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Prignitz Pritzwalker Sportler mit 81 in Topform
Lokales Prignitz Pritzwalker Sportler mit 81 in Topform
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02:17 27.09.2015
Ernst Wehrstedt ist beim Berlin-Marathon am Start.
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Pritzwalk,

Man merkt es schon beim Treppensteigen. Wie von Stahlfedern angetrieben, erklimmt Ernst Wehrstedt die vielen Treppenstufen zu seiner Mansardenwohnung. Er hat nicht so viel Zeit, denn er muss noch nach Berlin fahren. Nicht etwa zum Einkaufen, sondern um sich für den Marathon anzumelden. Ernst Wehrstedt ist 81 Jahre alt und wird am Wochenende den 78. Marathon laufen.

Regelmäßig betreibt er den Ausdauersport erst seit seinem 49. Lebensjahr. „Damals hatte ich Probleme mit der Bauchspeicheldrüse und meinen Zuckerwerten“, berichtet der sportliche Senior. Sein Arzt habe ihm geraten, sich regelmäßig zu bewegen. Damit hat der gebürtige Halberstädter seitdem nicht mehr aufgehört.

„Wenn man Erfolg hat, ist es auch schön“

Zunächst nahm er noch an solchen Ereignissen wie dem Pritz­walker Festtagslauf teil oder einem Lauf in Neuruppin. Dass er dort jeweils zweite Plätze belegte, war zwar nicht das Ausschlaggebende, aber „wenn man Erfolg hat, ist es doch auch schön“, sagt Ernst Wehrstedt und lächelt. Und Erfolge hatte er in den vergangenen Jahren massenhaft. Eine ganze Wand im Flur seiner Wohnung ist mit Medaillen und Urkunden geradezu tapeziert.

Laufen ist sein Leben. Nach den ersten Erfolgen in der unmittelbaren Umgebung meldete er sich für den Rennsteiglauf, wo er zunächst die kleine Runde (21 Kilometer) absolvierte und später die 43 Kilometer. „Es ist etwas Herrliches, in der freien Natur zu laufen“, sagt Ernst Wehrstedt. Zu Trainingszwecken flitzt er oft durchs Hainholz seiner Wahlheimat, aber manchmal geht es der Abwechslung halber auch in die andere Richtung nach Buchholz. „70 Kilometer pro Woche laufe ich bestimmt“, sagt Ernst Wehrstedt.

Sport ist seine wahre Berufung

Nach der Kindheit im Krieg zog er, der seine Eltern verloren hatte, in die Altmark nach Groß Garz, wo er die Jugend verbrachte. Später dann blieb er „der Liebe wegen“ in Pritzwalk hängen und arbeitete im Zahnradwerk als Meister für Instandsetzung. Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben wirkte er im Pritz­walker Arbeitslosenzentrum als Berater.

Doch Sport ist seine wahre Berufung. Er ist kein Trainingsfanatiker und geht oder besser läuft dennoch mit der Zeit. Ernst Wehrstedt hat eine Pulsuhr. Eine, mit deren Hilfe er nicht nur seine Vitalwerte überprüfen kann, sondern auch sieht, welchen Weg er zurückgelegt hat. Allein macht ihm das Training nur halb so viel Spaß. Daher ist er aktives Mitglied des Pritz­walker Lauftreffs 04. Und auch beim großen Lauf-Ereignis am Sonntag, 27. September, ist er keineswegs allein auf der Strecke. Seine Frau Renate ist natürlich als Zuschauerin dabei und drückt ihm die Daumen. Und auch ein zweiter Starter aus der Dömnitzstadt ist am Start, Tierarzt Christian Kloß.

„Meine Frau kann genau verfolgen, wo ich mich gerade auf der Strecke befinde. Und ein Handy habe ich auch dabei, zur Sicherheit“, sagt der Langstreckenläufer verschmitzt. Aber Sorgen macht er sich eigentlich keine. „Mein Arzt hat mir gesagt, ich sei kerngesund“, berichtet er stolz. Das seine Herzwerte in Ordnung sind, erstaunt noch nicht so sehr, aber auch von typischen Läuferbeschwerden wie dem gefürchteten Läuferknie oder von Zerrungen bleibt er weitgehend verschont.

Schönstes Marathonerlebnis in Athen

Marathon-Läufe hat Ernst Wehrstedt schon in ganz Deutschland absolviert, aber auch in Frankreich Polen, Tschechien oder in Griechenland. Dort, in Athen hatte er – nach den Rennsteigläufen – sein schönstes Marathonerlebnis. „Ich lief ins Stadion ein, 40 000 Zuschauer auf Marmorbänken und wunderte mich. Da stand ein Mann mit ausgebreiteten Armen im Zieleinlauf und zwang mich so, anzuhalten. Ich wunderte mich, aber dann kam dessen Frau und legte mir einen Siegerkranz um“, erzählt er. Inzwischen ist er wegen seines doch fortgeschrittenen Alters bei vielen Läufen die eigentliche Attraktion.

„Man möchte ja nicht so gern über das Alter reden“, sagt Ernst Wehrstedt bescheiden. „Aber viel jüngere Zuschauer und Teilnehmer fragen so lange danach, dass ich es doch sage.“ Erstaunen und Anerkennung sind die Reaktion und natürlich darf in der Ära des Smartphones auch der Wunsch nach dem gemeinsamen Bild, dem Selfie, nicht fehlen.„Was, 81 und Marathon?“ lautet die am häufigsten gestellte Frage.

Laufen und der Verzicht auf jegliche Tabletten sind sein Lebenselixier. Oder um es in der Sprache seiner jüngeren Fans zu sagen: „Es läuft bei ihm.“

Von Andreas König

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