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Prignitz Pritzwalker Verein stellt 500 000-Euro-Frage
Lokales Prignitz Pritzwalker Verein stellt 500 000-Euro-Frage
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02:17 10.10.2015
Beraten über einen Kunstrasenplatz für den FHV (v.r.): Jürgen Gutsche, Karsten Rohde, Thomas Drescher, Ina Muhs und Ronald Thiel. Quelle: Andreas König
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Pritzwalk

Fußball und Hockey: Der FHV Pritzwalk 03 ist wohl der deutschlandweit einzige Verein, in dem so unterschiedliche Ballsportarten betrieben werden wie die oben genannten. Doch ein Interesse eint die Vertreter beider Disziplinen in Pritzwalk: Sie möchten einen Kunstrasenplatz für den Spiel- und Trainingsbetrieb.

Diesen Wunsch wollte Jürgen Gutsche, 2. Vorsitzender des FHV, am Mittwoch dem Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher (parteilos) nahebringen. „Solch ein Platz wäre selbst für die Fußballer sinnvoll“, sagte der Vizevorsitzende. Bei Punktspielen seien solche Plätze zwar nicht so beliebt, aber für das Training biete ein Kunstrasenplatz ideale Bedingungen. Den Hockeyspielern, zu denen sich Jürgen Gutsche zählt, würde ein Kunstrasenplatz ganz andere Perspektiven eröffnen. „Unsere Kinder spielen oft auf Plätzen in Rostock oder Güstrow. Die sind fast dreimal so groß wie der Pritzwalker Platz, dass sich unsere Spieler fast verlaufen, so ungewohnt ist das für sie“, erklärte er dem Besucher aus Potsdam. Rund 400 Mitglieder hat der Verein, die Strahlkraft in die Region sei groß. „Wir haben so viel Zulauf, dass die Plätze jetzt schon kaum noch reichen“, sagte Jürgen Gutsche.

Ein Kunstrasenplatz könnte nicht nur die übrigen Spielstätten am Hainholzstadion entlasten, sondern würde auch Druck aus der Hallenbelegung nehmen. Alles in allem gute Argumente für einen Kunstrasenplatz, der allerdings ohne Fördermittel kaum zu realisieren ist. Wie wichtig solch eine Anlage für Pritzwalk wäre, hat auch die lokale Aktionsgruppe „Storchenland“ erkannt, die einen Antrag des FHV für förderfähig hält.

Ein Platz mit allem Drum und Dran kostet 640 000 Euro

Allerdings schluckten die Anwesenden einigermaßen, als Jürgen Gutsche die Summen vorstellte, mit denen zu rechnen sei. „Wenn man einen Platz komplett neu haben möchte mit Flutlicht und entsprechendem Zaun, kostet er rund 640 000 Euro“, verkündet er. Der Vereinsvorstand habe sich darauf verständigt, zunächst eine „abgespeckte Variante“ zu beantragen. Rund 460 000 Euro könnte der kosten, wobei ein 20-prozentiger Eigenanteil zu leisten wäre. „Eigenanteil heißt aber wirklich Geld, Eigenleistungen zählen nicht.“ Sein Problem sei nun, dass – selbst wenn die Förderung bewilligt würde – der Verein zu derart hohen Eigenleistungen verdammt sei, dass sich das nicht darstellen ließe. Der Vereinsvorsitzende Karsten Rohde meinte indes, man solle an Förderung nehmen, was man kriegen kann, und müsse dann eben die Restarbeiten zeitlich strecken.

Der Staatssekretär, dem die Pritz­walker zugetraut hatten, bereits einen Fördermittelscheck in der Tasche zu haben, dämpfte die Erwartungen. „Der Ansatz ist gut, aber solch ein Antrag muss sehr genau vorbereitet sein“, sagte er. Dazu gehöre unter anderem, ein Bodengutachten vorzulegen, damit klar sei, wie der Kunstrasen beschaffen sein müsse. „500 000 Euro oder mehr, das ist schon ein Hammer“, sagte Thomas Drescher unumwunden. Die Chancen für einen Erfolg des Pritzwalker Ansinnens würden aber steigen, wenn der Platz auch dem Schulsport zugutekäme. „Unser Haus fördert die Bildung von Schulzentren“, sagte er. Für den Fall, dass Grund- und Oberschulen zusammenfinden und vielleicht sogar das Gymnasium und das Oberstufenzentrum von dem Platz profitieren können, stellte er weitere Fördermittel in Aussicht.

Von Andreas König

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