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Rechte instrumentalisieren Missbrauchsvorwurf

Glöwen: Neonazi-Demo und Gegenprotest Rechte instrumentalisieren Missbrauchsvorwurf

Ein Flüchtling (16) aus Afghanistan soll in Glöwen Kinder missbraucht und vergewaltigt haben. Samstag wollen rechte Kräfte die Vorfälle zu einer Kundgebung im Ort nutzen. Das ist Hetze, Stimmungsmache und Instrumentalisierung, meinen die Prignitzer Parteien und setzen eine Gegendemo entgegen. Die Gemeinde selbst baut allerdings auf Sachlichkeit.

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Quelle: dpa

Glöwen. „Das ist nur zu verurteilen. Das kann man nicht dulden“, sagte am Donnerstag Detlef Brenning. Der Ordnungsamtsleiter sprach damit für die gesamte Plattenburger Gemeindeverwaltung, die sich eingehend mit dem Fall eines 16-jährigen Flüchtlings aus Afghanistan befasst, der in Glöwen Kinder missbraucht oder sogar vergewaltigt haben soll.

Bei einer Zusammenkunft mit Bürgermeisterin Anja Kramer war der Grundtenor, dass man mit dem Vorfall sachlich umgehen muss. Angesichts der von rechten Kräften geplanten Demonstration am Samstag in Glöwen erklärte die Bürgermeisterin: „Wir wollen keine politische Gegendemonstration. Wir wollen einen sachlichen Umgang. Aus dem Vorfall darf man kein politisches Kapital schlagen.“ Rainer Schneewolf (Bündnis 90/Grüne), Vorsitzender des Sozialausschusses, sagte: „Wir wollen uns konstruktiv mit dem Vorfall befassen. Das gibt es, damit muss man umgehen.“

Ein Zeichen für den Schutz aller Kinder

Wie die Bürgermeisterin mitteilte, veranstaltet die Gemeinde daher am Samstag, 6. Februar, ein Bürgerfrühstück ab 9.30 Uhr in Glöwen. „Gemeinsam für unsere Kinder – Kindeswohl geht alle an“. soll das Thema lauten. „Wir wollen ein Zeichen setzen für den Schutz aller Kinder unabhängig von politischen Parolen“, sagte Anja Kramer. Die Gemeinde veröffentlicht auf ihrer Homepage einen entsprechenden Aufruf, in Glöwen wird er als Postwurfsendung verteilt. Das Bürgerfrühstück, zu dem alle eingeladen sind, soll am Spielplatz an der Apotheke in Glöwen stattfinden. Bei Kaffee, Tee und Brötchen wird über die Gefährdung von Kindern gesprochen und was dagegen getan werden kann.

Die von den Freien Kräften Prignitz organisierte und von der NPD unterstützte Demonstration soll um 10 Uhr am Waldeck in Glöwen beginnen. Der Landtagsabgeordnete Thomas Domres (Linke) hat eine Gegendemonstration angemeldet. „Das, was die Rechten vorhaben, darf nicht unwidersprochen bleiben“, sagte er in einem Gespräch mit der MAZ. Was in Glöwen passiert ist, sei verabscheuungswürdig und müsse ohne Wenn und Aber bestraft werden.

Instrumentalisierung des Glöwen-Vorfalls

Rechtsextreme Parteien und Kameradschaften instrumentalisieren aber Vorfälle wie in Glöwen. Es gehe ihnen nicht um die Opfer der Straftaten, sie wollten vielmehr aus dem Leid der Opfer politisches Kapital schlagen. Mit der Gegendemonstration solle deutlich gemacht werden, dass die Teilnehmer eben diese Hetze und Stimmungsmache ablehnen. Die Gegendemonstration findet eine breite Unterstützung bei CDU, Bündnis 90/Grüne, SPD in Kreis sowie bei deren Landtags- und Bundestagsabgeordneten. Auch Bürgermeisterin Anja Kramer will auf der Gegendemonstration sprechen.

Thomas Domres sprach auch seine Unterstützung für das Bürgerfrühstück der Gemeinde aus. Dies sei ein Zeichen für ein friedliches Miteinander.

Von Michael Beeskow

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