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Prignitz Pritzwalker retten im Disko-Takt
Lokales Prignitz Pritzwalker retten im Disko-Takt
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19:20 23.09.2015
Mit Hilfe der Reanimationspuppe Anne übten die Gymnasiasten der Klasse 7 b die Herzdruckmassage. Quelle: Andreas König
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Pritzwalk

Die 7 b weiß gut Bescheid. Jede Frage von Uwe Beese können die Mädchen und Jungen beantworten. Der Notfallsanitäter im Rettungsdienst beim Landkreis Prignitz in Pritzwalk ist genauso angetan vom Wissensstand der Schüler wie Raiza Guergovska. Die Anästhesistin am KMG-Klinikum Pritz­walk besuchte am Mittwoch mit Lehrerin Vicky Santruschek und mehreren Schwesternschülern das Gymnasium, um den 7. Klassen zu zeigen, was im Falle eine Herzstillstands zu tun ist.

Doch die Mädchen und Jungen kannten das meiste schon aus der Grundschulzeit. Dass man die bewusstlose Person ansprechen , notfalls rütteln oder kneifen muss. Dass man den Puls fühlen und die Atemtätigkeit überprüfen soll. Und wenn diese wichtigen Lebenszeichen fehlen, soll sofort die Wiederbelebung beginnen.

„Und warum?“, fragt Uwe Beese. „Weil sonst kein Blut mehr fließt“, antwortet ein Schüler. „Und wohin fließt es nicht mehr?“ „In die Organe des Körpers.“ Und welches ist das wichtigste? „Das Gehirn.“ Schnell ist das Frage-Antwort-Spiel erledigt und der praktische Teil kann beginnen. Das Wichtigste überhaupt ist die Herzdruckmassage, gefolgt von der Mund-zu-Mund-Beatmung, erfahren die Schüler. 90- bis 100-mal pro Minute soll der Brustkorb der bewusstlosen Person drei bis fünf Zentimeter tief eingedrückt werden – in der Mitte zwischen beiden Brustwarzen, dem Sternum. Nach 30 Druckimpulsen soll der Patient zweimal beatmet werden. Aber: Bei Säuglingen ist mehr Vorsicht geboten. Ersthelfer dürfen die Herzdruckmassage nur mit den Daumen ausführen. Dafür soll die Frequenz auf 140-mal Drücken pro Minute gesteigert werden, wohingegen nach jedem 15. Druck beatmet wird.

Hurraaaaaa! Nach der erfolgreichen Teilnahme an der „Woche der Wiederbelebung“ gab es für die Pritzwalker Gymnasiasten ein Zertifikat. Quelle: Andreas König

Dann ist Zeit für Anne, die Rettungspuppe. Es handelt sich um einen Kunststoffkopf mit einem luftgefüllten Brustkorb und einem Atembeutel. Die Schüler sollen lernen, die Hände richtig anzusetzen und den Druck tief genug auszuüben. Zudem sollen sie ein Gefühl für den richtigen Rhythmus bekommen. Uwe Beese legt „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees auf. Im Disko-Takt fällt es leichter, die Pumpstöße in der richtigen Anzahl auszuführen.

Als es darum geht, die Kunststoffpuppe zu beatmen, kichern die Schüler. „Klar, für manchen ist das eklig“, sagt Uwe Beese. Aber man könne sich mit Taschentüchern oder ähnlichem behelfen. Das Allerwichtigste überhaupt sei es, die Herzdruckmassage und die Beatmung so lange fortzusetzen, bis der Rettungsdienst eintrifft. In der Prignitz sollte das binnen 15 Minuten der Fall sein. „Doch wichtig ist es, so schnell wie möglich zu beginnen“, sagt der Fachmann. Schon nach drei bis fünf Minuten bekommt sonst das Gehirn keinen Sauerstoff mehr und wichtige Zellen sterben ab. Sollte der Patient bereits vorher zu sich kommen, kann die Massage beendet werden. „Ihr müsst keine Angst haben: Ihr könnt nichts falsch machen“, sagt Uwe Beese. „Falsch wäre es nur, gar nichts zu tun.“

Von Andreas König

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