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Rheinsberg: Tierquälerin zahlt 1200 Euro

Verstoß gegen den Tierschutz Rheinsberg: Tierquälerin zahlt 1200 Euro

Manuela N. ist keine vorbildliche Tierhalterin. Eines ihrer Tiere quält sich, als es in einen vereisten Fangstand gerät. Es friert sogar am Boden fest. Doch Manuela N. unternimmt nichts. Als eines ihrer mehr als 160 Pferde humpelt, verzichtet sie auf eine ärztliche Versorgung. Ihre Tiere werden beschlagnahmt. Die Verfahren sind jetzt gegen eine Geldauflage eingestellt worden.

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Weil sie ihre Tiere nicht ausreichend versorgte, zahlt eine Tierhalterin aus Linow jetzt an den Tierschutzverein.
 

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin.  Das Landgericht Neuruppin hat die Verfahren gegen Manuela N. wegen mehrfachen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz am Montag gegen Zahlung einer Geldauflage von 1200 Euro eingestellt. Die Tierhalterin aus der Nähe von Rheinsberg soll den Betrag innerhalb von sechs Monaten an den Tierschutzverein Ostprignitz-Ruppin zahlen. Darüber hinaus muss die 54-Jährige 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Kuh vernachlässigt – am Boden festgefroren

In diesem Beschluss hat die zweite kleine Strafkammer unter Vorsitz von Sandra Marks gleich zwei Strafverfahren gegen Manuela N. zusammengefasst. Denn die Tierhalterin war nicht allein vom Amtsgericht Schwedt, sondern ebenfalls vom Amtsgericht Neuruppin wegen Verstoßes gegen den Tierschutz verurteilt worden.

Der Fall von Linow hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt

Der Fall von Linow hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt.

Quelle: Andreas Vogel

In der Uckermark hatte sich Manuela N. demnach mindestens in einem Fall nicht ausreichend um eine Kuh gekümmert. Das Tier war in Frauenhagen bei Angermünde in einen vereisten Fangstand gekommen und soll dort nicht täglich mit Futter und Wasser versorgt worden sein. Weil das Rind schon geschwächt war, lahmte und zudem aggressiv reagierte, hatte eine Tierärztin empfohlen, dass das Rind geschlachtet wird. Doch als die Veterinärin zwei Tage später erneut auf die Koppel kam, lebte das Tier noch – festgefroren am Boden, sagte am Montag Richterin Marks. Sie sprach von einem länger anhaltendem, erheblichen Leiden des Rindes. Das Amtsgericht Schwedt hatte Manuela N. deshalb zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt.

Mehr als 160 Pferde wurden von Manuela N

Mehr als 160 Pferde wurden von Manuela N. beschlagnahmt.

Quelle: Henry Mundt

Dagegen war die Tierhalterin ebenso in Berufung gegangen wie gegen eine Entscheidung des Amtsgerichtes Neuruppin. Dieses hatte Manuela N. zu einer Geldstrafe von 550 Euro verurteilt, weil sie sich nach Ansicht des Gerichts um zwei ihrer mehr als 100 Pferde nicht richtig gekümmert hat. So hatte die Linowerin die krankhafte Verlängerung eines Hufes bei einem Hengst über mehrere Monate nicht behandeln lassen, obwohl der sogenannte Schnabelhuf den natürlichen Bewegungsdrang des Pferdes eingeschränkt hat. Der Hengst humpelte, sein linker Vorderhuf war wegen der Erkrankung doppelt so groß wie normal. Allein deswegen sollte die Frau 300 Euro zahlen.

Tierhalterin künftig ohne Tiere

Eigentlich wollte das Landgericht über die Berufung in diesem Fall erst befinden, wenn ein bereits im Mai 2015 beauftragtes Gutachten eines Experten vorliegt. Aber das Papier ist immer noch nicht in Sicht. „Ich habe dem Gutachter schon ein Ordnungsgeld angedroht, weil der nicht liefert“, sagte Richterin Marks. Am Montag ging es nun auch ohne Gutachten: Verteidigung und Staatsanwaltschaft willigten ein, dass die beiden Verfahren zusammengezogen werden. Das überraschte insofern, weil für den Prozess vor dem Amtsgericht Schwedt die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) zuständig ist, für die Fälle im Ruppiner Land indes die Staatsanwaltschaft Neuruppin. Hinzu kommt, dass die Tierhalterin verschiedene Verteidiger für die Verfahren in Schwedt und Neuruppin hatte. Doch alle Prozessbeteiligten waren am Montag an einer schnellen Lösung in beiden Gerichtsverfahren interessiert. „Ich kann mit einer Kombination von Geldzahlung und zu leistenden Arbeitsstunden leben“, sagte Staatsanwalt Martin Einhaus. Immerhin droht wohl kaum eine Wiederholungsgefahr: Manuela N. hält keine Tiere mehr. Sie hat Privatinsolvenz angemeldet und sei auf Unterstützung durch ihre Kinder angewiesen, sagte ihr Verteidiger Christoph Bahlke.

Auf diesem Hof in Linow hält Manuela N

Auf diesem Hof in Linow hält Manuela N. künftig keine Tiere mehr. Sie musste Privatinsolvenz anmelden.

Quelle: Henry Mundt

Vor Gericht ist noch nicht Schluss

Gleichwohl ist der Fall von Manuela N. mit dem gestrigen Beschluss für die Justiz noch nicht zu Ende. Grund: Die Linowerin hat vor dem Verwaltungsgericht Potsdam gegen das vom Landkreis Ostprignitz-Ruppin gegen sie verhängte Tierhaltungsverbot, gegen die Beschlagnahme der 164 Pferde, von denen später einige starben, sowie gegen die Übernahme der Kosten für die Aktion von fast 164 000 Euro geklagt.

Die Tiere wurden bei Manuela N

Die Tiere wurden bei Manuela N. stark vernachlässigt.

Quelle: Andreas Vogel

Einen Termin am Verwaltungsgericht gibt es noch nicht. Denn die Richter wollten sich am Ausgang der Verfahren vor dem Neuruppiner Landgericht orientieren.

Von Andreas Vogel

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