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Putlitz Seltene Krankheit: Christine Braune weiß sie zu bezwingen
Lokales Prignitz Putlitz Seltene Krankheit: Christine Braune weiß sie zu bezwingen
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01:15 01.03.2019
Ihr ist nach Freudensprüngen: Christine Braune vor dem Plakat, das an ihrem Arbeitsplatz, dem Edeka in Putlitz, hängt. Quelle: Privat
Weitgendorf

Der Freudensprung auf einem Foto ist der passende Ausdruck ihres Befindens: Christine Braune aus Weitgendorf (Stadt Putlitz) hat nicht nur gelernt, mit ihrer seltenen Krankheit primäre ciliäre Dyskinesie (PCD) umzugehen, sondern es geschafft, dabei ein Vorbild für andere zu werden.

„Danke Christine“ steht auf dem großflächigen Plakat, eingerahmt von einem Herzen. Das Dankeschön hat sie sich verdient, weil sie mit ihren sportlichen Aktivitäten Geld eingespielt hat für die Aktion „Ich spende Luft zum Atmen“. Das Geld kommen dem Mukoviszidose- und PCD-Verein zugute.

Stolz zeigt Christine Braune ihre Urkunden und Medaillen. Sie haben einen festen Platz in ihrem Haus in Weitgendorf. Quelle: Bernd Atzenroth

Das Plakat hängt in Putlitz, direkt bei ihrem Arbeitgeber, dem Edeka-Markt Bockelmann. Pari, ein Hersteller von Inhalationsgeräten, der gleichzeitig Initiator der Benefizaktion ist, ließ das Plakat produzieren.

Pari wurde auf Christine Braune aufmerksam, weil sie besonders begeistert an der Aktion teilnahm.

Was ist PCD?

PCD ist eine Atemwegserkrankung und als solche der Mukoviszidose ähnlich, nur viel seltener.

Etwa 4000 Menschen in Deutschland sind davon betroffen.

Jede Entzündung, jeder Infekt kann dabei schwerwiegende Folgen haben, weshalb Patienten immer ein Notfallantibiotikum dabei haben.

Dabei konnte man kostenfrei ein T-Shirt bei der Firma bestellen, dieses dann bei einer öffentlichen Laufveranstaltung tragen und die Teilnahme fotografisch festhalten.

Christine Braune ist ein Vorbild für die Aktion

Das Foto sollte dann an die Firma geschickt oder auf ihrem Facebook-Kanal hochgeladen werden. Pro Person im Funktionsshirt spendete die Firma zehn Euro für den guten Zweck.

Christine Braune war besonders fleißig, was den Initiatoren auffiel: „Sie fragten an, weil sie mich auf ihrem Blog vorstellen wollten.“ Nun wird Christine Braune sogar auf dem Lungenkongress in München am 15. März den Spendenscheck über 35 000 Euro übergeben.

Christine Braune (r.) mit Familie und Unterstützern sowie dem Perleberger Roland beim Rolandlauf in Perleberg. Quelle: Privat

Dazu muss man aber erst einmal wissen, was man hat. Das war lange das Problem der Christine Braune. „Ich war immer krank und wusste nie, was es ist“, erzählt die 36-Jährige, die seit 2005 mit Mann und Tochter in Weitgendorf lebt.

Ausgerechnet eine Sendung von „Goodbye Deutschland“ brachte Christine Braune auf die Spur ihrer Krankheit. In der TV-Sendung hatte ein Junge seine Symptome geschildert und Christine Braune erkannte die ihren darin wieder.

„Dann habe ich mich in die Spur gemacht“, erzählt sie. Das führte sie nach Hannover, wo es Spezialisten für die seltene Erkrankung gibt. Ihr Verdacht bestätigte sich: Sie litt tatsächlich an der Krankheit, die angeboren und unheilbar ist.

Die Diagnose war auch eine Erleichterung

Welches Mitglied einer Familie die Krankheit bekommt und welches nicht, lässt sich nicht prognostizieren. „Mein Vater hat auch damit zu tun, mein Bruder ist gesund“, sagt Christine Braune, „die Möglichkeit, dass es meine Tochter hätte treffen können, beträgt 25 Prozent.“

Nun, da die Putlitzerin ihre Krankheit kannte, konnte sie etwas dagegen tun. Es folgte eine Therapie. In Hannover bekam sie den Tipp, es mit regelmäßiger Bewegung zu versuchen.

So begann sie zu laufen. Allein 2018 machte Christine Braune bei 13 Läufen mit. Bei allen trug sie das „Mitmach-air“-T-Shirt, zusammen mit anderen aus der Familie und dem Bekanntenkreis. Angefangen hatte sie in der Nähe von Parchim (Mecklenburg-Vorpommern).

An 14 Läufen in der Region hat Christine Braune 2018 teilgenommen. Quelle: Privat

Sie war bei den Laufevents in der ganzen Region dabei, heimste Urkunden und Pokale ein. Am schönsten war das für sie bei der Wilsnacker Moormeile: „Da stand ich auf dem Treppchen, und jeder Platz dort war belegt.“ Soll heißen: Ihre Altersklasse ist bei den Läufen stark besetzt gewesen – trotzdem ist sie vorne gelandet.

Auch beim Perleberger Roland-Lauf, beim Wittstocker Heidelauf und beim Lauftag im Pritzwalker Hainholz war sie dabei. Und somit ist sie auch im Prignitz-Cup der Läufe dabei gewesen.

Schönster Nebeneffekt davon: „Ich hatte jetzt zwei Jahre, in denen ich nicht krank war“, freut sich die 36-Jährige, „ich habe mir die Lungenfunktion eines gesunden Menschen zurückerarbeitet.“

Christine Braune will anderen Mut machen

Ihr Glück war aber auch, dass ihre Lunge recht milde betroffen war, wie sie es ausdrückt: „Andere sind weit schlechter dran“, weiß sie.

Darum ist es ihr ein Anliegen, anderen Menschen in der Selbsthilfegruppe Mut zu machen. Diese Selbsthilfegruppe existiert ausschließlich in den sozialen Medien – darüber lassen sich die über ganz Deutschland verteilten Patienten viel besser zusammenbringen. „Die anderen waren geflasht, weil ich der Krankheit ein Gesicht gebe“, sagt sie, „für mich selbst war das ein Befreiungsschlag.“

Wer sich vor seinem Plakat fotografieren lässt und das Bild einsendet, kann übrigens noch einen Trainigs-Gutschein im Wert von 250 Euro gewinnen. „Dafür habe ich das Freudensprung-Bild gewählt“, sagt sie.

„Sollte ich gewinnen, würde ich den Gutschein in eines meiner zwei Ziele investieren – zehn Kilometer unter 60 Minuten zu laufen oder aber auch sehr, sehr gerne fünf bis sieben Kilo mit effektivem Sport abnehmen.“ Ehrgeizig genug ist Christine Braune.

Von Bernd Atzenroth

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