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Pritzwalker strömten in die Tuchfabrik

Schon im November könnten die 30 neuen Wohnungen bezogen sein Pritzwalker strömten in die Tuchfabrik

Zur Besichtigung der Baustelle lud die Stadt Pritzwalk in die Tuchfabrik ein. Die Bürger strömten am Samstag in Scharen auf das Gelände, wo schon im Sommer 30 neue Wohnungen fertig werden und 2017 ein Handwerkermuseum eröffnet wird. Die Bildungsgesellschaft hat bereits einen Flügel bezogen.

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Im künftigen Handwerkermuseum begrüßte Roland Thiel (r.) schätzungsweise 400 Besucher.

Quelle: FotoS (3): Michael Beeskow

Pritzwalk. Noch müssen sich die Pritzwalker etwas gedulden. Obwohl die Tuchfabrik noch weitgehend eine Baustelle ist, erhielten die beinahe zahllosen Besucher am Samstag doch einen Eindruck, was für ein besonderer Ort das ehemalige Fabrikgelände schon in einigen Monaten sein wird. Dietmar Sachs, der für Liegenschaften zuständige Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung, stellte zum Beispiel die fast fertige Mehrzweckhalle vor.

Im ersten Obergeschoss des hinteren Quergebäudes zwischen den Gebäudeteilen für die Bildungsgesellschaft, der schon fertig ist, und dem noch entstehenden Museumsteil, werden nicht nur Schüler des Oberstufenzentrums und der Bildungsgesellschaft Sport treiben können. „Es wird in dieser neuen Mehrzweckhalle eine öffentliche Nutzung geben“, erklärte Dietmar Sachs. Sie ist groß genug für zwei Badminton-Felder. Auch Volleyball, Zumba und viele andere Sportarten können hier betreiben werden. „Das wird die angespannten Hallenzeiten in der Stadt entspannen“, sagte der Fachbereichsleiter. Veranstaltungen mit bis zu etwa 200 Personen werden in der lichtdurchfluteten Halle möglich sein.

In fünf verschiedenen Gruppen, die gebildet werden mussten, um den Andrang zu bändigen, wurden die Neugierigen durch die künftigen Ausstellungsbereich für das neue Museum zur Handwerksgeschichte geführte. Es ging durch das alte Treppenhaus des Turmhauses, auf dem vielleicht schon im nächsten Jahr in 29 Metern Höhe die Aussichtsplattform genutzt werden kann. „Da wird man einen herrlichen Blick über Pritzwalk haben,“ versicherte Dietmar Sachs.

Sicherlich der Höhepunkt für viele war der Rundgang durch das alte Eingangsgebäude, in dem zuletzt die Verwaltung des Altkreises Pritzwalk untergebracht war. 30 Wohnungen – zwei- bis vier Räume groß – sind dort im Entstehen. Dietmar Sachs berichtete von der Herausforderung, ein altes Industrie- und Verwaltungsgebäude für Wohnzwecke umzugestalten. „Für die Besonderheit des Gebäudes Lösungen zu finden, war sehr anspruchsvoll“, berichtete der Fachbereichsleiter. So sind gerade im Dachgeschoss individuelle Wohnungen entstanden. Balken wurden verkleidet, Dachfenster mit Lichtschächten eingesetzt.

Eine spezielle Herausforderung stellte die denkmalgeschützte Fassade dar. „Das hätte uns weh getan, dort Balkone anzubringen“, beschrieb Dietmar Sachs das Problem. Die Lösung ist überraschend. Die Zweiraumwohnungen erhalten im Seitenflügel über dem Museumsbereich im Erdgeschoss einen bis zu 25 Quadratmeter großen Zusatzraum mit einem Balkon. Dieser Zusatzraum kann als Abstellfläche, Gästezimmer oder Hobbyraum genutzt werden. Bis auf zwei Wohnungen werden so alle einen Balkon haben. Einige Besucher erinnerten sich im Dachgeschoss: „Das war Zimmer 70 – der Essenraum der Kreisverwaltung.“ Da wo die Toiletten waren, befindet sich jetzt der Fahrstuhl, dort wo sich die Küche befand, ist nun schon ein Bad gefliest. Und im November werden hier wohl schon die neuen Mieter wohnen.

Vielleicht ist dann auch schon der Innenhof begrünt und gepflastert, mit einem artesischen Brunnen und der Lichtsäule, die einst auf dem Markt stand. „Das wird toll“, war immer wieder von den Besuchern zu hören.

Vizebürgermeister Ronald Thiel wollte sich nicht auf den November-Termin festnageln lassen. „Wir sind hier nicht beim Flughafen BER. Wir arbeiten zügig an der Fertigstellung.“ Aber er ist optimistisch: „Die großen Probleme sind geklärt: Heizung, Brandschutz, Statik.“ 2017 soll das Handwerker-Museum fertig sein. „Das wird ein Novum und für Pritzwalk ein Alleinstellungsmerkmal.“ Neue und alte Berufe werden präsentiert. Noch werden Ausstellungsstücke gesucht. Roland Thiel spricht darüber auch mit der Handwerkskammer Potsdam. Zwischen acht und neun Millionen Euro kostet der Komplex Tuchfabrik, erhebliche finanzielle Unterstützung leisten die BMW-Eigner, die Familien Klatten und Quandt.

Von Michael Beeskow

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