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Pritzwalker auf Zeitreise

Heimatblätter im alten Stadtarchiv vorgestellt Pritzwalker auf Zeitreise

Erstmals wurde das Magazin des früheren Pritzwalker Stadtarchivs als Versammlungsraum genutzt. Die Gesellschaft für Heimatgeschichte stellte ihre Heimatblätter vor. Lebhaft waren nicht nur die Kindheits-Schilderungen von Bernhard von Barsewisch. Auch Christine Harneys Vortrag über Schauspielerin Marianne Hoppe fand großes Interesse.

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Gespannt lauschte das Publikum den Ausführungen der Referenten.

Quelle: Bernd Atzenroth

Pritzwalk. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – Geschichte ist das Hauptmetier, dem sich die Pritz­walker Gesellschaft für Heimatgeschichte widmet. Etwa in ihrer jüngsten Ausgabe der Pritzwalker Heimatblätter, in der es um Krieg und Kriegsende geht. Ein paar der Autoren, die hierin zu Wort gekommen waren, äußerten sich nun auch vor Publikum, und das an einem Ort mit einer neuen Zukunft. Denn nach dem Umzug des Pritzwalker Stadtarchivs ist dessen alter Magazinraum nun zu einem neuen Versammlungsraum für das Stadt- und Brauereimuseum umfunktioniert worden, der am Dienstagabend seine Premiere feierte. Wolfgang Simnon, Vorsitzender der Gesellschaft für Heimatgeschichte, begrüßte etwa 50 Gäste, die mit den Vortragenden eine kleine Zeitreise unternehmen wollten.

In keinem anderen Beitrag wurde dabei die Vergangenheit so lebendig, ja fast gegenwärtig, wie in dem von Bernhard von Barsewisch. Er konnte von seiner Kindheit in einer noch völlig anderen Prignitz lebhaft erzählen, die so abrupt im Jahr 1945 mit der Flucht gen Westen endete. „Kindheit in Brandenburg 1945“ lautete auch der Titel seines Beitrags in den Heimatblättern.

Intensive Recherchen für interessante Texte

Christine Harney wiederum hatte sich für das Heft mit Marianne Hoppe, Schauspielerin aus Ufa-Zeiten beschäftigt. Diese stammte aus dem Prignitzer Dorf Felsenhagen. Christine Harney wälzte dafür nicht nur Biografien über Marianne Hoppe, sondern nahm auch Kontakt zu deren Sohn Benedikt Hoppe auf. Hatte sich Christine Harney im Artikel auf die Prignitzer Kindheit der Schauspielerin konzentriert, so widmete sie sich im Vortrag auch ihrer weiteren Lebensgeschichte, etwa ihrem „Doppelleben“ im Dritten Reich. Erinnerungen an Marianne Hoppe und ihre Familie konnte auch das Publikum beitragen.

Dörte Grimm

Dörte Grimm

Quelle: Bernd Atzenroth

Es schlossen sich noch zwei kürzere Vorträge an. Werner Sperling, Vorsitzender des Jagdverbands Pritzwalk, erzählte, wie er vor 40 Jahren von der sogenannten „Zappel-Pappel“ sein erstes Wildschwein schoss. Dörte Grimm, gebürtige Pritzwalkerin, die jetzt als Filmemacherin arbeitet, wiederum hatte vor drei Jahren die Idee, die Geschichte des Pritzwalker Räuber Klemens in einem Kinderbuch zu erzählen. Dafür hat sie sich auf eine intensive Archivrecherche nach historischen Hinweisen auf die Mythenfigur begeben – doch gestaltet sich dies als die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. So harrt das Buchprojekt, das mit Mitteln der KMG-Stiftung unterstützt wird, auch noch seiner Vollendung. Immerhin aber hat sie dafür einen Illustrator gefunden: den Prignitzer Künstler Bernd Streiter. „Ich würde mich sehr freuen, Sie dieses oder nächstes Jahr zu einer Veröffentlichung einladen zu können“, sagte sie zum Abschluss. Ein entscheidendes inhaltliches Detail ließ sie aber schon durchblicken: Da es sich um ein Kinderbuch handelt, wird die Darstellung des wohl eher blutrünstigen Gesellen „nicht ganz so negativ“ ausfallen.

Durchweg positiv waren die Reaktionen nicht nur auf die Vorträge, sondern auch auf die neue Räumlichkeit.

Von Bernd Atzenroth

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