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Rätselhafte Häufung verlassener Schwanenküken

Wildtierauffangstation in Struck Rätselhafte Häufung verlassener Schwanenküken

Außergewöhnlich viele Schwanenkinder werden dieser Tage verlassen aufgegriffen. Wie immer schafft es die Wildtierauffangstation in Struck (Prignitz), sie zu retten. Auch Wasservögel mit abgeschnürten Beinen sind keine Seltenheit.

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Junge Schwäne.

Quelle: MAZ (Archiv)

Dranse. Da schmerzt schon der Anblick: Uwe Löblich von der Wildtierauffangstation in Struck holte vor einigen Tagen eine Möwe vom Dranser See, deren Leben nicht mehr zu retten war. Sie habe eingeschläfert werden müssen, weil ihre Beine so mit Angelsehne abgeschnürt waren, dass ein Fuß völlig fehlte und der andere zum Teil bereits abgestorben war, berichtet Angie Löblich von der Station.

Angelsehne schnürte die Beine dieser Möwe ab

Angelsehne schnürte die Beine dieser Möwe ab.

Quelle: Wildtierauffangstation Struck

Und das sei kein Einzelfall: Es gebe auch eine Schwänin, der der rechte Fuß aus eben diesem Grund fehlt. Zudem werde ein Schwanenküken betreut, dem man mit einem Paddel auf den Kopf geschlagen hat.

Ohnehin gebe es seit etwa drei Wochen eine „massive Schwemme an Schwanenküken“, die allesamt allein aufgefunden wurden – ohne Alttiere. Das sei absolut ungewöhnlich. „Das hatten wir in dieser Form noch nie. Bisher waren es vielleicht mal ein oder zwei im Jahr, aber zurzeit sind es sechs in unserer Station. Zwei weitere verstarben kurz nach ihrer Ankunft weil sie völlig entkräftet waren.“

Dabei seien alle Schwäne aus ganz verschiedenen Bereichen gekommen – aus Mecklenburg-Vorpommern ebenso wie aus Berlin und Brandenburg. „Sie wurden entweder allein auf einer Bundesstraße gefunden oder auf einem Teich – oder sie irrten in Kleinstädten umher“, so Angie Löblich. Den Grund dafür kann sie nur vermuten. „Vielleicht hängt es damit zusammen, dass wir ein massives Insektensterben haben.“ So gebe es auch nur wenige Wasserinsekten.

Auch der tagelange Dauerregen im Juli mache sich bemerkbar. „Mäusebussarde und Turmfalken kommen bei uns in der Station ausgehungert und halb tot an, weil sie kein Futter mehr finden, da die Mäusepopulation durch den Regen massiv einbrach.“

Von Björn Wagener

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