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Aufstieg der Quandts begann in der Prignitz

Lockruf des Soldtenkönigs Aufstieg der Quandts begann in der Prignitz

Die Quandts waren ursprünglich einmal in der Prignitz ansässig. Der Region blieben sie stets treu. Auch die am 3. August 2015 verstorbene BMW-Erbin Johanna Quandt. Die zweitreichste Frau Deutschlands hat sich der Stadt Pritzwalk (Prignitz) gegenüber stets großzügig gezeigt. Teil I

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Aufstieg der Industriellenfamilie Quandt

Die Tuchfabrik in Pritzwalk .

Quelle: Claudia Bihler

Pritzwalk. Die Familie der Quandts stammt ursprünglich aus Holland. Friedrich Wilhelm I., der „Soldatenkönig“, lockte zahllose Menschen aus anderen Ländern nach Preußen, wo die Pest ein armes, dünn besiedeltes Land zurückgelassen hatte. Dies führte später auch Friedrich II. fort, der insgesamt 300 000 Menschen nach Preußen holte. Durch Zuwanderung wollte der Kaiser jedoch auch seine Armee und damit seine Macht stärken. Zudem engagierten sich Könige und Minister auch in den folgenden Jahren für die Wirtschaftspolitik, indem sie Manufakturen, vor allem Webereien, unterstützen.

Die Quandts waren ursprünglich einmal in Perleberg ansässig: Dort lebte ab 1750 der Seilermeister Ernst Gottfried Quandt, der Anna Dorethee, die Tochter des Pritzwalker Seilermeisters Milatz heiratete.

1778 wurde in Pritzwalk Johann Friedrich Quandt geboren, der später Charlotte Sophie Quandt, geborene Quannten, zur Frau nahm. Der gemeinsame Sohn aus dieser Verbindung, Friedrich Wilhelm Quandt, heiratete Henriette Dorethea Engelbrecht, die Tochter eines Pritzwalker Schuhmachermeisters. Aus dieser Ehe ging schließlich Emil Quandt, der Begründer der Industriellenfamilie hervor. Der Vater war früh verstorben, Quandt wuchs bei seiner Mutter in bescheidenen Verhältnissen auf, bekam aber eine höhere Schulausbildung ermöglicht. Dazu trug vor allem die Ehe mit Hedwig Draeger aus Pritzwalk bei. Die Draegers waren schon lange Tuchmacher in der Stadt, nachweislich ehelichte der 1741 geborene Heinrich Christoph Draeger Anna Elisabeth Hohenstein.

Johann Christoph Friedrich Wilhelm Draeger, geboren 1779, nahm Marie Draeger, geborene Mülverstedt, zur Frau. Ihr gemeinsamer Sohn Ludwig Draeger war der Inhaber der Tuchfabrik, in der Emil Quandt seine Ausbildung begann und schließlich bis zum Prokuristen aufstieg. Ludwig Draeger heiratete Luise Draeger, ihre gemeinsame Tochter Hedwig Amalie Draeger wurde zu Emil Quandts Frau.

Von ihrer Mutter, die als Witwe nach dem Tod ihres Mannes mit fünf Kindern zurückblieb, erwarb er – übrigens gemeinsam mit dem jüngeren Bruder seiner Frau, Max Draeger – die Tuchfabrik, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stetig ausgebaut und modernisiert wurde und so den Grundstein für den Aufstieg der Industriellenfamilie bilden sollte. Schon Ludwig Draeger hatte nach dem Brand aus der Versicherungssumme ein neues vierstöckiges Gebäude errichtet.

Von Claudia Bihler

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