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Reise in den Alltag der Bronzezeit

Vor 3000 Jahren haben Menschen ihre Siedlung an die Panke gebaut Reise in den Alltag der Bronzezeit

Einen Zusammenhang mit dem Königsgrab in Seddin sieht Elisabeth Kirsch vom Landesamt für Denkmalpflege derzeit keinen, wohl aber kann sie datieren, aus welcher Zeit die Funde stammen, die die Sandschicht auf dem Gelände nahe Groß Pankow unter den Schaufeln und Spachteln der Archäologen Stück für Stück frei gibt: "Es ist die Bronzezeit."

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 Grabung mit Spuren einer Vorratsgrube.

Quelle: Bihler

Gross Pankow. Auf 150 Metern Länge wurden bei der Grabung Siedlungsspuren freigelegt, die darauf hinweisen, dass es dort eine Siedlung gegeben hatte: "Während der Bronzezeit haben die Menschen die Nähe des Wassers gesucht", sagt die Archäologin, "und dann ihre Hütten gebaut."

Das Wasser in der Nähe ist die Panke, und die Spuren sind in erster Linie Vorratsgruben, die die Menschen vor 3000 Jahren für ein oder zwei Jahre mal kleiner und mal größer in die Erde geschaufelt haben, um dort ihre Lebensmittel zu lagern: über 180 an der Zahl. Wirklich aufsehenerregende Funde wurden bislang vor Ort nicht gemacht: "Reich waren die Menschen hier nicht", sagt Kirsch, "denn die Gruben waren zwar nach Gebrauch mit Abfällen wieder aufgefüllt worden." Offensichtlich aber nur mit organischem Material, denn Scherben fanden sich kaum, Schmuck gar keiner darin. Scherben dagegen fanden sich rund um eine Stelle, an der offenbar ein gemauerter Ofen stand. Eine Töpferei, vermuten die Archäologen. Denn rund um diese Stelle fanden sich viele Tonscherben von offensichtlichen Fehlbränden. Auch eine Feuerstelle wird derzeit noch freigelegt.

Einen für diesen Fundort "singulären" Fund gab es dann allerdings doch noch: Dort, wo eigentlich vermutet wurde, dass nur Blockhäuser oder ähnliche Holzhütten standen, fanden die Archäologen auch die Reste einer Urne mit den Resten von menschlicher Knochen. Ungewöhnlich ist das deshalb, weil Urnen üblicherweise auf einem Urnenfeld bestattet wurden. Eine weitere Stelle könnte ein ebensolcher Begräbnisplatz gewesen sein.

Freigegeben hat die Erde bei Groß Pankow jedoch auch Spuren der jüngeren Vergangenheit: Knapp unter dem Pflughorizont fanden sich die Spuren eines Spargelfeldes, wie ein Groß Pankower die Grabungsteilnehmer aufklärte. Wie weit sich die bronzezeitliche Siedlung nach Norden und Süden erstreckt, ist nicht festzustellen. die Grabung beschränkt sich auf den Verlauf der geplanten Trasse der B189.

Von Claudia Bihler

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