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Rieseninteresse an Förderprogramm

Pritzwalk Rieseninteresse an Förderprogramm

Das Interesse an dem Förderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen ist in Pritzwalk enorm. 56 Anträge sind mittlerweile gestellt worden – erst zwölf wurden bewilligt. Unternehmer nutzen die Unterstützung, um kleine und auch größere Projekte in ihren Betrieben umzusetzen.

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Frank Streese nutzt das Förderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen zum Bau einer neuen Werkstatt.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Einen großen Investitionsbedarf haben offenbar kleine und mittlere Unternehmen in der Stadt Pritzwalk: Bislang sind 56 Anträge von Firmen aus der Stadt Pritz­walk bei der Stadt eingereicht worden. Das Programm selbst ist nach gegenwärtigem Stand der Dinge mit insgesamt 810 000 Euro ausgestattet. Allerdings könnte noch weit mehr Geld ausgereicht werden, wenn es nach dem Bedarf geht.

„Wir nehmen die Anträge entgegen, prüfen, ob sie den Kriterien des Programms entsprechen und leiten sie dann dem Stadtentwicklungsausschuss zur Entscheidung zu“, sagt Vizebürgermeister Ronald Thiel. Entscheiden kann jedoch auch diese Gremium nicht. Es gibt allenfalls ein Votum ab, das gemeinsam mit dem Antrag von den Mitarbeitern der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) bewilligt oder eben abgelehnt wird.

Bislang 114 897 Euro ausgereicht

Bislang wurden 20 Anträge bei der ILB eingereicht, von denen sieben bewilligt wurden. Damit sind erst 114 897 Euro ausgereicht worden. Die Spanne reicht von 4318,90 bis hin zu 46 525 Euro. „So lange die Anträge direkt aus der Kernstadt Pritzwalk kommen und den Förderrichtlinien entsprechen, werden sie befürwortet“, sagt der stellvertretende Bürgermeister. Die endgültige Entscheidung treffe allerdings die ILB.

Gern würden auch Unternehmen ein Stück vom Förderkuchen bekommen, die in den Ortsteilen ansässig sind. „Doch das gibt das Programm nicht her, da es aus der Städtebauförderung gespeist wird“, sagt Roland Thiel. Interessenten aus den Ortsteilen oder aus der Landwirtschaft stehe jedoch eine Förderung aus dem Leader-Programm offen, die von der Regionalen Aktionsgruppe Storchenland Prignitz begleitet wird.

Unterstützung beim Bau einer Montagehalle

Einer der Unternehmer, die das Förderprogramm in Anspruch nehmen wollen, ist Frank Streese, Besitzer des gleichnamigen Autohauses. Er hat eine neue Werkstatt- und Montagehalle für Nutzfahrzeuge bauen lassen. Am Freitag kamen die hydraulischen Hebebühnen, verpackt in mehrere Tonnen schwere Gebinde. Ein Zuschuss käme dem Chef gut zupass, hat doch der Bau der Halle insgesamt rund 200 000 Euro gekostet. „Grundsätzlich finde ich es sehr gut, dass wir in Pritzwalk erstmals die Möglichkeit haben, als mittelständisches Unternehmen Investitionen gefördert zu bekommen“, sagt er. Allerdings ist der Zuwendungsbescheid bislang noch nicht eingetroffen.

Dennoch will Frank Streese die neue Halle bis zum Oldtimertreffen am 1. Mai fertiggestellt haben. „Wir verzeichnen wirklich ein riesengroßes Interesse an dem Programm“, sagt Ronald Thiel. Es ist eines von drei Projekten die von der Stadt Pritzwalk mit Hilfe des Stadt-Umland-Wettbewerbs umgesetzt werden sollen. Die anderen sind die Gestaltung und Aufwertung des Bahnhofsumfeldes sowie die Entwicklung der Alten Brennerei in Richtung Wittstock. „Meine Hoffnung ist, dass die Landesregierung die Möglichkeit schafft, das Programm fortzusetzen. Der Bedarf ist da“, sagt der Vizebürgermeister.

Es gibt keinen Spielraum

In geringem Maße könnten zwar Mittel innerhalb der drei städtischen Projekte umgeschichtet werden, doch würde das zu Lasten der anderen Vorhaben gehen. Zu den Projekten, die die Kommunen der Kooperation im Wettbewerb eingereicht haben, zählt die Gestaltung des Bahnhofs in Wittstock mit vier Millionen Euro. Die übrigen 3,2 Millionen sind für Pritzwalk und Meyenburg vorgesehen. Gern hätte Ronald Thiel mehr Mittel für das KMU-Programm „Es ist jetzt schon mehrfach überzeichnet“, sagt er. „Kein Wunder, denn so etwas gab es in Pritzwalk bisher noch nie.“

Frank Streeses Frau Angelika schaut indes jeden Tag gespannt in der Firmenpost nach, ob das herbeigesehnte Schreiben endlich dabei ist. „Neulich war ein Brief von der ILB drin, aber da ging es nur um eine Adressänderung“, sagt sie.

Von Andreas König

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