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Pritzwalker Modellbahner öffnen Türen

Verein im Pritzwalker Bahnhof Pritzwalker Modellbahner öffnen Türen

Seit 2013 haben die Pritzwalker Modellbahnfreunde ihr neues Domizil im Pritzwalker Bahnhof gefunden. Immer mehr Modellbahnfans kommen seitdem zu Besuch - manche reisen sogar aus Berlin an. Der Verein öffnet seine Türen gern, um Nachwuchs muss er sich nicht sorgen.

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Tim (l., 13 Jahre) und Max (9 Jahre) sind totale Eisenbahnfans.

Quelle: Claudia Bihler

Pritzwalk.  Das Abfahrtsignal ist deutlich zu hören: Vorsicht, wegbleiben von der Bahnsteigkante. Dann setzt sich „Ludmilla“ mit Ächzen und Stampfen in Bewegung und rollt über die Schienen, bis ein kurzer Druck auf die Fernsteuerung sie wieder zum Stehen bringt. „Die BR 232-275 ist eine unserer Lieblingsloks, weil sie Geräusche macht“, sagen Tim und Max. Als Ludmilla wurde die Baureihe liebevoll von den Eisenbahnern im Leipziger Bahnbetriebswerk bezeichnet, anderswo hieß sie „Heulender Steppenwolf“ oder auch Iwan: Denn schließlich hat die Deutsche Reichsbahn die Lokomotiven der Baureihe 232 einmal aus der Sowjetunion für Personen- und Gütertransporte importiert, um den Bahnverkehr von Dampf- auf Dieseltraktion umzustellen.

Nachwuchseisenbahner sind fit

Tim und Max sind zwei der Nachwuchseisenbahner bei den Modellbahnfreunden in Pritzwalk: „Wir sind totale Eisenbahnfans“, sagen die beiden: „Es ist einfach toll, immer wieder etwas anderes aufzubauen.“ Lokführer wäre ein Berufsbild, das sich Max für seine Zukunft vorstellen könnte, wenn es ihm auch vor allem die schweren Maschinen angetan haben: „Ich habe viele Träume, Straßenbau, Polizei und Feuerwehr gehören auch dazu.“

Die erwachsenen Modellbahnfreunde in Pritzwalk freuen sich über die Nachwuchsmitglieder, sagt Steffen Rösinger vom Verein: „Die Jüngeren sind einfach fitter, was die digitale Steuerung der Anlagen angeht.“

Schätze lagern im Pritzwalker Bahnhof

Seit 2013 haben die Modellbahnfreunde ihr neues Domizil im Pritzwalker Bahnhof. Sie bezogen es mitten in den Bauarbeiten zur Sanierung des Bahnhofsgebäudes. Und schon damals war klar: Auch der Modellbahnerverein soll seinen Teil dazu beitragen, dass der Bahnhof wieder mit Leben erfüllt ist. Regelmäßig bestücken die Vereinsmitglieder nun auch die Schaufenster im Bahnhof, so dass Fahrgäste immer auch etwas Neues anschauen können.

Die eigentlichen Schätze des Vereins lagern allerdings in den Kellerräumen des Gebäudes: 100 Lokomotiven und 400 Waggons für die kleine Spurweite haben die Modellbahner über die Jahre gesammelt und stellen sie in den Kellerräumen aus. Und natürlich bauen sie Modellbahnlandschaften. Auf 50 Quadratmetern ist eine Modellbahnwelt entstanden, die sich an den Eisenbahnstrukturen der 1960er, 70er und 80er Jahre bis kurz vor der Wende orientiert: „Bis dahin fuhren ja auf einigen Strecken noch Dampfloks.“ Unter anderem ist eine liebevoll gestaltete Drehscheibe für Dampfloks samt den dazugehörigen Lokschuppen zu sehen.

Besucher kommen sogar aus Berlin

Eine weitere ebenso große Strecke ist derzeit in Arbeit: Die Gleise liegen schon, nun muss ausgestaltet werden, diesmal von den 1990er Jahren bis in die Gegenwart: „Ein konkretes Abbild einer Stadt wollen wir nicht bauen“, meint Rösinger, „bei uns sollen sich auch die Jüngeren beim Modellbahnbauen austoben können. Fertig werden wir aber nie, es gibt immer etwas umzubauen.“

Ein bisschen überrascht ist Steffen Rösinger schon: „Seit die Modelleisenbahnfreunde Pritzwalk in das Bahnhofsgebäude gezogen sind, kommen immer mehr Leute zu Besuch. Sogar aus Berlin fahren sie bis hierher zu uns.“ Und manchmal wendet sich auch ein Spender an sie: Erst kürzlich hat ein älterer Herr dem Verein fünf Kisten mit Modelleisenbahn-Zubehör geschenkt. Besuch empfangen die Modelleisenbahner regelmäßig gerne. Rösinger: „Wir haben auch eine sehr umfassende Bibliothek zum Thema Modellbau, nicht nur mit Büchern, sondern auch mit aktuellen Zeitschriften.“

Von Claudia Bihler

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