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Prignitz Pritzwalker Museumsfest bot jedem etwas
Lokales Prignitz Pritzwalker Museumsfest bot jedem etwas
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02:15 23.09.2015
Das Ziegelmachen am Stand des Ziegeleiparks Mildenberg war eine der Attraktionen beim Pritzwalker Museumsfest. Quelle: Andreas König
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Pritzwalk

Die Organisatoren des Pritzwalker Museumsfestes schwebten immer wieder zwischen Hoffen und Bangen. Nach einem verhaltenen Auftakt strömten zur Kaffeezeit dann doch erfreulich viele Besucher in den Hof des Stadt- und Brauereimuseums. Die Modenschau der Gymnasiasten war ein erster Höhepunkt. Das Motto „Aus alt mach neu“ war wörtlich zu nehmen. Schüler unter Leitung von Elke Grämer hatten aus Kopien alter Kupferstich-Stadtpläne von Merian fantasievolle Kleider entworfen.

Kaum war Renate Groenewegen mit dem Basteln der Theaterkulissen und -figuren fertig, brach sie zur ersten Kinderführung durch die Räume des Pritzwalker Museums auf. Die kleine Schar der Kinder war interessiert an alten Handwerkstechniken, an der Sage vom Räuber Heine Klemens und dem Riesenschuh.

Auf dem Museumshof zeigten Schüler der Theater-AG des Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasiums das Märchen von Frau Holle, das mit einem furiosen Federflug begeisterte, der einer Kissenschlacht zur Ehre gereicht hätte.

Die historische Stadtführung durch die Pritzwalker Altstadt musste ausfallen. Dafür fand sich nach anfänglichem Zögern doch noch eine ganze Reihe von Besuchern ein, die die neue Ausstellung „Wir Beutesachsen, ihr Beutemärker“ sehen wollten.

„Wir haben unsere Ausstellung begleitend zur ersten Landesausstellung gestaltet“, sagte Tanja Kasischke, die den Beutesachsen und -märkern im jeweils anderen Land für die Exposition Gesicht und Stimme verliehen hatte. „Uns ging es darum, mehr als nur die wechselseitigen Beziehungen der regierenden Adelsgeschlechter darzustellen, sondern vor allem die Menschen“, sagte die Journalistin.

Doch „Beutesachsen“ gibt es nicht nur in der Lausitz, sondern auch in der Prignitz. „Dabei haben wir weitaus mehr Sachsen in Brandenburg gefunden als Brandenburger in Sachsen“, sagte Tanja Kasischke. Gemeinsam mit der Pritzwalker Museumsleiterin Katja Rosenbaum erweiterte sie die Ausstellung, indem auch Sachsen porträtiert wurden, die in und um Pritzwalk leben.

Thomas Krummsdorf betrachtet sein Porträt. Quelle: Andreas König

Einer von ihnen ist Thomas Krummsdorf, der in Leipzig geboren wurde, mit den Eltern an die Ostsee zog und nach vielen anderen Stationen nun in Schönhagen sesshaft geworden ist. Er hatte Bedenken, bei dem Projekt mitzumachen, fand die Ausstellung dann aber „sehr gelungen“. Für Heiterkeit sorgte Katja Rosenbaum mit der Bemerkung, „die Wohnblöcke in der Straße Zur Hainholzmühle hießen früher Sachsenring“. Die Ausstellung ist bis Ende November zu sehen.

Im Museumshof sorgte später die Big Band der Kreismusikschule für Stimmung. Doch die ließ sich bis in den Abend nicht retten. Als um 20.30 Uhr die Fackelwanderung entlang der Stadtmauer bis zur Tuchfabrik starten sollte, waren keine Besucher mehr da, die Interesse an diesem Weg gehabt hätten. „Das bieten wir sicherlich noch einmal gesondert an“, sagte Katja Rosenbaum, die Enttäuschung beiseite schiebend. „Aber für den Anfang war es doch schon ein schönes Fest“, tröstete Wolfgang Simon, Vorsitzender der Gesellschaft für Heimatgeschichte Pritz­walk und Umgebung.

Die Besucher fanden jedenfalls Gefallen an den Angeboten. Das Museumsbier erwies sich als Renner. Von den je 160 Flaschen Pritzwalker Hell und Dunkel waren am Ende fast alle verkauft. In den Räumen des Museums waren stets Besucher anzutreffen, die viele der Exponate noch gar nicht kannten.

Beim ersten Museumsfest seit 2011 wurden Besuchern viel geboten. Leider konnten nicht alle Programmpunkte absolviert werden. Aber große und kleine Besucher hatten jede Menge Spaß. Die abgesagte Fackelwanderung zur Tuchfabrik soll bei Gelegenheit nachgeholt werden, kündigte Museumsleiterin Katja Rosenbaum an. Parallel zum Fest hatte das Pritzwalker Gymnasium zum Benfizkonzert für das indische Hospitalprojekt Asha Vihar eingeladen. Junge Künstler bestritten den ersten Programmteil mit klassischen Kompositionen, das Filmorchester der Kreismusikschule den zweiten Teil mit Film- und Videospielmusik.

Von Andreas König

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