Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Regionale Wirtschaft brummt

Volle Auftragsbücher beim Handwerk Regionale Wirtschaft brummt

Die meisten Handwerksbetriebe in Ostprignitz-Ruppin und in der Prignitz haben volle Auftragsbücher, ihre Chefs blicken optimistisch in die Zukunft. In der Region herrscht die beste Wirtschaftslage seit elf Jahren, sagen Experten. Erstmals seit Jahren gibt es mehr Gewerbean- als abmeldungen.

Voriger Artikel
Hilfe für Gumtows Senioren
Nächster Artikel
Heftige Kritik am Zeitverzug

Aufgenommen bei der Grundsteinlegung der Ruppiner Zahntechnik in neuruppin.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Selten ging es den Handwerksbetrieben in der Region so gut wie derzeit. „Wir haben die beste Wirtschaftslage seit elf Jahren“, sagte Werner Nüse am Montagabend beim Wirtschaftsausschuss des Kreistages in Neuruppin. Nüse, Wirtschaftsdezernent der Kreisverwaltung Ostprignitz-Ruppin, verwies auf die Herbst-Umfrage der Handwerkskammer Potsdam. Demnach bezeichnen fast 93 Prozent aller Handwerksbetriebe im Kammerbezirk ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Für Nüse ist das wenig überraschend. „Die Handwerker stehen seit vier, fünf Jahren auf einem sehr hohen Niveau.“

Dem stimmt Katja Wolf von der Handwerkskammer Potsdam zu. Wolf sprach am Dienstag von einem „gesamtwirtschaftlichen Phänomen“. Ein Grund dafür sind demnach die niedrigen Zinsen. „Deshalb boomt der Baubereich“, so Wolf. Die Investitionen beim Bau ziehen wiederum viele andere Gewerke nach. Die Handwerkskammer Potsdam, der mehr als 17 500 Betriebe angehören, geht davon aus, dass diese Situation auch im nächsten Jahr anhalten wird.

Die Wirtschaft in der Region scheint ebenfalls von der positiven Entwicklung zu profitieren. Denn der sogenannte Geschäfts-Klima-Index, der die konjunkturellen Erwartungen der Wirtschaft widerspiegelt, liegt laut der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) mit 127,9 Punkten so hoch wie nie zuvor. Dabei hätten in diesem Jahr viele Unternehmen in Ostprignitz-Ruppin noch gar nicht so viele Fördermittel für Investitionen in Anspruch nehmen können wie in den Vorjahren, so Wirtschaftsdezernent Nüse.

Grund ist die neue Förderperiode, die bis zum Jahr 2020 geht. Behörden und Firmen müssten sich erst noch auf die neuen Regelungen einstellen. Die Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg (REG) erwartet deshalb, dass ab dem nächsten Jahr wieder kräftiger investiert wird. Doch herrscht auch in diesem Jahr kein Stillstand: Anfang Oktober gab es beispielsweise gleich zwei Grundsteinlegungen in Neuruppin.

Zum einen will die Firma Ruppin Zahntechnik für rund vier Millionen Euro einen neuen Verwaltungssitz bauen; zum anderen errichtet die Firma Opitz Holzbau eine weitere Halle für Holzelemente. Opitz will ebenfalls rund vier Millionen Euro investieren und zugleich 20 bis 30 Arbeitsplätze schaffen. Zudem haben laut REG die Kronogruppe in Heiligengrabe und die Stärkefabrik in Kyritz gleichfalls weitere Investitionen angekündigt.

Für den positiven Wirtschaftstrend in Ostprignitz-Ruppin spricht zudem, dass es erstmals seit Jahren mehr Gewerbean- als abmeldungen gibt: 2012 standen den 533 Anmeldungen noch 624 Gewerbeabmeldungen gegenüber. Schon etwas besser sah es 2013 aus, als 566 Anmeldungen und 591 Abmeldungen in Ostprignitz-Ruppin registriert wurden. Doch erst im vergangenen Jahr schlug sich die stabile wirtschaftliche Entwicklung ganz in den Zahlen nieder – es gab 559 Gewerbeanmeldungen sowie 530 -abmeldungen. „Weil die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken ist, suchen weniger Menschen als sonst ihr Heil in der Selbstständigkeit“, sagte Dezernent Nüse.

Service

Mitarbeiter gesucht? Express-Anzeige gebucht. MAZjob.de

Hinzu kommt, dass angesichts der guten Auftragslage viele Unternehmen in der Region bereits seit Längerem Arbeitskräfte suchen. Dieses Problem scheint immer größer zu werden. Denn laut einer Untersuchung der REG blieben zuletzt 14 Prozent der in der Region angebotenen Lehrstellen unbesetzt. Bei der Suche nach Lehrlingen sollten deshalb „gezielt“ Kinder und Jugendliche von Flüchtlingsfamilien einbezogen werden, forderte der Rheinsberger Freke Over (Linke). Erste einzelne Beispiele dafür gibt es bereits. So hat laut Dezernent Nüse eine Firma im Gewerbegebiet Temnitzpark gerade einen Auszubildenden eingestellt, der aus Syrien stammt. Der junge Mann hatte in seiner Heimat Mathematik studiert und nach seiner Flucht eifrig Deutsch gelernt.

Von Andreas Vogel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Prignitz

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg