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Rettungsassistenten auf der Schulbank

Perleberg/Pritzwalk Rettungsassistenten auf der Schulbank

Seit das Notfallsanitätergesetz in Kraft ist, müssen die Rettungsassistenten wieder die Schulbank drücken, In der Prignitz sollen bis 2020 knapp 70 Kollegen zu Notfallsanitätern qualifiziert werden, erklärt René Glaeser, Werkleiter des Rettungsdienstes. Je nachdem, wie lange sie dabei sind, reicht die Unterrichtszeit von 80 bis 960 Stunden.

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Dietmar Bloch qualifiziert sich mit 57 Jahren zum vom Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter. Er macht die Ausbildung gern.

Quelle: Beate Vogel

Perleberg/Pritzwalk. Dietmar Bloch ist 57 Jahre alt. Er ist seit 1992 Rettungsassistent. Trotzdem macht er jetzt eine berufsbegleitende Umschulung zum Notfallsanitäter – zwangsweise. Ein Problem hat er damit aber gar nicht. „Ich mache die Ausbildung gern“, sagt er. „Und ich hoffe auf einen erfolgreichen Abschluss.“ Derzeit ist Bloch in der Pritzwalker Rettungswache stationiert. Mit dem 2014 in Kraft getretenen Notfallsanitätergesetz werden in den kommenden Jahren deutschlandweit rund 40 000 Rettungsassistenten zu Notfallsanitätern qualifiziert.

Drei Hauptwachen in Prignitz und Ostprignitz-Ruppin

Der Rettungsdienst des Landkreises Prignitz beschäftigt 128 Mitarbeiter.
Leiter ist René Glaeser. Die Kollegen sind auf neun Wachen verteilt, die strategisch so verteilt sind, damit die Hilfsfristen eingehalten werden können.

Zum Fuhrpark gehören zwölf Rettungswagen und drei Notarzteinsatzfahrzeuge. Zudem steht der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 39 für eilige Einsätze zur Verfügung.

Zur Rettungswache Perleberg zählen auch die Standorte Bad Wilsnack, und Neu Schrepkow. 19 Rettungssanitäter und 25 Rettungsassistenten tun in diesem Bereich ihren Dienst.

Wittenberge ist die Ausbildungswache des Kreises Prignitz und hat außerdem Außenstellen in Lenzen und Karstädt. An diesen Standorten sind 17 Rettungssanitäter und 23 Rettungsassistenten tätig.

Zur Rettungswache
Pritzwalk gehören die Außenstellen Putlitz und Meyenburg. Dort sind 17 Rettungssanitäter und 23 Rettungsassistenten stationiert.

Der Ostprignitz-Ruppiner Rettungsdienst gehört zur PRO Klinik Holding, die die Wachen im Kreis OPR unterhält. Leiter ist Christov Sabo. Die Notärzte für den Standort Neuruppin werden von den Ruppiner Kliniken gestellt und kommen gesondert zum Einsatzort.

Zum Wachbereich Ruppin gehören die Wachen in Neuruppin, Fehrbellin und Herzberg.

Zum Wachbereich Kyritz zählen die Rettungswachen in Kyritz und Neustadt (Dosse).

Und zum Wachbereich Wittstock gehören die Wachen in Wittstock, in Rheinsberg, in Herzsprung und in Dorf Zechlin.

Blochs Kollege René Meister ist zwar schon fertig mit der Ausbildung, darf sich offiziell aber erst ab Januar 2017 Notfallsanitäter nennen, erklärt er. Dann bekommt er die Zulassung. Wer unter fünf Jahre im Einsatz sei, müsse eine Zusatzausbildung über 480 Stunden absolvieren, wer unter drei Jahre dabei sei, werde 960 Stunden unterrichtet: „Wenn jemand den Beruf ganz neu lernen will, dauert die Berufsausbildung drei Jahre. Die Schulungen finden in Potsdam und Bad Saarow statt“, weiß René Meister, der selbst einen 14-tägigen Vollzeitkurs mit 80 Stunden belegt habe. Die Kollegen bilden dann eine Fahrgemeinschaft.

