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Reifeprüfung bestanden

Perleberg: Abschluss der 18. Lotte-Lehmann-Woche Reifeprüfung bestanden

Ein „Talent-Scouting“ soll sie immer noch sein, auch für die jungen Gesangstalente aus der Region. Aber die Lotte-Lehmann-Woche in Perleberg ist mittlerweile wie ihre große Schwester, die Lotte-Lehmann-Akademie, ein Angebot. So kamen Förderpreisträger diesmal auch aus China. Aber junge Talente aus Perleberg und Pritzwalk zeigten beim Abschlusskonzert ebenfalls ihr Können.

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Zum Abschluss kamen alle Teilnehmer, Dozenten und Unterstützer noch einmal auf die Bühne.

Quelle: Bernd Atzenroth

Perleberg. „Italienische“ Stimmen waren der Jury zum Abschluss der diesjährigen Lotte-Lehmann-Woche zwei Auszeichnungen wert. Dabei kamen die beiden so charakterisierten Preisträger aus China. Yue Dai erhielt einen ersten Preis im Bereich Musiktheater. Den ersten Preis bei den fortgeschrittenen Sängerinnen erhielt Shuang Zhang. Beide zusammen hatten bei der Abschlussveranstaltung in der Perleberger St.-Jacobi-Kirche ein hinreißendes komödiantisches Duett aus Mozarts „Don Giovanni“ auf die Bühne gelegt und verdientermaßen Preise abgeräumt.

Das gilt auch für den Brandenburger unter den Preisträgern. Denn den ersten Preis bei den Sängern erhielt Philipp Franke. Ein zweiter Preis ging an Katarzyna Rabczuk, die mit „Der Hölle Rache“ aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ begeisterte, während Edita Lambert mit einem dritten Preis ausgezeichnet wurde.

Bürgermeisterin: „Die Lotte-Lehmann-Woche ist volljährig geworden“

„Die Lotte-Lehmann-Woche ist volljährig geworden“, sagte Bürgermeisterin Annett Jura. Stimmt nicht ganz, sie ist erst 17 Jahre alt, auch wenn es die 18. Auflage der Woche war. Die Reifeprüfung bestanden alle Beteiligten aber in jeder Hinsicht. Da sind zum einen die Gesangstalente, die beim Abschlusskonzert drei Stunden lang mit teilweise brillanten Leistungen aufwarteten. Kaum jemand mochte glauben, dass es sich hier um einen Nachwuchswettbewerb handelte. „Warum singen die hier und nicht auf einer großen Bühne?“, fragte eine Besucherin. Gut so, dass sie in Perleberg waren – für das Publikum gab es den ein oder anderen Gänsehaut-Moment, etwa als Yakov Israel aus Boston „Deux Mélodies Hébraiques“ von Maurice Ravel intonierte. Insgesamt haben diesmal 30 angehende Sängerinnen und Sänger im Alter von 15 bis 50 die Chance genutzt, um sich eine Woche lang intensiv im Umgang mit ihrer Stimme ausbilden zu lassen. Das Teilnehmerfeld war international und der Unterschied zur Lotte-Lehmann-Akademie, die ja ein Angebot für Fortgeschrittene ist, kaum noch erkennbar.

Zum anderen aber ist da ein ausgezeichnetes Dozententeam. Dass es dieses gibt, ist nicht zuletzt das Verdienst von Angelo Raciti, der als Leiter der Lotte-Lehmann-Woche und -Akademie seit Jahren an seiner Vision einer Spitzen-Akademie arbeitet. Hartmut Schneider, stellvertretender Vorsitzender des Förderkreises der Lotte-Lehmann-Woche, dankte ihm dafür, aber auch dem langjährigen Dozenten Scott Curry, der dereinst Raciti nach Perleberg geholt hatte.

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Bilderbogen vom Abschlusskonzert der Lotte-Lehmann-Woche

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Schließlich sind da all diejenigen, die die Veranstaltung 1998 aus der Taufe gehoben und in all den Jahren zu dem gemacht haben, was sie jetzt ist. Damals hätte man sich noch nicht vorstellen können, in welcher Art und Weise eine ganze Region hinter der Idee stehen würde, jungen Gesangstalenten eine Chance zu geben. Nicht nur, dass die Kommunen im Regionalen Wachstumskern Prignitz 5000 Euro zu der Veranstaltung beisteuerten, auch Vereine, Geschäftsleute und Unternehmen aus der Region halfen tatkräftig mit, allen voran die Sparkasse Prignitz und der Ostdeutsche Sparkassenverband. Ihnen allen dankte Hartmut Schneider, „denn sonst könnte man die Veranstaltung auf einem so hohen Niveau nicht durchführen“. Angelo Raciti wiederum dankte der Kirchengemeinde, den Stadtverordneten und der Stadt. Bürgermeisterin Annett Jura ist übrigens seit Donnerstag auch Mitglied im Förderkreis.

Für Raciti ist die Woche im Unterschied zur Lotte-Lehmann-Akademie ein Talent-Scouting, mittlerweile mit der Möglichkeit, die Gesangskenntnisse später in der Akademie zu vertiefen. Viele junge Menschen aus der Region haben diese Chance in den vergangenen Jahren bereits genutzt. Man erinnere sich an die ehemaligen Preisträger Inga Philipp, Sven Fliege, Maximilian Klakow und Sophia Körber, allesamt Kinder der Prignitz, die nun die Musik zu ihrem Beruf gemacht haben.

Zwei Perleberger Gymnasiasten waren auch diesmal dabei – möglich wurde dies dank der Unterstützung durch die Gastwirte, die in diesem Jahr in Eigenregie die Perleberger Kneipennacht organisiert haben. Georgia Friese aus Pritzwalk griff bei ihrem etwas aus dem Rahmen fallenden Beitrag sogar zur Gitarre und sang Leonard Cohens „Halleluja“.

Bildergalerie: Mehr Fotos von der Veranstaltung sind zu finden unter www.maz-online.de/lotte-lehmann-woche

Von Bernd Atzenroth

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