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Pritzwalker Zahnradwerk beantragt Insolvenz

Fehlende Aufträge und Preisverfall Pritzwalker Zahnradwerk beantragt Insolvenz

Nach langem Kampf gegen Zahlungsausfälle und die allgemeine Flaute im Maschinenbau-Geschäft hat das Pritzwalker Zahnradwerk die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die Stellen der insgesamt 238 Mitarbeiter sind zunächst für drei Monate sicher.

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Seniorchef Heiner van de Loo ist trotz allem optimistisch.

Quelle: Claudia Bihler

Pritzwalk. Das Zahnradwerk Pritz­walk hat nach langem Kampf gegen Zahlungsausfälle und die allgemein schlechte Konjunktur im Maschinenbaubereich die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. „Für die 238 Mitarbeiter ändert sich aber zunächst nichts“, sagt Seniorchef Heiner van de Loo: „Im Werk wird der normale Betrieb aufrechterhalten.“

Schon seit mehreren Jahren hatte das Werk häufig wegen der schleppenden Konjunktur Kurzarbeit anmelden müssen. „Das Jahr hat zwar gut begonnen“, sagt Heiner van de Loo, „aber im zweiten Halbjahr 2016 hatte es einen rapiden Knick gegeben.“ Aufträge aus der Ölindustrie, für die das Werk Getriebeteile zuliefert, wurden aufgeschoben. Zudem ist eine Zahlung eines Zulieferbetriebes für den Eisenbahn-Hersteller Bombardier komplett ausgefallen.

Verträge sollen erfüllt werden

„Wir hatten daraufhin ein großes Liquiditätsproblem“, sagt van de Loo, der sich auch mit seinen 74 Jahren in der Vergangenheit immer wieder um Neukunden fürs Werk bemüht hatte. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung soll dem Unternehmen nun die Luft geben, die Restrukturierung zu meistern. Während der kommenden drei Monate erhalten die Mitarbeiter Konkursausfallgeld. Gespräche mit den Gläubigern laufen bereits. „Und wir erfüllen auch alle unsere Verträge“, sagt van de Loo. „Für uns ist es gut, dass es seit 2012 die Möglichkeit des Verfahrens in Eigenverwaltung gibt.“

Während des Verfahrens soll das Werk neustrukturiert und marktfähig ausgerichtet werden. Dazu hat das Gericht einen Sachwalter der in Berlin ansässigen Anwaltskanzlei BBL bestellt. Als Generalbevollmächtigter wird Sven Peters von der Potsdamer Unternehmensberatung Centuros die Geschäftsführung des Unternehmens in dem Eigenverwaltungsverfahren begleiten. Entlassungen will Heiner van de Loo zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen. Dennoch zeigt er sich zurückhaltend optimistisch: Das Werk sei im Kern gesund aufgestellt. Nicht von der Insolvenz betroffen ist das Schwesterunternehmen Prico Gear, das Zahnräder für Windkraftanlagen herstellt.

Von Claudia Bihler

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