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Pritzwalker Jäger sehen sich als Naturschützer

Jägertag in Putlitz Pritzwalker Jäger sehen sich als Naturschützer

„Wir Jäger sind Naturschützer, daran dürfen wir nicht den geringsten Zweifel lassen“ – diese Worte des Verbandsvorsitzenden Werner Sperling waren eine der zentralen Botschaften des Jägertages am Sonnabend in Putlitz. Dort trafen sich die fünf Jägerschaften des Pritzwalker Jagdverbandesund sprachen unter anderem über die Ausbreitung des Wolfes.

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Die Treuenadel für 60-jährige Mitgliedschaft des Deutschen Jagdschutz Verbandes ging an Heinrich Burmeister und Rudi Zelm.

Quelle: Wolfgang Thätner

Putlitz. In der Putlitzer Gaststätte „Endstation“ trafen sich am Sonnabend Abgeordnete aus den fünf Jägerschaften, die im Pritzwalker Jagdverband vereint sind. Sie vertreten etwa 300 Jäger. Gäste des Jägertages waren der stellvertretende Pritzwalker Bürgermeister Ronald Thiel, der Putlitzer Bürgermeister Bernd Dannemann, Robert Frank vom Landesjagdverband, Polizeihauptkommissar Jürgen Kelm sowie die Amtstierärztin vom Veterinäramt Sabine Kramer.

Beraten und diskutiert wurden unter anderem Neuerungen im Jagdgesetz. Ein Schwerpunkt war die Ausbreitung der Wolfspopulation in der Region.

Mit der Pritzwalker Jagdhornbläsergruppe unter Leitung von Heinz Fahner begann die Versammlung. „Es geschieht einiges an der Basis. Lobenswert die Bläsergruppen in allen Jägerschaften. Die organisierten Stammtische mit den Fachvorträgen und man kümmert sich um die Jagdhunde bei den Übungstagen. So funktioniert unsere übergeordnete Verbandsarbeit“, lobte der Verbandsvorsitzende Werner Sperling die vielfältigen Aktivitäten in den Jägerschaften.

Jäger machen den „Unsinn“ aus dem Jagdgesetz nicht mit

„In den vergangenen zwei Jahren haben wir uns gegen Änderungen im Landesjagdgesetz gewehrt. Dennoch wurden mit Regierungsmehrheit die Abschaffung des Abschussplanes Rehwild oder die Verlängerung der Jagdzeit auf den Bock beschlossen. Wir können trotzdem erhobenen Hauptes in die jagdliche Zukunft blicken, denn unser Appell an die Jägerinnen und Jäger, derartigen Unsinn nicht mitzumachen ist angekommen“, so Sperling.

„Zu unseren wichtigsten Partnern gehörten die Landwirte. Viele von ihnen sind auch Jäger und das ist gut so. Eine gute Zusammenarbeit existiert mit dem Kreisbauernverband. Nie wurde auf dem Kreisbauerntag die Wildschadensproblematik thematisiert. Bauern wissen, dass Wild zur heimischen Natur gehört und tolerieren dessen Selbstbedienung am reich gedeckten Speisetisch der Felder.“

Der Wolf ist auf dem Vormarsch

Ein Thema war die Entwicklung der Wolfspopulation. Eine Kooperation zwischen dem Landwirtschaftsministerium und dem Jagdverband soll helfen, zu einem möglichst umfassenden Wissen über die Verbreitung der Population in Brandenburg zu gelangen. „Wir Jäger sind Naturschützer. Daran dürfen wir nicht den geringsten Zweifel lassen“, sagte der Vorsitzende.

Wolfsexperte Robert Frank gab Antworten zur Wolfsproblematik. Der Wolf untersteht dem Naturschutzgesetz, nicht dem Jagdgesetz. In Brandenburg sind etwa 120 Wölfe bekannt. „Hier in der nördlichen Region sind uns keine Rudelsichtungen berichtet worden. Bisher sind 9 Wolfe aufgefunden worden.“, so Frank. „Wir brauchen präzise Angaben zur Verbreitung des Wolfes. Uns hilft hierbei keine Mund-zu-Mund-Propaganda. Zu beachten ist, dass kein verletzter Wolf mit einem Fangschutz erlöst werden darf. Erst ein qualifizierter Tierarzt darf das entscheiden“, so der Experte.

Zustand der Feld- und Waldwege wird immer schlechter

Es folgten die Berichte der Obleute zu den Erreichten Zielen der vergangenen Jagdsaison des Verbandes. Bernd Grothe, der Geschäftsführer des Verbandes bemängelt, den schlechten Zustand der Feld- und Waldwege. „In einigen Fällen ist es uns unmöglich, unser Revier zu erreichen“, kritisierte er. Jürgen Kelm gab Auskunft zu den Wildunfällen die einen erheblichen Anteil – etwa 50 Prozent – an den gesamten Unfällen haben. Er lobte hier die Zusammenarbeit mit den Jagdgenossen.

Sabine Kramer gab Auskunft zur Ausbreitung der Geflügelpest sowie der Schweinepest und Informationen zu Probenahmen bei Auffindung von Kadavern, die sofort aus dem Wald entfernt werden müssen. Und auch sie sprach vom Wolf. „Wir sollten sachlich reden. In Niedersachsen hat man sich gut mit dem Wolf arrangiert. Da können wir uns ein Beispiel nehmen.“

Von Wolfgang Thätner

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