Rettungsassistentengesetz war veraltet

Ein junger Kollege in der Pritz­walker Wache hat mit der dreijährigen Ausbildung zum Notfallsanitäter begonnen. Wie das für ihn in der Praxis aussieht und was ihn am Beruf reizt, kann er nicht mehr erzählen: Der Pieper geht. Ein Einsatz. Drei Kollegen schnappen sich ihre Jacken und laufen zur Garage. Zwei springen in den Rettungswagen (RTW), René Meister setzt sich ans Steuer des Notarzteinsatzfahrzeuges. Weg sind sie.

Das bis Ende 2013 geltende Rettungsassistentengesetz war 24 Jahre alt. Es war teils sehr veraltet, nicht nur was den Stand von Wissen und Technik anbelangt. Bund, Länder und Verbände haben daher übereinstimmend beschlossen, eine Novelle auf den Weg zu bringen. Bis zum 31. Dezember 2020 sollen alle Rettungsassistenten im Landkreis qualifiziert sein, sagt René Glaeser, der seit 2012 Werkleiter des Eigenbetriebes Rettungsdienst ist. „Das betrifft bei uns 68 Rettungsassistenten.“ Bezahlt wird die Ausbildung von den Krankenkassen.

Nur zwei Schulen in der Prignitz können ausbilden

Mit den Krankenkassen habe der Landkreis auch vereinbart, so Glaeser, „dass wir Ausweichpersonal einstellen können“. Das Problem sei aber nicht, die Dienste zu besetzen. „Wir haben im Land nur zwei Schulen, die autorisiert sind, die Ausbildung vorzunehmen“, erklärt der Werkleiter. „Das reicht nur dann, wenn alle Lehrgänge wahrgenommen werden können.“ Wenn Kurse abgesagt werden, weil zum Beispiel ein Ausbilder krank ist, gebe es schon Schwierigkeiten: „Dann müssen wir wieder lange vorher planen.“ Schon jetzt planen die Kollegen in der Prignitz nämlich ihre Lehrgänge für 2017.

„Grundsätzlich wollen wir die Qualität in dem Bereich erhöhen“, sagt Glaeser. Das sei eine große Sache. Der Gesetzgeber wolle kompensieren, dass es immer weniger Notärzte gebe. Die Prignitz als Flächenlandkreis habe da noch das große Glück, dass es vier Notärzte gebe. „Andere Landkreise sind schlechter dran.“ Immer mehr Aufgaben würden zwangsläufig an nichtärztliches Personal abgegeben. Die Altersstruktur der Notärzte liege laut Glaeser zwischen 40 und 50 Jahren, nur ganz wenige junge seien dabei. „Das ist ein deutschlandweites Problem, das bekommen wir so schnell nicht gelöst.“

Je jünger die Kollegen, desto länger dauert die Ausbildung

Fünf bis sechs Mann machen derzeit in der Prignitz die Ausbildung zum Notfallsanitäter, 16 sind bereits fertig. Je jünger die Kollegen, um so länger die Ausbildung, erklärt Glaeser. Die gebe es berufsbegleitend oder in Vollzeit. Pro Kurs werden zwei bis vier Kollegen abgestellt, die gemeinsam zur Ausbildungsstätte fahren. Der Dienstbetrieb muss aber aufrecht erhalten werden, so der Werkleiter.

In der Kernzeit werde die notärztliche Versorgung über die Krankenhäuser abgesichert: das Kreiskrankenhaus in Perleberg und die KMG-Klinik in Pritzwalk. Außerhalb dieser Zeit decke der Verein Notärzte Prignitz die Versorgung ab. „Das war ein Modell, das inzwischen auch woanders umgesetzt wird“, sagt der Werkleiter. Seit 2008 hat der ADAC den Rettungshubschrauber Christoph 39 in Perleberg stationiert, für das der Kreis bis 2010 auch das Personal gestellt habe. Der Hubschrauber fliegt laut Glaeser um die 1000 Einsätze im Jahr, auch in den Nachbarkreisen. „Am Boden treffen wir uns alle wieder“, sagt René Glaeser.

Von Beate Vogel

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