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Protest gegen Art der Laubentsorgung

Groß Breese Protest gegen Art der Laubentsorgung

Schreddern und liegenlassen: Im Dorf regt sich Protest gegen die neue Art der Laubentsorgung, die die Gemeinde Groß Breese jetzt umsetzen will. Die Einwohner im Ortsteil Breese haben deshalb grüne Protestkreuze vor ihre Häuser platziert. Sie wollen lieber weiter das Laub harken und abtransportieren lassen.

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Hellgrüne Holzkreuze zum Protest gegen die aktuelle Laubentsorgung sind an und vor fast jedem Haus angebracht.

Quelle: Bernd Atzenroth

Groß Breese. Wer durch den Groß Breeser Ortsteil Breese fährt, dem fallen derzeit die Holzkreuze an der Groß Breeser Allee auf. Sie sollen ein Statement der Anwohner gegen die aktuelle Form der Laubentsorgung sein. In der Einwohnerfragestunde der Gemeindevertretersitzung am Mittwochabend in Breese überreichte eine kleine Abordnung der Initiative Groß Breese um Silke Last an Bürgermeister Werner Steiner einen offenen Brief, in dem sie ihren Protest zum Ausdruck bringen. Das Schreiben sandten sie auch an die MAZ.

„Wir sind mit der Entscheidung, das Laub der Allee im Dorf Groß Breese schreddern und verrotten zu lassen, nicht einverstanden“, heißt es in dem Brief. Als sichtbares Zeichen gegen diese Vorgehensweise haben die den Brief unterstützenden Groß Breeser das Grüne X als Protestzeichen gewählt: „Schreddern ist NIX – Wir fordern eine ordnungsgemäße Laubentsorgung“.

So war es immer: Dorfanger bis Totensonntag vom Laub befreit

Seit vielen Jahrzehnten pflegen die Bürger des Dorfes die Flächen der Allee selbst. „Wir mähen Gras und harken im Herbst das Laub zusammen“, so die Verfasser. Nun hätten sie aus den Medien erfahren, dass es in diesem Jahr keine Laubentsorgung in dieser Form mehr geben wird, da die Gemeinde keine Container mehr stelle. Statt dessen solle das Laub geschreddert und liegengelassen werden.

„Es gab dazu nicht einmal eine Einwohnerversammlung“, moniert die Initiative. Damit seien die Bürger in diese Entscheidung nicht einbezogen worden. „Das empfinden wir als undemokratisch“. Im Alleingang scheinen die Gemeindevertreter nach Ansicht der Initiative entschieden zu haben, in eine jahrzehntealte Tradition der Dorfgemeinschaft Groß Breese einzugreifen. Seit dem Bestehen des Dorfes ab 1840 sei es Tradition, den Dorfanger mit der imposanten Allee bis zum Totensonntag vom Laub zu beräumen. Jetzt solle das Laub im Dorf verrotten. „Wie es zu dieser Entscheidung gekommen ist, können wir nicht nachvollziehen.“

Liegengelassenes Laub wirkt unordentlich

Die Groß Breeser wollen nun von der Gemeindevertretung und vom Amt Bad Wilsnack/Weisen wissen, wie es dazu kam. So seien ein Argument für das Schreddern die Kosten für eine ordnungsgemäße Laubentsorgung. Das wollen die Groß Breeser aber im Einzelnen aufgeführt haben.

Sie befürchten auch, dass mit der neuen Art der Laubentsorgung Ordnung und Sicherheit in Gefahr sind. „Bei den anfallenden Laubmassen ist davon auszugehen, dass bei nasser Witterung die Sicherheit der Bewohner nicht zu gewährleisen ist (Rutschgefahr), insbesondere für Senioren. Schon jetzt liegt eine Laubschicht in der Allee und es ist erst ein Bruchteil des Laubes gefallen.“ Das liegengelassene Laub vermittele zudem einen Eindruck der Unordnung und Verwahrlosung und beeinträchtige das Ortsbild negativ. „Wir sind nicht bereit, dafür weiterhin Grundsteuern in vollem Umfang zu zahlen.“ Zumal die Grundsteuer gerade erst erhöht worden sei, mit dem Argument, dass ein zusätzlicher Gemeindearbeiter dafür eingestellt wird.

Laub könne Pflänzchen ersticken

Die Anwohner fürchten, dass das Laub den Bewuchs – Gras und Kräuter – bedecken und damit ersticken wird. Damit verbunden sei eine Fäulnisbildung. In der Allee befinden sich auch Kastanien. Diese sind von der Miniermotte befallen. Bleibe das Laub liegen, könne sich der Schädling weiter ausbreiten.

Wenn eine Kompostierung etwa in anderen Gemeindeteilen nicht möglich ist, fordern die Mitglieder der Initiative, dass die Gemeinde und das Amt die Einrichtung eines Kompostierungsplatzes zur nachhaltigen Laubentsorgung im Amt Bad Wilsnack/Weisen prüft. Bis zum 31. Oktober wollen sie eine Antwort auf ihre Fragen haben.

Von Beate Vogel

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