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Prignitz Pritzwalker Kirche vor Sanierung
Lokales Prignitz Pritzwalker Kirche vor Sanierung
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02:17 12.11.2015
Der Chorbereich soll ab dem kommenden Jahr als erstes erneuert werden Quelle: Bernd Atzenroth
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Pritzwalk

Es war eine große Gruppe, die sich da vor der Pritzwalker Nikolaikirche zusammengefunden hatte. Mitglieder der Kirchengemeinde wie die Kirchgemeinderatsvorsitzende Christine Flassig und Michael Flassig, Jürgen Kuhnt, Pfarrer Volker Sparre, Gordon Thalmann von der Unteren Denkmalbehörde des Landkreises Prignitz, Haiko Türk vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege, Architekt Ingo Dreger und Statiker Peter Krämer wollten sich in der vergangenen Woche das Gotteshaus noch einmal von innen und außen genau anschauen. Schließlich ist es restaurierungsbedürftig, und die notwendigen Arbeiten sollen so bald wie möglich in Angriff genommen werden. Wer dabei war, konnte mehr über das verborgene Innenleben des Kirchengebäudes erfahren. Über eine Holztreppe kommt man in den Dachstuhl, der von der Innenseite aus inspiziert wurde.

Die Restaurierung könnte durchaus kompliziert werden. Gerade im Dachstuhl ist gut zu sehen, dass hier noch einiges getan werden muss – geplant ist die Sicherung des Gebäudes mittels einer Ringankerkonstruktion, die aber unter den Fachleuten noch heftig diskutiert wurde. Zwar sei die Kirche nicht in einem so schlechten Zustand wie etwa die Bad Wilsnacker Wunderblutkirche, sagte Thalmann auf MAZ-Nachfrage, aber dennoch sei hier einiges zu tun. Gegenstand der Beratung war, wie man dies gleichzeitig denkmalgerecht, sicher und möglichst kostensparend machen kann. Insbesondere der Statiker Krämer musste Rede und Antwort stehen in Sachen Ringanker.

Das klingt ein wenig wie die Quadratur des Kreises – immerhin aber handelt es sich bei der Kirchensanierung um ein Millionenvorhaben, auch wenn dies in zwei Bauabschnitte aufgeteilt wird. Dafür benötigt man Geldgeber. Die evangelische Landeskirche zum Beispiel, der Kirchenkreis Prignitz, aber eben auch die Stadt Pritz-walk. Bei all dem bleibt immer noch ein höherer fünfstelliger Betrag, den die Kirchengemeinde selbst aufbringen muss – um diesen zusammenzubekommen, hatte sie eigens eine Fundraising-Gruppe gegründet.

Bereits am 1. September hatte der Architekt Ingo Dreger das Vorhaben im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt. Schließlich möchte die Kirchengemeinde auch Mittel aus dem Pritzwalker Stadtumbauprogramm anzapfen. Ob es dazu kommt, soll noch in diesem Jahr von den Stadtverordneten entschieden werden – ein Grund für den Ortstermin.

Laut Dreger ist für die Komplettsanierung ein Zeitraum von zwei Jahren veranschlagt. Der erste Bauabschnitt sieht Arbeiten am Chorbereich vor. Dach- und Mauersanierung stehen an. Laut Christine Flassig sind allein für diesen Teil der Arbeiten 412 000 Euro veranschlagt – die Kosten für die gesamte Sanierung werden auf 1,1 Millionen Euro taxiert. Im Moment geht es darum, zunächst einmal den ersten Bauabschnitt für 2016 finanziert zu bekommen. Nach Angaben von Christine Flassig wird die Landeskirche davon mindestens 20 Prozent übernehmen, auch der Kirchenkreis Prignitz sei mit mindestens zehn Prozent dabei. Angefragt ist auch die finanzielle Unterstützung durch andere Organisationen wie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, aber hier fehlen noch die Zusagen. Und die Entscheidung der Stadtverordneten über eine Summe X als Zuwendung aus dem Stadtumbauprogramm steht ja auch noch aus. „Wahrscheinlich ist erst im Januar klar, wie viel die Kirchengemeinde dazugeben muss“, resümierte Christine Flassig. Im Moment rechnet sie mit zehn Prozent Eigenanteil, also einer stolzen Summe von gut 40 000 Euro. Um diese aufzubringen, wird die Kirchengemeinde auch auf Spenden angewiesen sein.

Spendenkonto: St.-Nikolai-Kirche, Sparkasse Prignitz, IBAN DE73 1605 0101 1411 0005 24, BIC WELADED1PRP.

Von Bernd Atzenroth

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