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Prignitz Pritzwalker Kirchengeschichte im Museum
Lokales Prignitz Pritzwalker Kirchengeschichte im Museum
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02:16 05.11.2015
Wolfgang Simon vom Museumsträgerverein und Katja Rosenbaum vor der überarbeiteten Tafel. Quelle: Bihler
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Pritzwalk

Stück für Stück arbeitet sich die Leiterin des Pritzwalker Stadt- und Brauereimuseums Katja Rosenbaum durch die existierende Dauerausstellung: Gerade wird der Teil zu Pritzwalker Kirchengeschichte neu aufbereitet. Im Januar soll der Ausstellungsabschnitt dann ganz offiziell der Öffentlichkeit vorgeführt werden, dabei ist dann ein ganz besonderes Exponat zu sehen. Für vier Wochen kann das Museum das älteste Kirchenbuch der Stadt zeigen, das sonst immer gut verwahrt im Safe liegt: Im Jahr 2011 wurde das Buch für 5000 Euro restauriert.

Schimmelpilze, Bakterien und Tintenfraß hatten die Substanz der handbeschriebenen Blätter ebenso angegriffen, wie die zahlreichen Klebestellen, die von jenen angebracht wurden, die über die Jahre versucht hatten, den Pritzwalker Schatz zu retten. Denn das Buch gehört zu den wertvollsten Archivdokumenten, die die Stadt noch aus der Zeit vor dem großen Stadtbrand besitzt. Die ersten Einträge datieren aus dem Jahr 1605. Die Aufzeichnungen reichen bis 1699 und somit auch über die Zeit des Dreißigjährigen Krieges hinaus: Allein 470 Menschen starben im Pestjahr 1638 und damit zehn Mal so viele wie in anderen Jahren. Die jeweiligen Geistlichen hatten Hochzeiten und Taufen im Buch ebenso vermerkt, wie auch Beerdigungen – und hier und dort das Geschehen in der Stadt eifrig kommentiert.

Für vier Wochen wird das Buch im Museum zu sehen sein, bevor es wieder im Tresor verschwindet. Wer zu Forschungszwecken auf Informationen aus dem Buch zurückgreifen möchte, tut dies ohnehin nicht am Original, sondern verwendet bereits jetzt Kopien auf Mikrofiche, die das Museum anfertigen ließ. Überarbeitet wurde auch die Tafel zur Pritzwalker Kirchengeschichte.

„Im Prinzip haben wir Informationen aufbereitet, die der ehemalige Museumschef Rolf Rehberg gesammelt hatte“, sagt Katja Rosenbaum: „Er konnte das ja nicht mehr in die Ausstellung einpflegen.“ Neben der Kapsel von der Kirchturmspitze, die bei der Sanierung abgenommen wurde, wird auch das Ziffernblatt der alten Turmuhr der Sankt Nikolaikirche zu sehen sein: Die erhaltene Hälfte wurde restauriert, die andere Hälfte wird eine Replik sein. Übrigens: Auch der Pritz­walker Kalvarienberg wird vermutlich thematisiert werden. Der lag nahe des heutigen Giesensdorfer Weg – und nicht an der Havelberger Straße.

Von Claudia Bihler

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