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Prignitz Straße soll Namen eines „Gans Edlen“ tragen
Lokales Prignitz Straße soll Namen eines „Gans Edlen“ tragen
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04:43 27.02.2018
Gebhard Freiherr zu Putlitz referierte im November vergangenen Jahres in Krumbeck ausführlich über seine Familiengeschichte. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Putlitz

Die Putlitzer Straße „Zur Burghofwiese“ könnte bald einen neuen Namen tragen. Gebhard zu Putlitz hat bei der Stadt angefragt, ob nicht eine Straße in der Gänsestadt den Namen seines Vaters Gebhard Gans Edler Herr zu Putlitz Senior tragen könne. Den Antrag haben jetzt die Mitglieder des städtischen Hauptausschusses beraten – recht wohlwollend, wie Bürgermeister Bernd Dannemann berichtet.

Fast 1000 Jahre alte Geschichte

Die Familie der Gans Edlen Herren zu Putlitz siedelt seit dem 12. Jahrhundert in Brandenburg und gehört zum märkischen Uradel. Stammsitz der Familie war die Burg zu Putlitz, die 1179 an den Ritter Johannes Gans aus der Altmark ging.

Mit der Bodenreform wurden auch die Edlen Gänse zu Putlitz enteignet und ausgewiesen. Das bedeutendste Gebäude der Familie zu Putlitz ist das barocke Schloss Wolfshagen.

Der 1943 in Putlitz geborene Gebhard Freiherr zu Putlitz lebt heute in Ahrensburg. Erst vor wenigen Monaten hatte er in einem Vortrag in Krumbeck die Familiengeschichte der „Gans Edlen“ beleuchtet (die MAZ berichtete). Darin spielte auch sein gleichnamiger Vater eine wichtige Rolle. Bereits die Nationalsozialisten hatten demnach den Freiherrn faktisch enteignet und 1944 für ein halbes Jahr in Gestapo-Haft genommen.

Hohes Ansehen bei den Putlitzern

1947 sei er nach einer falschen Anschuldigung in das sowjetische Gefangenenlager in Bautzen eingeliefert worden. Dort starb er im Juni 1948. Kurz darauf emigrierte die Witwe mit ihren drei Kindern nach Schweden. Die Familie wurde – wie so viele Adelsgeschlechter – komplett enteignet. Von einst 6000 Hektar Land gehören den Gans Edlen heute noch etwa 400 Hektar, erzählte Gebhard zu Putlitz vor einigen Jahren dem Hamburger Abendblatt.

In der Geschichte erzählte Gebhard zu Putlitz auch, dass sein Vater bei den Bürgern der Stadt ein hohes Ansehen genossen habe. So habe er eine Jüdin vor der Deportation bewahrt und französische Zwangsarbeiter auf seinen Gütern untergebracht. Die Alliierten sollen ihn nach Kriegsende sogar in eine ihrer Uniformen gesteckt haben, damit ihm die Russen nichts taten.

Nach dem Krieg in Bautzen inhaftiert

Das Schicksal des alten Barons wurde lange verschwiegen. „Er hat zu Lebzeiten viele Spuren in unserer Stadt hinterlassen, die bis heute zu sehen sind“, sagt Dannemann. Dabei habe Gebhard zu Putlitz Senior, obwohl er Mitglied der NSDAP gewesen sei, unter Adolf ebenso gelitten wie später unter der sozialistischen Regierung. „In der Nachkriegszeit hat man ihn in Bautzen eingesperrt, wo er 1948 zu Tode gekommen ist“, erinnert Dannemann. Denunziert habe ihn der gleiche Bürger, der ihn bereits im Dritten Reich angezeigt habe.

So manche Putlitzer erinnern sich indessen wohlwollend an den Freiherrn, sagt Bürgermeister Dannemann. „Die Beschäftigten des Gutes hatten Lebensbedingungen und Wohnverhältnisse, von denen andere damals nur träumen konnten.“

Schirmherr des Putlitzer Preises

Nicht zuletzt deshalb empfahlen die Ausschussmitglieder die Umbenennung der Straße an die Stadtverordneten weiter. Diese beraten laut Dannemann am 20. März darüber. Dass die Wahl übrigens auf die Straße zur Burghofwiese fiel, liege daran, dass man aus dem Obergeschoss im inzwischen sanierten Herrenhaus genau auf diese Straße blicken kann.

Gebhard zu Putlitz fühlt sich bis heute eng verbunden mit seiner Heimatstadt. Unter anderem ist er Schirmherr des Putlitzer Preises. Die literarische Auszeichnung, die nicht zufällig wie der renommierte Pulitzer Preis klingt, wird jedes Jahr sehr feierlich in der Kirche der Stadt an herausragende Autoren verliehen.

Von Beate Vogel

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