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Revierpolizist feiert 40. Dienstjubiläum

Meyenburg Revierpolizist feiert 40. Dienstjubiläum

Meyenburgs Revierpolizist Jürgen Kelm feierte sein 40. Dienstjubiläum. Der 60-Jährige liebt es, auf der Straße zu arbeiten und mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu sein. Trotz seiner zahlreichen Dienstjahre absolvierte er erst kürzlich eine Ausbildung.

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Jürgen Kelm feierte sein 40. Dienstjubiläum – er wollte immer Revierpolizist in Meyenburg sein.

Quelle: Claudia Bihler

Meyenburg. Wenn der Meyenburger Revierpolizist Jürgen Kelm (60) durch Meyenburg läuft, gibt es kaum jemanden, den er nicht grüßt. Hier gratuliert ihn jemand mit einem forschen Spruch zu seinem 40. Dienstjubiläum, das er gerade feierte, dort erinnert ihn jemand an eine Sitzung, die er in seiner Funktion als Stadtverordneter wahrnehmen möge und ein anderer blickt auf einen Prozess zurück: „Ich habe gewonnen.“

Kein Wunder also, dass er trotz seiner zahlreichen Dienstjahre erst kürzlich noch eine Ausbildung absolviert hat: Auf Großveranstaltungen, Demonstrationen und bei ähnlichen Anlässen ist er der Leiter eines Kommunikationsteams. Dabei leitet er Nicht-Betroffene durch Absperrungen, sorgt hier und dort für Deeskalation, wenn die Wogen hochschlagen, und leiht wie seine Teammitglieder ganz allgemein im ganzen Land bei solchen Anlässen dem Bürger ein offenes Ohr.

„Ich wollte immer auf der Straße arbeiten“, sagt der Hüne Kelm, dem man das auch ohne Weiteres abnimmt. Ganz offenbar haben sich ihm schon diverse Gelegenheiten geboten, auf andere Positionen zu wechseln: „Aber ich habe mich da nicht beworben.“ Denn lieber wollte er Meyenburg treu bleiben – das gilt nunmehr seit 34 Jahren.

Für die Kitas und Horte ist  Jürgen Kelm immer gerne da – etwa, um die Kids das Polizeiauto inspizieren zu lassen

Für die Kitas und Horte ist Jürgen Kelm immer gerne da – etwa, um die Kids das Polizeiauto inspizieren zu lassen.

Quelle: Claudia Bihler

Schon in der neunten Klasse wurde er für den Polizeidienst geworben. Doch zunächst wurde er Elektroinstallateur, bevor er mit der kasernierten Bereitschaftspolizei die DDR-Besuche von Yasir Arafat oder anderen Staatsgästen absicherte, bei großen Zeltlagern eingesetzt wurde und ab und zu auch mal zum Ernteeinsatz gerufen wurde. Nach fünf Jahren arbeitete er als Streifenpolizist, ging dann 1983 zur Offiziersschule und absolvierte eine Ausbildung zum Abschnittsbevollmächtigten (ABV). Anfang der 1990er Jahre hat er den Dienst in der Pritzwalker Polizeidienststelle mit aufgebaut und später auch den dortigen Leiter im Bedarfsfall vertreten.

An den Tag seines Dienstantritts vor 40 Jahren erinnert er sich noch genau: „Mein Chef legte mir einen riesigen Stapel von Dienstvorschriften auf den Tisch, die sollte ich lesen.“ Selbst nach der Ausbildung gab’s keinen Dienstwagen für ihn wie für alle anderen ABVs: „Aber ich bekam wegen meiner Größe nicht die übliche Schwalbe, sondern ein Motorrad.“

Die Technik hat sich geändert, die Polizeiarbeit bleibt gleich

Heute fährt Kelm einen klassischen Polizeidienstwagen, in dem von Utensilien zur Absicherung eines Unfalls bis zur Waffe alles vorhanden ist. Das digitalisierte Funkgerät nimmt heute beispielsweise lange nicht mehr so viel Platz weg, sondern hat im Gegensatz zu früher nur noch Miniformat: „Klar hat sich die Technik auch bei uns geändert“, sagt Kelm.

Im Kern sei jedoch die Polizeiarbeit nach wie vor Polizeiarbeit geblieben. „Auch, wenn ich manchmal den Computer aus dem Fenster werfen könnte, wenn er wieder mal nicht tut, was ich möchte“, sagt er: „Ich bin eben eher Praktiker als Theoretiker. Zudem muss man sich klar machen, dass es auch bei der Polizei einen Generationswechsel gibt, und die jungen Leute alles viel besser beherrschen.“

Vom Möbeltransport bis zur Schießerei

Geschichten kann er viele erzählen – etwa, dass er mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke per Du ist, hier mal anpackt, wenn ein Möbeltransport ansteht oder auch drei Täter auf frischer Tat stellte, die gerade in seinem Bereich einen Radlader gestohlen hatten.

Oder die Geschichte von der Bande, die nachts Lebensmittelläden leer räumte. Als sie erwischt wurden, entstand eine riesige Schießerei. Die Fahrzeuge der Täter wurden durchlöchert – verletzt wurde allerdings niemand, worüber Kelm bis heute erleichtert ist. Ein paar Tage später wurden die drei Täter geschnappt, als sie erneut einbrechen wollten.

Und immer wieder ist er in Sachen Prävention unterwegs – mal zeigt er Kitakindern das Polizeiauto, mal klärt er Senioren über Trickdiebstähle auf.

Persönliche Ziele erreicht

Seine persönlichen Ziele habe er erreicht, sagt der Hauptkommissar, der dafür im Notfall auch außerhalb der Dienstzeiten dem Notruf eines Bürgers folgt: „Dienstzeiten sind zwar wichtig, aber zur Not bin ich da.“ Denn ihm ist bis heute klar: „Man muss sich mit dem Beruf identifizieren. Und die Leute wollen die Polizei sehen – und nicht nur hinter dem Lasergerät.“

Obwohl Jürgen Kelm jetzt eigentlich in Pension gehen könnte – ein Jahr wird er mindestens noch in Meyenburg bleiben. Zusammen mit seiner Urkunde zum Dienstjubiläum wurde ihm die Genehmigung der Verlängerung seiner Lebensarbeitszeit übergeben.

Von Claudia Bihler

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