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Projekt „Arbeit(slos)“ hilft jungen Leuten

Prignitzer bekommen zweite Chance Projekt „Arbeit(slos)“ hilft jungen Leuten

Eine zweite Chance bietet das Projekt „Arbeit(slos)“ der Bildungsgesellschaft Pritzwalk jungen Menschen, die ein neues Ziel suchen. Das Team, zu dem Cornelia Nickel und Manuela Körber gehören, vermittelt Jobs, eine Ausbildung oder einen Schulabschluss. Das Projekt wird über den Europäischen Sozialfonds finanziert.

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Cornelia Nickel, Sebastian Glockzin und Manuela Körber (v.l.) beraten sich regelmäßig im Perleberger Wallgebäude.

Quelle: Beate Vogel

Pritzwalk. „Dass es schwer ist, war mir klar. Da muss man dann eben noch mal was tun“, sagt Sebastian Glockzin. Der 27-jährige Wittenberger hat im Januar eine zweijährige Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement begonnen. Vorher war er in der Gastronomie tätig. „Aber jetzt habe ich Familie, da geht das nicht mehr.“ Deshalb freut er sich, dass es mit der zweiten Ausbildung geklappt hat. „Es ist eine Perspektive. Und es ist echt gut“, sagt der Wittenberger.

Vermittelt wurde die Umschulung über das Projekt „Arbeit(slos)“ bei der Gemeinnützigen Bildungsgesellschaft Pritz­walk (GBG). Finanziert wird es aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Zwei Integrationscoachs, ein Projektleiter und ein Sozialcoach unterstützen und begleiten junge Menschen bis 35 Jahre auf dem Weg zum Schulabschluss, in die Ausbildung oder in eine Arbeit. Die Voraussetzungen sind dabei sehr unterschiedlich.

Stärken finden und ein Ziel ausmachen

Viele der Teilnehmer kommen über die Arbeitsagentur zur GBG. Andere haben das Projekt über die Jobstart- oder die Go-Messe kennengelernt. Nach einer Kennenlernphase wird die Ausgangslage des Betreffenden geklärt und die Bewerbungsunterlagen werden aktualisiert. „Schick machen sagen wir dazu“, so Coach Cornelia Nickel.

Die Projektcoaches schlagen laut Nickel eine Art Persönlichkeitstest vor, damit die Klienten herausfinden, wo ihre Stärken liegen. Für Sebastian Glockzin war das ganz schnell klar: „Beim Arbeitsamt wurde mir vorgeschlagen, am ESF-Projekt teilzunehmen. Ich habe gleich einen Termin gemacht und alle Unterlagen mitgebracht.“ Nicht immer sind die Teilnehmer aber so zielorientiert wie er. Viele wissen ganz genau, was sie nicht wollen. Aber eben nicht, was sie wollen. „Und manche sind dann mit der Frage danach völlig überfordert’“, schildert Teamkollegin Manuela Körber.

Die Projektteilnahme ist kostenlos

Das Projekt „Arbeit(slos)“, das im August 2015 startete, führt die Bildungsgesellschaft Pritzwalk durch. Es wird über die ESF-Integrationsrichtlinie Bund, Handlungsschwerpunkt Integration statt Ausgrenzung (IsA) durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Grundlage der erfolgreichen Arbeit ist die enge Netzwerkarbeit zwischen der Gemeinnützigen Bildungsgesellschaft und Partnern der regionalen Wirtschaft, der Agentur für Arbeit, den Jobcentern Prignitz und OPR, der IHK, der Kreishandwerkerschaft, Unternehmerverbänden und Beratungsstellen.

Aufgenommen wurden bisher 72 Teilnehmerinnen. Davon sind bis dato 30 junge Frauen und Männer erfolgreich in Bildung oder direkt in Arbeit vermittelt.

Die Teilnahme für junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren ist kostenlos. Der Projekteintritt erfolgt individuell.

