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Raddampfer auf Stippvisite in Wittenberge

Seltener Besuch Raddampfer auf Stippvisite in Wittenberge

Über 100 Jahre ist er alt, doch jetzt befährt der historische Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ erstmals auf 500 Kilometern Länge die Elbe. Dabei machte das Schiff jetzt auch in Wittenberge halt und wurde dort herzlich begrüßt. Die Aktion soll neue Potenziale des Elbe-Tourismus zeigen.

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Sieht fast so aus wie auf dem Mississippi: Der historische Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ machte gestern bei seiner Elbtour einen Zwischenstopp in Wittenberge.

Quelle: FotoS (2): Jens Wegner

Wittenberge. Unüberhörbar ertönte am Mittwochvormittag das Horn des historischen Raddampfers „Kaiser Wilhelm”, der zu einer Stippvisite an der Anlegestelle an der Alten Ölmühle Wittenberge festmachte und etwa 120 Fahrgäste aufnahm. Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann, das Maskottchen der Stadt, Fährmann Hildebrand sowie Uwe Neumann vom Verein Tourismusverband Prignitz hießen Fahrgäste und die 25 Mann starke Schiffsbesatzung mit Kapitän Markus Reich willkommen. Als Gastgeschenk überreichte der Bürgermeister dem Kapitän eine Flasche „Wittenberger Schiffsdiesel”. Erstmals seit dem Baujahr 1900 beziehungsweise dem Umbaujahr 1910 wird der Raddampfer die gut 500 Kilometer lange Elbstrecke von Lauenburg (Niedersachsen), seinem heutigen Heimathafen, bis nach Dresden und zurück befahren, so der Kapitän des Schiffes, Markus Reich. Auf der Hinfahrt werde man außerdem drei Tage lang zu Gast beim Jubiläum „800 Jahre Stadt Roßlau” sein. „Alle Besatzungsmitglieder arbeiten ehrenamtlich”, betonte er. Der Geschäftsführer des Vereins zur Förderung des Lauenburger Elbschifffahrtmuseums, Holger Böttcher, bezeichnete Wittenberge als interessantes Ziel, das in Zukunft separat angefahren werden könnte.

Empfangskomitee (vl)

Empfangskomitee (v.l.): Projektmanagerin Anne Bleimeister, Uwe Neumann vom Tourismusverband Prignitz, Kapitän Markus Reich, Bürgermeister Oliver Hermann und „Fährmann Hildebrandt”.

Quelle: Jens Wegner

Die Restaurierung des Dampfers wurde finanziell unterstützt von „Kurs Elbe. Hamburg bis Wittenberge”, dem Leitprojekt der Metropolregion Hamburg mit dem Landkreis Prignitz und dem Tourismusverband Prignitz als Kooperationspartner. „Ziel des Projektes ist es, Potenziale zu entwickeln, die die Elbe als Reiseziel bietet und den Wassertourismus auf der Elbe zu fördern”, sagte Anne Bleimeister, Projektmanagerin in Bleckede (Niedersachsen). Unterstützung erfahren die Reeder etwa im Marketing, der Erstellung der Fahrpläne und der Weiterentwicklung der Infrastruktur. Neben der Prignitz haben sich die niedersächsischen Landkreise Harburg, Lüchow-Dannenberg und Lüneburg, der schleswig-holstein’sche Kreis Herzogtum Lauenburg, der mecklenburgische Landkreis Ludwigslust-Parchim und der Bezirk Bergedorf der Freien und Hansestadt Hamburg zu dem Projekt zusammengeschlossen. Das Projekt wird aus den Förderfonds der Metropolregion Hamburg mit 50 000 Euro gefördert.

Das Schiff wurde 1899 bis 1900 in der Dresdener Maschinenfabrik und Schiffswerft AG, Dresden-Neustadt gebaut. Am 20. Mai 1900 war der Stapellauf. Es ist 57,2 Meter lang. Der Schiffsrumpf ist 4,48 Meter breit. Die größte Breite über die seitlichen Radkästen beträgt 8,38 Meter. Die maximale Tragfähigkeit beträgt 59 Tonnen, davon 12 Tonnen Kohle. Es kann maximal 270 Fahrgäste aufnehmen und ist 14,5 Kilometer pro Stunde schnell. Die Dampfmaschine leistete 124 Kilowatt aus einem Hubraum von 229 Litern, die auf zwei Zylinder verteilt sind. Der Verbrauch beträgt etwa 1,3 Tonnen Steinkohle pro 100 Kilometer. Das Schiff braucht zum Fahren eine Wassertiefe von mindestens 80 Zentimetern, so der Kapitän.

Information: Mehr Infos zum Schiff und dem Elbschifffahrtmuseum gibt es im internet unter: www.elbschiffahrtsmuseum.de.

Von Jens Wegner

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