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Rambower Kleinod

Tag des offenen Gartens und Denkmals Rambower Kleinod

Gudrun und Helmut Anschau sind vor Jahren durch Zufall auf das Rambower Grundstück aufmerksam geworden. Damals stand dort ein heruntergekommenes Haus in einem verwilderten Garten. Am Sonntag zeigten die beiden Eheleuten Gästen das nun schmucke Gebäude und den idyllischen Bauerngarten.

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Der liebevoll angelegte Bauerngarten lädt zum Verweilen und Entspannen ein.

Quelle: Jens Wegner

Rambow. Am Sonntag waren die Tore von 14 Gärten in der Prignitz geöffnet. Gartenbesitzer luden wieder ein, ihre Domizile zu besuchen und zu bewundern. Die vom Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Brandenburg und dem Tourismusverband Prignitz gemeinschaftlich organisierte Aktion ging bereits in die sechste Runde.

Hausherr Helmut Anschau (l) führte  Gäste durch sein Haus und erklärte ihnen die Bauweise

Hausherr Helmut Anschau (l.) führte Gäste durch sein Haus und erklärte ihnen die Bauweise.

Quelle: Jens Wegner

Zu den verschiedenen regionaltypischen Gartenanlagen zählten Hof- oder Blumengärten, Bauern- und Landschaftsgärten. Jeweils im Frühling, Sommer und Herbst öffnen Prignitzer Gartenbesitzer ihre Pforten und machen so den besonderen Reiz der unterschiedlichen Jahreszeiten in ihren Gärten erlebbar. Erstmals fielen in diesem Jahr der Tag des offenen Denkmals und die Offenen Gärten der Prignitz auf einen Sonntag. Für Gudrun und Helmut Anschau in Rambow bei Kleinow war dies ein Anlass, nicht nur ihre Gartenpforten zu öffnen, sondern dem interessierten Publikum auch einen Blick in ihr Haus zu gewähren. 1995 erwarben sie das Haus.

Ursprünglich war es nur für die Freizeitgestaltung zum Werkeln und Gärtnern gedacht. „Ich wollte mal etwas anderes in die Hand nehmen als Papier”, erinnerte sich der ehemalige Lehrer. Seine Frau, die damals eine Kita leitetet, hatte Lust auf einen Bauerngarten. Durch Zufall lasen sie die Verkaufsannonce in der Zeitung. Nach einiger Zeit der Überlegung kauften sie die „Ruine mit großem Grundstück” für 35 000 Mark. Nach Schätzung eines sachkundigen Statikers ist das Haus, ein Wohnhaus mit Stall, vor 1730 errichtet worden. Zunächst wurde der Garten urbar gemacht. „Drei Gewächse aus altem Bestand, alles Obstbäume, blieben stehen. Alles andere, was größer war als Gras, haben wir entfernt und neu angelegt, mit Sichtachse und Fluchten und allem Pipapo”, berichtete er. Die Bauwerke auf dem Grundstück wurden zunächst gesichert und vor dem weiteren Verfall geschützt. Später wuchs bei Anschaus die Idee, Rambow zu ihrem Alterssitz zu machen. Also wurde das Haupthaus saniert. Den Rohbau übernahmen Firmen, den Innenausbau Helmut Anschau größtenteils selbst.

Es gibt offenen Küchen, warum also nicht auch ein offenes Bad

Es gibt offenen Küchen, warum also nicht auch ein offenes Bad

Quelle: Jens Wegner

Er beschäftigte sich mit Bautechniken, beobachtete Handwerker und übte. „Was ich selbst machen kann, mache ich auch selbst”, sagte er. Nachdem das Haus entkernt war, eröffnete sich ihnen ein Blick in die Weite – von einem Giebel zum anderen. Das lassen wir erstmal offen, dachte er sich. Wände bauen können wir immer noch. Offene Küchen gibt es auch. Warum kein offenes Bad? Also blieb auch das Bad offen. Das Haus bekam zur Wärmedämmung eine Innenschale aus Poroton. „Mein Problem war oft, wie muss die Unterkonstruktion aussehen, damit ich das so anbringen kann, wie ich es mir vorstellte”, sagte er. Denn Vorstellungen, wie es hinterher aussehen soll, hatte er schon. Alte Balken wurden mit der Fächerscheibe abgeschliffen, bis sie blank waren. Es sollte so viel wie möglich vom Alten erhalten bleiben. Der Boden musste ausgekoffert werden, um die vorgeschriebene Raumhöhe von 2,40 Metern zu erreichen. „Das waren bange Tage, denn die Feldstein-Fundamente lagen frei und hatten keinen Seitendruck mehr”, erinnerte er sich. Es hätte alles einstürzen können. Der Innenputz ist ausschließlich Lehmputz. Nach dem Aufbringen wurde er viermal behandelt. Zweimal wurde die Oberfläche grundiert, bekam einen Deckanstrich und anschließend eine Lasur. Eine ressourcenschonende Wärmepumpe, die ihre Energie in eine behagliche Fußbodenheizung abgibt, sorgt für wohlige Wärme im Winter. Mit dem wunderschönen Garten und dem Wohnaus mit nostalgisch wohnlicher Atmosphäre entstand ein wahres Kleinod. Im März 2007 bezogen Anschaus ihr Haus. Ganz fertig ist es heute immer noch nicht. Hier und da fehlt noch etwas Farbe oder Helmut Anschau hat wieder neue Ideen etwas umzubauen.

Gemütliches Wohnzimmer

Gemütliches Wohnzimmer

Quelle: Jens Wegner

Neben der Familie Anschau in Rambow hatten in der Prignitz noch weitere 13 Besitzer an verschiedenen Orten ihre Gärten geöffnet: Deko-Traum in Dallmin, das Besucherzentrum der Burg Lenzen in Lenzen, der Heil-Kunst-Garten in Zempow, Reginas Kräutergarten in Kyritz, Ortsteil Lellichow, Familie Köhler in Meyenburg, das Sonntags-Café „An der grünen Oase” in Heiligengrabe, Ortsteil Jabel, der Prignitzer Kräuterhof in Buddenhagen, die Waldreiteroase in Neu Drefahl, das Landhaus Bresch in Bresch, der Spiel- und Freizeitgarten in Lenzen, Carpe Diem in Perleberg, das Arthotel Kiebitzberg in Havelberg sowie das Kloster Stift zum Heiligengrabe in Heiligengrabe.

Von Jens Wegner

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