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Reitertreffen in Perleberg gut besucht

Diskussion über das Fluchttier Pferd im Verkehr Reitertreffen in Perleberg gut besucht

„Gehört das Fluchttier Pferd auf die Straße und welche Regeln sind einzuhalten?“ Knapp 50 Frauen und Männer zeigten jüngst in Perleberg großes Interesse an einer Veranstaltung des Landesverbands der Freizeitreiter- und Freizeitfahrer Deutschlands (VFD). Wie zu erfahren war, gilt für Pferde die Straßenverkehrsordnung genauso wie für andere Fahrzeuge.

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Bei Ausritten und Ausfahrten sind oft viele Pferde beteiligt, so dass Kraftfahrer zur besonderen Rücksichtnahme aufgerufen werden.

Quelle: Fischer

Perleberg. „Gehört das Fluchttier Pferd auf die Straße und welche Regeln sind einzuhalten?“ Knapp 50 Frauen und Männer zeigten jüngst in Perleberg großes Interesse an einer Veranstaltung des Landesverbands der Freizeitreiter- und Freizeitfahrer Deutschlands (VFD). Im Podium saßen zwei Ausbilder vom VFD, ein Versicherungsexperte, ein auf Pferderecht spezialisierter Rechtsanwalt und ein Prignitzer Fahrlehrer. Aufmerksam verfolgten die Zuhörer über zwei Stunden lang im Saal des Hotels Deutscher Kaiser, was die Fachleute auf ihre Fragen und die des Moderators Frieder True vom VFD antworteten.

Ein Anfangskonsens war schnell gefunden: Unschöne und zum Teil auch gefährliche Situationen müssen Reiter und Gespannfahrer zuweilen mit ihren Pferden im Straßenverkehr meistern. Meistens ist es nicht die böse Absicht, sondern einfache Unwissenheit anderer Verkehrsteilnehmer oder auch der Reiter und Fahrer selbst. Ziel der Diskussionsrunde war es deshalb, für ein besseres Verständnis von Pferdeleuten und anderen Verkehrsteilnehmern zu werben, um mögliche Gefahren im Vorfeld abzuwenden.

Die Gesetzeslage wurde anhand von Filmszenen mit meist nicht korrektem Verhalten von Reitern oder Kraftfahrzeugführern erläutert. Nicht jeder im Saal wusste schon, dass Pferde wie Fahrzeuge eingestuft werden. Zunächst einmal erfordert Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme, nicht auf öffentlichen Wegen und Straßen auszureiten, solange man nicht sicher ist, das Pferd jederzeit kontrollieren zu können. Im Paragraf 28 der Straßenverkehrsordnung heißt es, dass Haus- und Stalltiere, die den Verkehr gefährden können, von der Straße fernzuhalten sind. Sie sind dort nur zugelassen, wenn sie von geeigneten Personen begleitet sind, die ausreichend auf sie einwirken können. Verboten ist es, Tiere von Kraftfahrzeugen aus zu führen. Auch Fohlen dürfen nicht frei neben der Stute laufen und müssen geführt werden. Von Fahrrädern aus dürfen nur Hunde ausgeführt werden.

Vom Grundsatz her müssen Reiter wie Gespanne und andere Fahrzeuge die rechte Fahrbahnseite benutzen. Wenn rechts neben der Fahrbahnbegrenzung genügend Platz ist, wird empfohlen, dort zu reiten. Reiten auf dem Gehweg gilt als Ordnungswidrigkeit. Das Bußgeld sollte man aber, wenn es aufgrund starken Straßenverkehrs einmal nicht zu vermeiden ist, eher riskieren als ein Durchgehen des Pferdes.

Neu für einige Gäste war, dass für reine Privatfahrten mit Kutsche oder Kremser ein Gespannführerschein nicht erforderlich ist. Historische Kutschen müssen dem technischen Zustand der Herstellungszeit entsprechen.

Gesprochen wurde auch darüber, dass Fahrschulen so gut wie gar nicht auf das Thema eingehen. Nicht nur für die Prignitz mit ihren vielen Freizeitreitern und Pferdehöfen besteht da Nachholbedarf, hieß es.

Viele Fragen betrafen Leistungen einer Tierhalterhaftpflichtversicherung. Eine solche abgeschlossen zu haben, wurde als unabdinglich angesehen.

Von Ulrich Fischer

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