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Putlitz Fünf-Tonnen-Diesellok mit Loren wird von Betriebshof gestohlen
Lokales Prignitz Putlitz Fünf-Tonnen-Diesellok mit Loren wird von Betriebshof gestohlen
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00:21 09.11.2018
Die gestohlene tschechische Fünf-Tonnen-Lok und die beiden dazugehörigen Loren wurden hinter einem Schweinestall gefunden Quelle: Bernd Atzenroth
Muggerkuhl

Nur 300 Meter vom Tatort entfernt wurden eine gestohlen gemeldete Fünf-Tonnen-Lok und zwei Loren am Montag in Muggerkuhl (Amt Putlitz-Berge) neben einem Schweinestall wieder aufgefunden. „Sie standen noch vollständig und fertig verpackt zum Abtransport“, erklärte ein Vertreter der Muggerkuhler Ziegelei im Gespräch mit der MAZ.

Diebstahl während Abbrucharbeiten

Lok und Loren waren offenbar in der Nacht von Freitag auf Samstag von dem Gelände abtransportiert worden. Wie das unbemerkt geschehen konnte, ist noch Gegenstand der Untersuchung. Vermutet wird, dass die Täter die Gunst der Stunde genutzt haben, weil in der Ziegelei gerade Abbrucharbeiten stattfinden – die Ziegelei soll nach Angaben des Geschäftsführers Ulrich Fias wieder rekonstruiert werden. Offenbar sind die Täter von der Hinterseite an das Gebäude herangefahren, haben den Schuppen dann aufgebrochen und Lok und Loren daraus gestohlen. Zum Glück konnten sie offenbar noch nicht weit kommen.

Mit derzeit laufenden Abbrucharbeiten beginnt laut Ulrich Fias die Rekonstruktion der alten Ziegelei in Muggerkuhl. Quelle: Bernd Atzenroth

Allerdings mussten sie Lok und Loren über die Hauptstraße zum Standort transportieren, an dem sie schließlich gefunden wurden. Dabei wurden sie sogar gesehen, doch brachten Dorfbewohner dies mit den Arbeiten an der Ziegelei in Verbindung. Schließlich rief aber eine Muggerkuhlerin offenbar doch die Polizei an, weil sie nach der Diebstahlmeldung die tschechische Lok hinter dem Stall gesehen hatte. Die Beamten stellten am Dienstag um 8 Uhr die gut verpackte Lok sicher und untersuchten sie kriminaltechnisch. „Sie war verpackt wie ein Weihnachtsgeschenk“, erzählte Fias, „graue Folie mit Klebeband. Das war professionell gemacht.“ Fias und der Muggerkuhler Fred Fenske lobten die Arbeit der Polizei überschwänglich.

Die Alte Ziegelei in Muggerkuhl hatte dereinst einen Bahnanschluss. Direkt neben der Anlage befindet sich auch der alte Muggerkuhler Bahnhof, der an der ehemaligen Verbindungsstrecke zwischen Berge und Putlitz lag. Die Diesellok stammt noch aus dieser Zeit.

Amt: Zwangsversteigerung – Verwalter: Rekonstruktion

Rund um das Gelände, auf dem der Diebstahl, gibt es zurzeit weitere Neuigkeiten: Nach Auskunft des Putlitz-Berger Amtsdirektors Hergen Reker läuft gerade ein erneutes Zwangsversteigerungsverfahren für die Ziegelei an. „Ein Wertgutachten ist in Auftrag gegeben. Wir sind an dem Verfahren beteiligt.“ Einer der Gläubiger habe das Verfahren beantragt und das Amt sei „auf den Zug mit aufgesprungen“.

Das aber widerspricht diametral dem, was Ulrich Fias zur Zukunft der Ziegelei zu sagen hat. Nach seinen Angaben können die Schulden jetzt abgetragen werden. Die Schweizer Firma Ribenz AG, für die er die Anlage betreut, habe eine Schweizer Bank mit ins Boot holen können. Das Portfolio der Firma beinhaltet den Ankauf, Verkauf, Verwaltung und Finanzierung von Grundstücken; Abbruch und Erstellung von Gebäulichkeiten sowie Betätigung in allen mit der Überbauung zusammenhängenden Erwerbszweigen.

2015 hatte die Firma das Gelände bei der letzten Zwangsversteigerung, die damals vom Amt angestrengt worden war, ersteigert. Im Amt war man darüber nicht glücklich – man hätte damals lieber einen Betreiber von alte Schmalspurbahnen als Käufer gesehen, doch war dieser von Ribenz überboten worden.

Rekonstruktion oder Zwangsversteigerung? Zur Zukunft der Muggerkuhler Ziegelei machen der Verwalter und das Amt Putlitz-Berge unterschiedliche Angaben Quelle: Bernd Atzenroth

Fias wiederum ist bereits seit 1997 in Abwicklung der Ziegelei involviert. Haben sich auch seine damaligen Pläne für eine Produktionsstätte zerschlagen, so möchte er nun die Ziegelei nach den Richtlinien des Denkmalschutzes rekonstruieren und eine Schauproduktion einrichten. „Die Finanzierung dafür ist durch“, sagt er. Den unterschiedlichen Kenntnisstand von ihm und Reker führt er darauf zurück, dass er mit seinen derzeitigen Schritten noch nicht an die Öffentlichkeit gegangen sei. Um die Ziegelei gibt es eine jahrzehntelange Auseinandersetzung. Pläne zur Sanierung gab es schon viele, umgesetzt wurde bislang keiner.

Gerade wird ein Teil der Anlage dafür abgerissen. Dann wird der besondere Ziegelofen eingehaust. Und: „Ich hoffe, dass die Rekonstruktion im zweiten Quartal 2019 fertig ist“, sagt Fias, der hier dann Beschäftigungsmöglichkeiten für 15 bis 20 Leute sieht.

Von Bernd Atzenroth

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