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Prignitz Rehkitz vermutlich von Wolf gerissen
Lokales Prignitz Rehkitz vermutlich von Wolf gerissen
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07:17 29.11.2016
Gerhard Baumgart mit dem sechs Monate alten Rehkitz, dass seiner Überzeugung nach vom Wolf gerissen wurde.  Quelle: Andreas König
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Buchholz

 Für Gerhard Baumgart ist der Fall klar: Kehlbiss mit durchtrennter Wirbelsäule, also fast abgebissenem Kopf, eine eröffnete Bauchdecke, abgenagte Rippen und Bisswunden am After. Das Rehkitz, das sein Jagdkamerad Klaus Doerks in der Nähe von Buchholz (Stadt Pritzwalk) gefunden hat, wurde Opfer eines Wolfs. „Sonntagmorgen entdeckte Klaus Doerks den Kadaver auf einem Feld, das zu unserem Jagdrevier gehört. und benachrichtigte mich. Ich habe mir das Tier angesehen und mir war schnell klar, das kann nur ein Wolf gewesen sein“, sagt der Jäger und promovierte Mediziner, der früher als Allgemeinmediziner in Pritzwalk praktizierte.

Höchstens 300 Meter vom Dorf entfernt

Dass der Wolf ein Rehkitz reißt, ist für Gergard Baumgart kein Drama „so ist eben die Natur“, sagt der Obmann für Wildbewirtschaftung beim Jagdverband Pritzwalk. „Aber die Nähe zum Dorf finde ich schon bemerkenswert“, sagt Gerhard Baumgart. Luftlinie 300 Meter sind es höchstens von der Fundstelle bis zum nächsten bewohnte Gehöft. Der Jäger hat eine Wildkamera installiert, um eventuell einen bildlichen Beweis von der Existenz des Wolfs und seinen Streifzügen zu bekommen. „Der Wolf ist nicht unser Problem“, sagt der passionierte Jäger ein ums ander Mal. Für viel problematischer hält er die, wie er sie nennt „urbanen Gutmenschen“, die den Leuten auf dem Land erzählen wollen, wie sie mit der Natur umzugehen hätten.

Raubtier hat sonst viel größere Jagdgebiete

„Der Wolf ist eben ein Raubtier, das ist seine Natur. Aber er hat im Baltikum und in Russland viel größere Jagdgebiete zur Verfügung als in unserer Kulturlandschaft. Ein Wolfsrudel brauche etwa 100 Hektar. Das Gebiet der Jagdgenossenschaft Buchholz umfasse selbst nur 30 Hektar. Selbst die vor Jahren noch häufig ins Spiel gebrachte Theorie von der „Ökologie der Angst“ habe sich als nicht zutreffend herausgestellt. Seinerzeit herrschte die Vorstellung, dass Raubtiere wie Wölfe ihre Beutetier ständig in Bewegung hielten und die ständigen Ortswechsel Rehe und Damwild davon abhielten, ganze Wälder kahl zu äsen. „Das Gegenteil ist der Fall“, glaubt der Jäger. „Das Wild ist in hohem Maße beunruhigt und frisst erst recht ganze Waldstücke. Vor allem im Winter sei das ein Probleme. „Eigentlich lassen es Rehe gemütlicher angehen, werden zutraulicher. Doch das können sie sich nicht leisten,wenn der Wolf sie jagt.“

Die Politik ist gefragt

Von den strengen Bestimmungen, die den Wolf schützen, hält Gerhard Baumgart nicht viel. Andererseits möchte er auch nicht, dass Wölfe einfach so ins Jagdrecht aufgenommen werden. „Das ist ein zweischneidiges Schwert“, sagt Gerhard Baumgart. Einerseits würde es dem Wolf seiner Ansicht nach Respekt einflößen, „wenn es knallt“, andererseits dürfe es nicht sein, dass die Jagdpächter womöglich für Wildschäden haften. „Da ist ganz klar die Politik gefragt“, sagt Gerhard Baumgart.

Hunde sollten an der Leine laufen

Als praktische Konsequenz aus dem Wolfsriss von Buchholz empfiehlt er Hundehaltern, ihrer Tiere nicht unangeleint laufen zu lassen. „Wölfe reagieren aggressiv auf Hunde“ sagt der Jäger. Das überleben letztere meist nicht.

Von Andreas König

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