Ansprechpartner gibt es in Pritzwalk, Perleberg und Wittenberge. Interessierte Ausbildungsplatz- und Arbeitsplatzsuchende aus dem Raum Wittstock und Kyritz sind willkommen.

Kontakt: Bildungsgesellschaft Pritz-walk mbH, Projekt „Arbeit(slos)“,
Projektleiter: Remo Szarata, E-Mail: szarata@gbg.pritzwalk.de,
Telefon: Tel.  03395/30 41 60, Homepage: www.gbg-pritzwalk.de.

Um die jungen Menschen ans Ziel zu bringen, braucht das Team Kooperationspartner. Die bietet das große Netzwerk der Bildungsgesellschaft. 14 Teilnehmer konnte das Team inzwischen in eine sozialversicherungspflichtige Arbeit vermitteln, berichtet Cornelia Nickel, „Aber es ist auch jemand dabei, der beim CJD seinen Zehn-Klassen-Abschluss macht.“ „In Bildung“ befinden sich aktuell 16 Klienten – sie machen einen Schulabschluss, belegen Sprachkurse für Migranten oder lernen einen Beruf. Das Team hat auch schon Flüchtlinge vermittelt: Der Syrer Basel Albasset zum Beispiel, der einen Doktor in Pharmazie hat, arbeitet inzwischen am Empfang des Arbeitsamtes. Auch einer jungen Mutter konnte das Team helfen: Dominique Borowski arbeitet im Vodafone-Shop in Wittenberge. „Wir arbeiten ziemlich vielschichtig“, meint Cornelia Nickel.

Nicht alle halten durch

Das Angebot ist freiwillig, betonen Nickel und Körber. Hier wird keiner zu etwas gezwungen. „Das sind ja alles erwachsene Menschen“, sagt Cornelia Nickel. Sie hält es auch für besser, wenn die Klienten allein zu Vorstellungsgesprächen gehen, nachdem sie entsprechend vorbereitet wurden. „Ich sage dann immer: Das schafft ihr bei eurem Intellekt.“ Freilich ziehen nicht alle bis zum Ziel durch. Manchmal treten auch welche aus. „Und manche müssen wir wieder entlassen, weil sie einfach nicht dranbleiben“, so Coach Cornelia Nickel. Auch Hausbesuche werden mitunter gemacht, erklärt Manuela Körber, zum Beispiel, wenn jemand, der bisher zuverlässig dabei war, plötzlich nicht mehr auftaucht.

Dabei unterschreiben die Teilnehmer eine Vereinbarung, dass sie ein Drittel der Ausbildungskosten zurückzahlen müssen, wenn sie aus Faulheit oder aus eigenem Verschulden abbrechen. „Das gilt natürlich nicht, wenn einer krank wird oder etwas anderes passiert“, versichern Nickel und ihre Kollegin. Und der eine oder andere Teilnehmer wünscht sich sogar noch eine Nachbetreuung, sagt Manuela Körber.

Noch vor Weihnachten das Geschenk bekommen

Die Teilnehmer kommen aus der Prignitz, aber auch nach Kyritz haben die Integrationscoaches die Fühler ausgestreckt. „In Wittenberge sind wir im Moment am stärksten präsent“, so Cornelia Nickel. Sebastian Glockzin ist seit dem 6. Oktober im Projekt und hat im Januar mit der Umschulung begonnen. „Das ging ruckizucki“, freut er sich. „Noch vor Weihnachten habe ich mein Geschenk bekommen.“ An die 20 000 Euro kostet die zweijährige Ausbildung. Parallel läuft Hartz IV weiter und der Wittenberger bekommt Fahrgeld.

Ohne die ESF-Förderung, über die die Ausbildung finanziert wird, wäre Glockzin nie an die Umschulung gekommen: „Das könnte ich nie aufbringen.“ Denn wer wie er bereits einen Berufsabschluss hat, gilt bei der Arbeitsagentur als vermittelbar. Schon deshalb kniet er sich rein. Er hat gute Leistungen und wird mit einem IHK-Abschluss aus dem Projekt gehen.

Von Beate Vogel

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