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Prignitz Regen lässt Flüsse ausufern – B5 gesperrt
Lokales Prignitz Regen lässt Flüsse ausufern – B5 gesperrt
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21:58 26.07.2017
Ein Bild wie im Mekong-Delta: Kühe vor Flusslandschaft bei Kreuzburg (Gemeinde Groß Pankow). Quelle: Andreas König
Perleberg/Pritzwalk/Groß Pankow

Das war nur eine kurze Atempause für die Feuerwehr in Perleberg: Aufgrund des anhaltenden Dauerregens stand das Gewerbegebiet Quitzow in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch erneut unter Wasser, sogar noch höher als am Dienstagvormittag. Die Folge: Für das Abpumpen des Wassers musste die B 5 erneut über mehrere Stunden teilweise gesperrt werden, und es kam die ganze Nacht über zu Verkehrsbehinderungen.

Alarmstufe II von Pritzwalk bis Perleberg ausgerufen

Für den Abschnitt Dömnitz von Pritzwalk bis zur Mündung in die Stepenitz hat der Landkreis Prignitz am Mittwoch die Alarmstufe II ausgerufen. Gleiches gilt für die Stepenitz von der Dömnitzmündung bei Wolfshagen bis Perleberg. Für das Stadtgebiet Meyenburg gilt dagegen nach wie vor die Alarmstufe I. Größere Einsätze blieben den Rettungskräften in Pritz­walk, Groß Pankow und Meyenburg indessen erspart.

Nach mehrtägigem Starkregen gilt an einigen Flüssen in der Prignitz die Hochwasser-Alarmstufe II. In Groß Pankow ist das Flüsschen Panke über die Ufer getreten, bei Kreuzburg gleicht die sonst schmale Stepenitz einem Flussdelta. Größere Schäden gab es bisher nur in der Westprignitz bei Perleberg und Wittenberge.

Andere Einsätze hielten die Wehr in Atem

In Perleberg mussten die Wehren auch zu anderen Havarien ausrücken: Starker Wind ließ einen Baum auf der L 10 zwischen Perleberg und Bad Wilsnack kippen. Die Spiegelhagener Feuerwehr fuhr los, um das Hindernis zu beseitigen.

Der Regen war nicht schuld: Wasser in der Wohnung

In Wittenberge beseitigten Brandschützer einen Wasserschaden, der ausnahmsweise nicht vom Regen verursacht war: In einem Wohn- und Geschäftshaus in der Rathausstraße/Bahnstraße lief Wasser durch die Decke einer Wohnung im zweiten Obergeschoss. Die Feuerwehr fand die Ursache in der Wohnung darüber. Das Wasser kam aus einem Hahn unter der Spüle. Wasser und Strom wurden abgestellt und das Wasser mittels Nasssauger abgepumpt.

Überschwemmungen bei Quitzow müssen aufgearbeitet werden

Klar ist jedoch, dass die Überschwemmungen im Gewerbegebiet Quitzow eine Aufarbeitung nach sich ziehen werden. Welche Maßnahmen letztlich zu ergreifen sind, um derlei künftig auszuschließen, konnte Perlebergs Bauamtsleiter Hagen Boddin noch nicht abschließend sagen: „Die Lösung ist nicht so einfach“, schätzte er ein, „die Versickerungsrigole reicht einfach nicht aus.“ Dabei sei sie erst im vergangenen Jahr noch einmal komplett freigespült worden. Alles sei im Komplex zu betrachten, Versickerung, Baugrund und Zuflüsse. Schließlich habe es zwar „alle paar Jahre“ Probleme gegeben, aber noch nie so extrem wie derzeit angesichts des ungewöhnlich heftigen Starkregens. Da die Bundesstraße 5 zumindest indirekt betroffen ist, hat sich die Stadt in Sachen Lösungssuche auch mit dem Landesbetrieb Straßenwesen in Verbindung gesetzt.

Felder stehen zentimeterhoch unter Wasser

Auch die Landwirte haben zu kämpfen. „Stellenweise stehen die Felder bis zu fünf Zentimeter unter Wasser“, sagte die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Prignitz, Christina Stettin. Die Böden seien mittlerweile gesättigt. Erntefahrzeuge könnten kaum in die Schläge fahren und würden einsinken. „Jetzt brauchen wir Sonne und Wind, damit das Wasser wegtrocknet“, sagte Stettin. „Wir hoffen aber, mit einem blauen Auge davonzukommen.“

Panke und Stepenitz treten über die Ufer

In der Gemeinde Groß Pankow traten sowohl die Panke als auch die Stepenitz über die Ufer. Der Durchlass unter der Brücke über den Pankeweg, der zur Augenklinik in Groß Pankow führt, konnte den stark angeschwollenen Fluss kaum noch durchfließen lassen. Mehrere Kleingärten standen unter Wasser, und zwischen Pankeweg und den hinteren Grundstücksgrenzen des Steindamms bildetet sich ein regelrechter See. Bewohner liefen zu der Stelle, um das nicht alltägliche Ereignis im Bild festzuhalten. „Jetzt haben wir wirklich eine große Panke“, sagte Malin Sievert, die sich mit ihrer Schwester Elina die Überschwemmung ansah. Die Spielgeräte am Sportplatz stehen in riesigen Pfützen. Weiter westlich, in Kreuzburg erinnerte die sonst beschauliche Stepenitz an ein Flussdelta. Einige Rinder weideten am Ufer des durch den Regen viel breiteren Flusses. Welche Schäden auf den Äckern entstehen, ist noch nicht absehbar.

Brücken, Durchlässe und Anlage werden kontrolliert

„Unsere Mitarbeiter kontrollieren Brücken, Durchlässe und wasserwirtschaftlichen Anlagen“, sagte Frank Schröder, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Prignitz. Gleiches gilt für die Straßenbaulastträger der verschiedenen Ebenen.

Die Angler finden den Regen gut

Doch der Dauerregen hat auch seine Freunde. Zumindest die Angler können ihm Gutes abgewinnen. „Regen bringt mehr Sauerstoff in die Teiche“, sagte Michael Kuhns aus Pritzwalk, der mit seinem Bruder Stefan die Angelteiche am Stadion in Pritz­walk betreibt. „Die Forellen sollen besser beißen“, sagte Bernd Steinert und warf gleich mal die Angel aus.

Von Bernd Atzenroth und Andreas König

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