraupen werden vom Riesenkohl abgesammelt. Quelle: Claudia Bihler

Ein echtes Kürbisjahr ist 2015 mit stark schwankende Temperaturen nicht. Kürbiszüchter, die im Freiland arbeiten, hatten Probleme mit Sturm und Hagel, weiß der Pritzwalker zu berichten. Starkregen ließ so manche Frucht platzen, große Hitze strapazierte zarte Kürbishaut. „So wirklich groß werden sie nur im Gewächshaus“, meint Lüders. Chemie ist dagegen keine erforderlich. Die 80 bis 100 Quadratmeter, die jeder Pflanze zur Verfügung stehen, hat Lüders mit viel Komposterde versorgt, im vergangenen Herbst eine Gründüngung angesät. Ende Februar wurden die Kerne gesät: Erst mit Sandpapier vorsichtig angeschliffen, dann zum Quellen im feuchten Tuch an einem warmen Platz gequollen. Sobald sich der Keimling zeigte, ging’s in den Topf, nur wenige Wochen später ins Gewächshaus. Die Pflanzstelle war sorgfältig vorbereitet: Hornspäne und Schafswolle sind Langzeitdünger, die die Kürbisse übers Jahr versorgen. Ähnlich bei den anderen Gemüsesorten. Lüders: „Aber es ist wichtig, dass man spezielles Saatgut nimmt, das Züchter durch Selektion jahrelang gewonnen haben.“ Eine Gewähr fürs Gelingen gibt’s aber auch dann nicht: „Ich hatte einen Kern eines Weltmeisterkürbisses, der ist nichts geworden.“

Die größte Superzweibel wiegt ungefähr 2,5 Kilogramm. Quelle: Claudia Bihler

Die Riesenkürbisse dürfen noch 50 Tage wachsen, gegen Ende der Periode wird das Wachstum langsamer. „Die 700 Kilo Marke peile ich wieder an“, sagt Lüders: „Ende September finden wieder die Wiegemeisterschaften statt.“

Von Claudia Bihler

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