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Regionalplan Wind: Protest aus Temnitzquell

Kritiker fürchten neue Riesenanlagen Regionalplan Wind: Protest aus Temnitzquell

Die Windkraftgegner in Temnitzquell sammeln Einwendungen gegen den Regionalplan „Freiraum und Windenergie“. Dessen Entwurf liegt derzeit öffentlich aus, Einwendungen sind bis Ende August möglich. Träte der Regionalplan in Kraft, würden allein in der Temnitz-Region vier neue Windeignungsgebiete ausgewiesen. Dagegen formiert sich Widerstand.

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Windkraftgegner wehren sich gegem den Regionalplan.

Quelle: Foto:Geisler

Neuruppin. Die Temnitzqueller Gemeindevertreterin Charis Riemer ist derzeit Dauergast in der Kreisverwaltung. Noch bis Ende August liegt dort der Entwurf zum Regionalplan „Freiraum und Windenergie“ aus. Bis Mitte der Woche waren 71 Stellungnahmen zu dem Entwurf an die Regionale Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel verschickt worden. Auch Charis Riemer bereitet ihre Kommentare akribisch vor. Vier neue Windkrafteignungsgebiete sollen in der Temnitz-Region ausgewiesen werden. Ein Albtraum, findet sie.

Zu bemängeln hat die Netzebanderin an dem Entwurf so einiges. So moniert Riemer, dass der Entwurf die bereits bestehenden Anlagen nicht ausweist. Ohne eine solche Karte sei eine kritische Würdigung der neuen Fläche jedoch nicht möglich. Riemer würde sich zudem wünschen, dass eine Tabelle auflistet, wie wirtschaftlich die einzelnen Anlagen arbeiten. Einige Anlagen, so vermutet sie, arbeiten nämlich gar nicht wirtschaftlich – „da wäre es doch grob fahrlässig, wenn ich dort noch weiter ausweisen würde.“

Ansgar Kuschel, Leiter der Regionalen Planungsgemeinschaft, kennt diese Argumente längst. „Sie sind nur zum Teil richtig“, sagt er. Zwar seien die alten Anlagen tatsächlich nur in einer Erläuterungskarte abgebildet. Doch das ist durchaus gewollt. „Man soll sich schließlich zu den neuen Gebieten äußern.“ Alte und neue Gebiete auf einer Karte auszuweisen, sei schlichtweg missverständlich gewesen.

Auch der Forderung, die Wirtschaftlichkeit der Anlagen darzustellen, erteilt Kuschel eine Absage. „Wir haben nur nach räumlichen Kriterien zu entscheiden, nicht aber nach wirtschaftlichen“, sagt er. Ob der Bau von Windrädern wirtschaftlich sinnvoll sei, müsse allein der Investor entscheiden. „Das darf nicht Entscheidung des Planers sein.“

Nach dem jetzt vorliegenden Planentwurf sollen zwischen Netzeband und Rägelin, bei Kantow Nord, zwischen Ganzer und Wildberg sowie zwischen Stöffin-West und Küdow Windkrafteignungsgebiete entstehen. Der Temnitzqueller Bürgermeister Johannes Oblaski befürchtet, dass allein zwischen Netzeband und Rägelin mehr als 50 hohe Anlagen errichtet werden können. „Das ist dann eine Industrielandschaft“, sagt er.

Bis 2030 soll auf zwei Prozent der Landesfläche Windenergie produziert werden. Was Oblaski und Riemer ärgert: In der Temnitzregion soll künftig ein deutlich größerer Flächenanteil für die Windenergieproduktion ausgewiesen werden. „Wir haben unseren Beitrag doch schon längst geleistet.“ Kuschel kann auch das gelten lassen. Die Zwei-Prozent-Vorgabe gelte für das ganze Land, nicht für eine Region. „VW produziert doch auch nicht Autos, bis jeder Wolfsburger versorgt ist, sondern für den gesamten Markt.“

Oblaski und Riemer wollen weiter Druck machen – auch bei der Bundestagsabgeordneten Kirsten Tackmann (Linke), die am 7. August zu einem Bürgergespräch in die Temnitz-Region kommt. Einen genauen Termin gibt Oblaski kurz vorher noch bekannt.

Von Frauke Herweg

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