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Radar kontrolliert Windrad-Blinken

Groß Woltersdorf Radar kontrolliert Windrad-Blinken

Mit einer in Europa einzigartigen Technik soll jetzt wieder Dunkel in die Prignitzer Nacht gebracht werden. In Groß Woltersdorf wird derzeit eine Radaranlage aufgestellt, mit der die Blinklichter der dortigen Windkraftanlagen gesteuert werden können. Diese Lampen sollen nur noch bei Bedarf leuchten.

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Solche dreikantigen Stahlsegmente werden zu einem Turm montiert, der die Radaranlage bei Groß Woltersdorf aufnimmt.

Quelle: Andreas König

Groß Woltersdorf. Schwere Technik parkt seit Anfang der Woche am Waldlehrpark Groß Woltersdorf. Doch die Monteure wollen keine weitere Attraktion in dem naturnahen Erlebnispark aufbauen, sondern arbeiten an einer Europapremiere. „Das wird eine Radaranlage, um die roten Lichter an den Windrädern nur noch bei Bedarf anzuschalten“, sagt Søren Ræbild Nedergaard. Der Däne ist Sicherheitsmanager bei der dänischen Firma Terma. Sie steuert die Radartechnik bei, mit deren Hilfe die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung (BNK) der Windkraftanlagen überhaupt erst möglich wird.

Als Projektentwickler und Investor fungiert die Firma Voss Energy, die in der Prignitz unter anderem die Windparks Krampfer und Reckenthin-Tüchen betreibt.

Von Groß Woltersdorf aus soll der Luftraum über einem 18 Kilometer im Durchmesser großen Gebiet radarüberwacht werden.

Blinken stört die Ruhe der Anwohner

„Das Neue daran ist, dass dieses Radarsystem den Luftraum vollautomatisch überwacht“, erklärt Erhard Voß, Geschäftsführer von Voss Energy. „Man kann mit Recht sagen, dass sich sehr selten Flugzeuge oder andere fliegende Objekte den Windrädern in den Gemeinden Groß Pankow, Plattenburg und der Stadt Pritzwalk nähern“, erklärt Erhard Voß. Dennoch sind die Nachtkennzeichnungs- oder Nachtbefeuerungs-Lichter an den Windrädern die ganze Nacht hindurch eingeschaltet. Ihr Blinken stört natürlich die Ruhe der Anwohner“, sagt der Unternehmer.

Diese Belästigung abzustellen sei das Ziel des Projektes BNK Prignitz. „Etwas vergleichbares gibt es bislang in Europa nicht, und auch weltweit habe ich noch nichts dergleichen gefunden“, sagt Erhard Voß. Mit Hilfe der neuen Technik soll den Menschen und der Natur die nächtliche Ruhe und Dunkelheit wiedergegeben werden, wie sie vor der Errichtung der Windkraftanlagen herrschte. Möglich macht das die Technik aus Dänemark, die im Übrigen auch bei der militärischen Luftraumüberwachung zum Einsatz kommt, in Verbindung mit den Möglichkeiten der Fernwartung über das Internet.

Letzte Genehmigungsfragen sind zu klären

„Die Radaranlage sucht den Luftraum über dem Gebiet ab. Wenn ein Flugobjekt auftaucht, wird ermittelt, ob es sich Windkraftanlagen nähert und wenn ja, welchen. Für die betreffenden Anlagen wird dann die Nachtkennzeichnung – bedarfsgerecht – eingeschaltet“, erklärt Erhard Voß.

Zunächst werden die sechs Windräder im Windpark der Windpark Krampfer–Reckenthin auf diese Weise überwacht und abgedunkelt, später sollen der Park Kuhbier-Kuhdorf und Klein Woltersdorf folgen. „Unser System kann gleichzeitig viele Windräder überwachen“, sagt Søren Ræbild Nedergaard. Das genau sei der Vorteil im Vergleich zu konkurrierenden Lösungen, die pro Windpark eine eigene Radarstation benötigten.

Zwar sei das Projekt auf der Zielgeraden, doch müssten noch letzte Genehmigungsfragen geklärt werden, sagt Erhard Voß. „Zudem betreten wir Neuland. Aber unser Ziel ist es, bis Jahresende den Betrieb aufzunehmen.“

Anschluss erwünscht

Sechs Windräder im Windpark Krampfer-Reckenthin sind die ersten Anlagen, die mit der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung (BNK) ausgestattet werden. Die Parks Kuhsdorf-Kuhbier und Klein Woltersdorf sollen folgen.

Das Potenzial in der Region ist weitaus größer. In dem Gebiet zwischen Groß Pankow und Pritzwalk im Norden sowie Plattenburg im Südwesten sind zahlreiche Windkraftanlagen am Netz. Die Gemeinde Groß Pankow möchte die Teilnahme am BNK-Projekt für die Betreiber von Anlagen verbindlich gestalten.

Fördermittel hat der Investor für das Projekt bisher nicht bekommen. Die Investitionssumme gibt Erhard Voß von Voss Energy mit über einer halben Million Euro an.

 

Von Andreas König

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