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Rentner erpresst

Wittenberge Rentner erpresst

Wenn der 73-jährige Rentner aus Wittenberge kein Geld gab, wurde der Angeklagte ungemütlich und schlug auch zu. Seit Freitag muss sich der 25-Jährige vor dem Landgericht Neuruppin wegen räuberischer Erpressung verantworten. Er bestreitet, den Rentner, der ihm Unterschlupf gewährte, bedroht zu haben. Dieser habe ihm Geld geliehen, aus freien Stücken.

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Ein 25-Jähriger muss sich vor dem Landgericht Neuruppin wegen räuberischer Erpressung verantworten.

Quelle: dpa

Wittenberge. Steven M. war wie ein Sohn für ihn, sagte Peter S. gestern. Deshalb sei seine Enttäuschung um so größer gewesen, als dieser seine Gutmütigkeit skrupellos ausnutzte und Drohungen und Gewalt anwandte, wenn der Rentner nicht das geforderte Geld herausrückte. So jedenfalls stellt es sich aus Sicht der Staatsanwaltschaft dar.

Angeklagter will weder gedroht noch geschlagen haben

Unter anderem wegen räuberischer Erpressung muss sich der 25-jährige Steven M. aus Wittenberge nun vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Er hat allerdings eine ganz andere Sicht der Dinge.

Der Angeklagte gab zwar zu, sich Geld von Peter S. geliehen zu haben. Wenn er aber nein sagte, habe er das akzeptiert. „Er ist ja nicht verpflichtet, mir etwas zu geben", meinte er. Er habe seinen wesentlich älteren Gastgeber weder geschlagen, noch mit einem Messer bedroht. „Ich habe Peter nie angefasst. Und mit einem Messer drohen – so etwas würde ich nie machen. Das ist unterste Schublade“, sagte Steven M.. Peter S. sei ein sympathischer Mensch. Steven M. sei zu dem Wittenberger gezogen, als er aus der Haft kam. Er habe damals wöchentlich 50 Euro von seinem Betreuer zugeteilt bekommen. Das habe vorne und hinten nicht gereicht. „Peter hat mir mal 50, mal 100 Euro geliehen, aber nicht jede Woche.“

Den Angeklagten wie einen Ziehsohn behandelt

Die beiden ungleichen Männer hatten sich über einen Bekannten kennen gelernt. Peter S. hat einen Garten, in den er den Angeklagten einlud. Der half ihm bei der Gartenarbeit. „Es hat sich so ergeben, dass Steven M. bei mir gewohnt hat. Wir sind eigentlich ganz gut ausgekommen“, sagte der 73-Jährige. Er habe alles bezahlt, Steven M. in Wittenberge eine Wohnung in seiner Nachbarschaft besorgt, ihn eingekleidet. Doch Steven M. habe immer mehr Geld gewollt. Teilweise zwei Mal die Woche habe Steven M. vor seiner Tür gestanden. Meistens habe er dann 300 Euro gegeben. „Steven hat immer gesagt, das Geld kriegst du wieder, aber daran habe ich nicht geglaubt“, sagt Peter S. vor Gericht.

Auf die Art und Weise seien die 8000 Euro, die er von einer Versicherung ausgezahlt bekommen habe, innerhalb weniger Monate weg gewesen. „Ich habe nie im Leben 8000 Euro bekommen, höchstens 3500 Euro “, wandte Steven M. ein. Und davon habe er schon einen Teil zurück gezahlt.

Gab es kein Geld, schlug der Angeklagte zu

Das stimme nicht, sagte der Rentner. „Als ich kein Geld mehr hatte, wurde Steven immer aggressiver.“ Unter anderem habe er ihm einen Zahn ausgeschlagen, ihm mit einem Messer bedroht, ihm gesagt, er würde seinen Hund auf ihn hetzen. Er habe sich hilfesuchend an den Betreuer von Steven M. gewandt, so Peter S. Der habe gemeint, er müsse die Polizei rufen. Der Rentner habe mit dem Betreuer eine Rückzahlungsvereinbarung getroffen. Das Geld holte sich der Angeklagte aber offenbar immer wieder. Das bestritt dieser.

Am 24. Februar dieses Jahres zeigte der Rentner seinen ehemaligen Mitbewohner an. Auch die beiden Polizisten machten ihre Erfahrungen mit dem Angeklagten. Der fühlte sich offenbar von den Nachfragen provoziert, beleidigte einen der Beamten und griff ihn tätlich an. Zu zweit gelang es ihnen, Steven M. zu überwältigen.

Am Dienstag wird vor dem Landgericht weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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