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Pritzwalker Schüler halfen am Hühnerstall

Groß Woltersdorf Pritzwalker Schüler halfen am Hühnerstall

Pritzwalker Jahn-Schüler halfen zwei Nachmittage bei einem Projekt in der CJD-Wohnstätte in Groß Woltersdorf. Im Garten der Einrichtung entsteht ein Hühnerstall. Die Sechstklässler arbeiteten Hand in Hand mit den Autisten, die in der Wohngruppe ihr Zuhause haben. Das half den Schülern wiederum, Befangenheit abzubauen.

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Jaz (vorn) und Sarah von der Pritzwalker Jahnschule streichen die Zaunlatten mit knallbunten Farben an.

Quelle: Beate Vogel

Groß Woltersdorf. „Da lachen ja die Hühner“ steht oben auf den frisch gesetzten Zaunlatten, die später einmal den Auslauf begrenzen sollen. Sechstklässler der Pritz­walker Jahn-Schule und einige Bewohner der Wohnstätte für Erwachsene mit Autismus-Spektrums-Störungen in Groß Woltersdorf sägen und schleifen, schrauben und streichen. Im Garten der Einrichtung, die das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) betreibt, entsteht in Teamarbeit ein richtig großer Hühnerstall.

Die sieben Teilnehmer der Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule kommen aus der 6a und der 6b. Viele der Kinder wollten bei dem zweitägigen Projekt mitmachen, erzählt Lehrerin Doren Swolana. „Das Los musste entscheiden.“ An zwei Nachmittagen – am Montag und am Dienstag – werkelten die Kinder im Garten der Groß Woltersdorfer Wohnstätte. Projekte wie dieses unterstützt die Jahnschule bereits seit einigen Jahren, so die Lehrerin: „Es ist bereits das vierte Projekt, das wir gemeinsam machen.“ Meist liefen sie unter dem Dach der „Aktion Mensch“.

Komplett in Eigeninitiative errichtet

Die Teilnahme an dem Projekt soll den Kindern die Befangenheit im Umgang mit Menschen nehmen, die ein Handicap haben, erklärt Doren Swolana. „Und die Einrichtung sorgt ganz toll für uns: Erst einmal gab es für alle etwas zu essen.“ Die Helfer würden also bestens betreut. „Vielleicht schaffen wir es im nächsten Jahr, dass die CJD-Bewohner mal etwas für unsere Schule machen“, überlegt die Lehrerin.

Mit dem Handicap leben

In der Wohnstätte Groß Woltersdorf für erwachsene Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung, die das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands betreibt, leben sieben Frauen und vier Männer. Die Einrichtung ist ausgelastet.

Die Bewohner, die aus dem Norden Deutschlands kommen, werden 365 Tage im Jahr rund um die Uhr betreut.

Die betreuten Menschen zeigen Verhaltensweisen, die auf eine Wahrnehmungsverarbeitungsstörung hinweisen. Des Weiteren sind sie individuell in ihrer Intelligenz beeinträchtigt. Dies stellt täglich eine hohe pädagogische und menschliche Herausforderung dar.

Das Ziel der Einrichtung ist es, den Bewohnern einen adäquaten Lebensort zu bieten, in dem sie mit ihrer Behinderung leben und sich wohlfühlen können. Ihre Selbstständigkeit wird gefördert und ihnen stehen Beschäftigungsangebote zur Verfügung.

Der Hühnerstall wird komplett in Eigeninitiative errichtet. Probleme, Unterstützung von den Jahnschülern zu erhalten, habe es nicht gegeben: „Es war ein Anruf – und sie haben gleich Ja gesagt“, berichtete Rocco Prüter, der das Projekt von Seiten des CJD begleitete. Das Material lieferte der Träger. Am Montag strichen die Kinder und die Hausbewohner das Gartenhäuschen, das bereits stand. Hier sollen die Hühner untergebracht werden. Außerdem wurde der Bretterzaun zum Teil aufgebaut. Am Dienstag bestand die Arbeit vor allem daraus, den Zaun zu streichen. Rocco Prüter: „Der Holzzaun ist zwar etwas kostenintensiv, aber Gott sei Dank haben wir uns dafür entschieden.“

Neue Erfahrungen sammeln

Wer handwerklich etwas auf dem Kasten hatte, zeigte sich schnell: Noah schnitt fast routiniert mit der Stichsäge die aufgezeichneten Ornamente aus den Zaunlatten. „Solche Sachen mache ich manchmal mit meinem Opa“, erklärt er. Christine, eine Bewohnerin, hält beim Sägen die Zaunlatte ganz fest. Jaz aus der 6a streicht das erste Mal einen Zaun. In der Wohnstätte zu helfen, findet sie überhaupt nicht ungewöhnlich: „Das ist ganz normal.“ Auch ihre Mitschülerin Sarah ist eher neugierig: „Jeder wollte mal wissen, wie das hier so ist und neue Erfahrungen sammeln.“

Für die Jahnschüler gab es am Dienstag nach getaner Arbeit eine Belohnung: Der Wahrberge Verein hat am späten Nachmittag die Sommerrodelbahn geöffnet, die die Helfer kostenlos nutzen konnten.

Von Beate Vogel

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